Anutin ist Thailands neuer Premierminister

Anutin Charnvirakul übernimmt das Amt des Premierministers – Thailands dritte Regierung in zwei Jahren. Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit
Anutin Charnvirakul übernimmt das Amt des Premierministers – Thailands dritte Regierung in zwei Jahren. Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Dritter Regierungswechsel in zwei Jahren: Thailands neuer Ministerpräsident Anutin ist bekannt für seine Cannabis-Politik - doch wie lange hält seine wackelige Minderheitsregierung durch?

Eine Woche nach der Absetzung von Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra durch das Verfassungsgericht hat Thailand einen neuen Regierungschef. Das Parlament wählte den Vorsitzenden der konservativ-populistischen Bhumjaithai-Partei, Anutin Charnvirakul, zum neuen Ministerpräsidenten. Es ist bereits der dritte Regierungswechsel in zwei Jahren - und es bleibt fraglich, ob die politischen Wirren im Königreich damit ein Ende finden.

Vorausgegangen waren tagelange Verhandlungen zwischen den wichtigsten Parteien. Letztlich konnte sich der 58-jährige Anutin durchsetzen, weil die People's Party (PPLE), die größte Oppositionspartei im Parlament, ihn unterstützte - unter der Bedingung, dass das Parlament binnen vier Monaten aufgelöst wird und Neuwahlen abgehalten werden. Die progressive PPLE will sich aber nicht an der Regierung beteiligen.

Die bisher regierende Partei Pheu Thai, die von der einflussreichen Shinawatra-Dynastie gelenkt wird, hatte bis zuletzt versucht, Anutins Wahl zu verhindern. Sie stellte auch einen eigenen Kandidaten auf. Am Ende erhielt Anutin aber eine deutliche Mehrheit.

Was hat die Krise ausgelöst?

Thailands bisherige Ministerpräsidentin Paetongtarn musste Ende vergangener Woche nach nur einem Jahr im Amt schon wieder abtreten. Das Verfassungsgericht entschied, dass die 39-Jährige in einem geleakten Telefongespräch gegen ethische Grundsätze verstoßen habe und ihr Amt aufgeben müsse.

In dem brisanten Telefonat ging es um den seit langem schwelenden Konflikt an der Grenze zwischen den Nachbarländern Thailand und Kambodscha. Mit Paetongtarn hat das Gericht insgesamt bereits fünf Regierungschefs innerhalb von 17 Jahren abgesetzt.

Wer ist der neue Mann an der Spitze?

Der neue Regierungschef ist ein erfolgreicher Bauunternehmer und ein prominenter Politiker. Er war bereits Vize-Premier, Innenminister und Gesundheitsminister. In letzterer Rolle hat er sich vor allem als Verfechter der Cannabis-Legalisierung einen Namen gemacht, die er bedeutend vorantrieb. Im Juni 2022 wurde Cannabis aus der Liste der verbotenen Betäubungsmittel gestrichen - und landesweit schossen Hanfshops wie Pilze aus dem Boden. Die letzte Regierung hatte versucht, die Regeln wieder zu verschärfen.

Anutin muss nun inmitten vieler politischer Wirren eine Minderheitsregierung führen. Politische Beobachter warnen, dass seine Regierung aufgrund einer fehlenden stabilen Mehrheit vor einer herausfordernden Legislatur stehen dürfte - zumal bereits Anfang 2026 neu gewählt werden dürfte.

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Rudolf Lippert 08.09.25 13:01
Herr Obermeier
Ach, das war derjenige, welcher. Das ging mir noch lange im Kopf herum wie man einen grossen Teil seiner Gäste und Expat Gemeinschaft derart bezeichnen kann. Ich verstand es sogar so, dass er das thailändische Wort für westliche Ausländer für die Weltgemeinschaft definierte. Ich fragte mich auch was eine "Entschuldigung" bedeutet wenn man in so einer hohen Position das gesagt hat. Bedeutet: es wurde nicht nur von seiner Kraft getragen. Naja, seine Ehrgeizigkeit kann für uns Expats so oder eben auch anders sein. Mal abwarten. Aber eben: Es kann ruckzuck gehen und jemand Anderes ist am Ruder.
Andre Becker 07.09.25 04:00
neue Regierung
Trotz allem wünsche ich der neuen Regierung unter Anutin viel Glück. Bei den Mehrheitsverhältnissen wird sie es brauchen. Möge sich für Thailand und seine Bewohner etwas zum Positiven verändern!
Ingo Kerp 06.09.25 13:33
3 neue Regierungen in 2 Jahren stehen nicht gerade für eine politische Stabilität. Dazu kommt, das Anfang des kommendn Jahres erneut gewählt wird und der Wahlausgang keinesfalls vorhersehbar ist, bei den in Thailand herrschenden Verhältnissen. Es sei auf die Move Forward Partei verwiesen, die eine Wahl gewinnt und danach exekutiert wurde.
Jörg Obermeier 06.09.25 13:31
Man muss ganz bestimmt kein Freund von Anutin sein. Er hat sich seinerzeit ja auch für seine Äußerungen entschuldigt. Davon mal abgesehen, zum Ersten ist er jetzt mal MP einer Minderheitsregierung, die für alles und jedes die Unterstützung der PP braucht. Binnen der vorgesehenen 4 Monate bis zu Neuwahlen soll auch gleich noch eine neue, oder zumindest überarbeitete Verfassung erarbeitet und auf den Weg gebracht werden. Haha! In VIER Monaten? Zum Zweiten, aus dem großen Füllhorn an Versprechungen, was er da alles machen wollen würde, falls er nach den Wahlen noch MP sein sollte, ist für uns Farangs insbesondere interessant, dass „Thailand bis 2027 80 Millionen Besucher anlocken und 6 Billionen Baht generieren, die Nebensaison mit über 300 jährlichen Veranstaltungen beenden und Thailand als „Wellness-Resort der Welt“ fördern soll“. Das ist so unrealistisch, wie gleichzeitig positiv für uns. Visaverschärfungen etc. pp wären dafür nämlich völlig kontraproduktiv. Um diesem Ziel auch nur ansatzweise nahezukommen braucht er jeden einzelnen Ausländer/Touristen denen er irgendwie habhaft werden kann. Da muss er wohl oder übel auch ungewaschene Farangs und/oder stinkende Bastard-Touristen in Kauf nehmen die im Zweifelsfall sogar noch Corona mitbringen
leschim alex 06.09.25 10:50
Appell an alle FARANG : .....
..... Seife und Shampoo kaufen, mehrmals taeglich duschen und Waesche wechseln .
Und nicht vergessen : Immer eine Mund-Nasen-Maske tragen.
Andre Becker 06.09.25 02:50
Na dann Prost!
Leider kann sich dieses Ergebnis niemand schön saufen....
Harry von Ow 05.09.25 21:40
Thailands neuer Premierminister.
Mal ne Frage, war das nicht der, der uns Farang als stinkend bezeichnete? Auf den Schock jetzt erstmal ein CHANG.
Dieter Kowalski 05.09.25 18:40
Wenn ich jetzt schreibe was ich von dem Herrn Anutin halte, wird mein Post zensuriert.
Auf den Schock erst einmal ein Singha.

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