Callolo - Der Kindergarten

Callolo und seine Herzallerliebste (Teil 3)

Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E
Diese eindrucksvolle Szene zeigt Callolo und seine Herzallerliebste Nai in einem freudigen und herzlichen Moment ihres gemeinsamen Lebens, inspiriert von Ce-eff Krügers Erzählungen. Illustration: Generiert von OpenAI's DALL·E

"Callolo, ab morgen geht Chrissi in den Kindergarten, jeden Tag, außer sonntags, von 9 bis 16 Uhr."

"Ach," erwidere ich höchst erstaunt, "schön, dass ich das auch schon erfahre."

"Callolo, du kennst dich doch mit den damit verbundenen Umständen und Schwierigkeiten gar nicht aus. Ich mache das alles nur zu deiner Entlastung."

"Mein Schatz, ich bin sein Vater. Als solcher interessiert es mich natürlich, welche Entscheidungen für ihn getroffen werden, und ich denke, ich sollte daran beteiligt sein."

"Callolo, ich bitte dich, du weißt doch, dass ich nur das Beste für Chrissi will."

Und dann erklärt sie mir lang und breit, dass es sich bei dieser Einrichtung um eine private internationale Vorschule in unserer Nähe handelt, dass Chrissi schon seit einem halben Jahr auf der Warteliste steht und zeigt mir schließlich die Uniform, die unser Sohn im Kindergarten tragen wird.

Ich bin überrascht, dass Kinder im Vorschulalter schon Uniformen tragen sollen, sehe aber auch die Vorteile, die darin liegen, dass sie nicht versuchen, sich mit Markenklamotten zu übertrumpfen.
Auch der monatliche Kostenbeitrag erscheint mir angemessen.

"Und was sagt Chrissi dazu?"

"Chrissi ist begeistert. Wir waren schon dreimal da, und es hat ihm ausgezeichnet gefallen."

Am anderen Morgen bringen wir ihn gemeinsam in den Kindergarten. Die Leiterin, eine liebenswürdige englische Lady im mittleren Alter, empfängt uns sehr freundlich und bittet uns in ihr Büro, während eine junge Thai mit Chrissi im Spielzimmer verschwindet.

Um 16 Uhr hole ich unseren Sohn ab. Er ist glücklich und aufgeregt:

"Papa, wir haben heute ein deutsches Lied gelernt," sprudelt es aus ihm heraus, und dann singt er: Hänschen klein, ging allein in die weite Welt hinein, Stock und Hut stehn ihm gut, er ist wohlgemut, wohlgemut,..-

Dann weiß er nicht weiter. Ich kenne das Lied noch aus meiner Kinderzeit, helfe ihm: "Aber Mutter weinet sehr..."

Da hat er den Anschluss wieder gefunden und beendet das Lied:
"...hat ja nun kein Hänschen mehr. Da besinnt sich das Kind, läuft nach Haus geschwind."

Ich lobe ihn dafür und bin erfreut, dass neben Thai und Englisch auch die deutsche Sprache hier gepflegt wird. Aber er hat ja noch viel mehr zu erzählen:

"Wir haben bunte Luftballons aufgeblasen, bis sie geplatzt sind, und dann haben wir Fische im Aquarium gefüttert. Wir haben ganz viel gesungen, und ich habe mit Thia getanzt. Mittags gab es Kakao, und nach dem Mittagsschlaf bekam jeder ein Eis am Stiel, und Sitma hat Pipi in seine Hose gemacht."

Ja, es gibt keinen Zweifel, in dieser Einrichtung fühlt er sich wohl und gut aufgehoben. Täglich berichtet er von neuen Erlebnissen und Erfahrungen.

Meine Herzallerliebste und ich haben wieder mehr Zeit für uns und lassen alte Kontakte zu Freunden und Bekannten wieder aufleben.

Gleichzeitig frage ich mich, welche Pläne sie schon wieder heimlich ausheckt. Denn auf eines kann man sich bei meiner Herzallerliebsten verlassen: Wenn sie sich nicht mit neuen Ideen
befasst, dann ist sie krank.

Und davon kann zurzeit glücklicherweise nicht die Rede sein.

Zum Autor: Ein Leben für Kunst und Literatur

Carl-Friedrich Krüger, bekannt als Ce-eff, wurde in der norddeutschen Kleinstadt Bad Oldesloe geboren. Wegen besserer Bildungschancen zog er bereits in jungen Jahren nach Hamburg, wo er seine Ausbildung durch zahlreiche Jobs finanzierte. Nach seinem Ersatzdienst begann er zu schreiben: Gedichte, Satiren, Kurzgeschichten, Romane und Drehbücher. Das ZDF engagierte ihn als Redakteur, und er gründete das Kabarett „Die Poli(t)zisten“, aus dem das bundesweit bekannte Mainzer Forum-Theater UNTERHAUS hervorging. Dort leitete er viele Jahre Programme und trat mit eigenen Stücken auf. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Heute lebt er als freier Autor in Deutschland und Thailand und ist Kolumnist der deutschsprachigen Zeitschrift DER FARANG.

Callolo und Nai: Geschichten einer Farang-Thai-Liebe

Mit viel Humor und Charme beschreibt Ce-eff Krüger die Höhen und Tiefen des Zusammenlebens von Thais und Farangs. Im Fokus stehen Nai und Callolo, deren Eheleben von Toleranz und Herausforderungen geprägt ist – und dennoch immer wieder ein Happy End findet.

Im ersten Buch erzählt der Autor durch eine „rosarote Brille“ von liebevollen Momenten und überraschenden Entwicklungen. Das zweite Buch beleuchtet ehrlich und humorvoll die Schwierigkeiten in einer reiferen Beziehung. Der dritte Teil „Alte Liebe rostet nicht“, exklusiv im Newsportal DER FARANG, zeigt, wie ein unerwartetes Ereignis das Leben von Carolus und Nai verändert. Alle zwei Wochen erscheint dort eine neue Kurzgeschichte.

In Thailand verfügbare Taschenbücher von Ce-eff Krüger:

Die Taschenbücher sind im Büchershop erhältlich und werden in Thailand versendet.

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