BANGKOK: Die thailändische Regulierungsbehörde für Telekommunikation (NBTC) hat die Mobilfunkanbieter Advanced Info Service (AIS) und True Corporation angewiesen, konkrete Pläne zur Abschaltung ihrer 2G- und 3G-Netze vorzulegen. Ziel ist es, beide veralteten Mobilfunkstandards bis spätestens zum dritten Quartal 2026 landesweit zu beenden.
Laut Trairat Viriyasirikul, amtierender Generalsekretär der NBTC, soll die Maßnahme dazu beitragen, bestimmte Formen des Online-Betrugs einzudämmen. Kriminelle nutzen sogenannte gefälschte Mobilfunkstationen, um über die technischen Schwachstellen von 2G und 3G betrügerische SMS an Mobiltelefone zu senden. Bereits Anfang des Jahres hatte die NBTC beschlossen, den Import von 2G- und 3G-Geräten sowie entsprechender Übertragungstechnik zu untersagen.
Letzte Nutzer von 2G und 3G sollen wechseln
In Thailand nutzen derzeit weniger als drei Millionen SIM-Karten die beiden älteren Netze. Häufige Anwendungsbereiche sind die Kommunikation zwischen Maschinen, etwa in Ortungssystemen oder bei Geldautomaten.
Zwar hatten AIS und True bereits begonnen, ihre 2G- und 3G-Dienste schrittweise zurückzufahren, konkrete Übergangspläne für ihre Kunden wurden der Regulierungsbehörde jedoch noch nicht vorgelegt. Sobald diese Pläne vorliegen, will die NBTC auf dieser Grundlage ein eigenes Abschaltkonzept entwickeln und eine öffentliche Anhörung durchführen. Vorgesehen ist zunächst die Abschaltung von 2G, gefolgt von 3G.
Verbraucherschutz bei Abschaltung wichtig
Suebsak Suebphakdi, Generalsekretär des thailändischen Telekommunikationsverbands, bezeichnete den Schritt als normalen technologischen Fortschritt. Die frei werdenden Frequenzen könnten künftig effizienter genutzt werden. Länder wie die USA, Singapur und Australien hätten 2G und 3G bereits abgeschaltet.
Allerdings müsse bei der Umstellung der Schutz der Verbraucher im Vordergrund stehen, betonte Suebsak. Besonders Nutzende spezialisierter Geräte seien potenziell betroffen. Gleichzeitig könne die Abschaltung helfen, Online-Betrug über gefälschte Sendestationen zu reduzieren.
Illegale Sender bleiben ein Problem
Dennoch bleibe das Problem illegaler Sender auch nach der Netzabschaltung bestehen. „Eine nachhaltige Lösung ist nur durch konsequente Kontrollen und die strafrechtliche Verfolgung von Importeuren solcher Geräte möglich“, so Suebsak.