Zaun am Ta-Muen-Thom-Tempel geplant

Armee wartet auf Regierungsbefehl – Hun Sen warnt vor Eskalation

Der Ta-Muen-Thom-Tempel an der thailändisch-kambodschanischen Grenze bleibt ein Brennpunkt diplomatischer Spannungen. Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit
Der Ta-Muen-Thom-Tempel an der thailändisch-kambodschanischen Grenze bleibt ein Brennpunkt diplomatischer Spannungen. Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit

SURIN: Der Kommandeur der 2. Armee-Region, Lt Gen Boonsin Padklang, erklärte am Dienstag (15. Juli 2025), dass er bereit sei, den umstrittenen Tempel Ta Muen Thom in der Provinz Surin auf Anweisung der Regierung und des Fine Arts Department abzusperren. Der Tempel liegt unmittelbar an der thailändisch-kambodschanischen Grenze.

Boonsin betonte, die Lage entlang der Grenze sei derzeit stabil. Auf lokaler Ebene fänden Gespräche statt, während Entscheidungen auf politischer Ebene beider Länder noch ausstünden.

Nach Angriff: Täter wird strafrechtlich verfolgt

Im Zusammenhang mit einem kürzlichen Vorfall, bei dem ein thailändischer Tourist einen kambodschanischen Soldaten am Tempel angegriffen hatte, teilte Boonsin mit, dass sich die thailändischen Behörden bei der kambodschanischen Seite entschuldigt hätten. Diese Entschuldigung sei akzeptiert worden, zudem werde gegen den Angreifer rechtlich vorgegangen.

Appell an Touristen und Militärführung

Der General appellierte an Touristen, sich umsichtig zu verhalten, da ihr Handeln die bilateralen Beziehungen beeinflusse. Auch die Kommandeure beider Länder sollten ihre Untergebenen im Auge behalten, da der Tempel in letzter Zeit verstärkt Besucher anziehe.

Hun Sen warnt vor möglicher Eskalation

Unterdessen warnte der Präsident des kambodschanischen Senats, Hun Sen, am Montag (14. Juli 2025), dass das Errichten eines Zauns um den Tempel den Konflikt verschärfen könnte. „Ich drohe keinen Krieg an, aber wir bereiten uns auf einen möglichen Krieg vor“, zitierte ihn die „Khmer Times“ am Dienstag.

Grenzfragen bleiben Sache der Regierung

Boonsin betonte, dass die Armee den Anweisungen der Regierung folgen werde. Er wies darauf hin, dass Thailand eine Karte im Maßstab 1:50.000 als Referenz verwendet. Etwaige Änderungen der Grenzlinie seien technische Fragen und Aufgabe der Regierung, so der General. Zudem wies er darauf hin, dass kambodschanische Besucher religiöse Handlungen an Tempeln wie Ta Khwai in Surin ausüben könnten – jedoch nur in angemessenem Rahmen.

Untersuchungen nach Tumult am Tempel

Armee-Sprecher Maj Gen Winthai Suvaree ergänzte, ein weiterer Vorfall am Ta-Muen-Thom-Tempel, bei dem eine Kambodschanerin thailändische Soldaten beschuldigt hatte, auf kambodschanisches Territorium vorgedrungen zu sein, werde derzeit untersucht. Zwar sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, die Situation sei jedoch unter Kontrolle gebracht worden.

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Dieter Kowalski 17.07.25 13:37
@ Herr Hunn
Lieber Herr Hunn,

diese angebliche "Tempelruine" Prasat Ta Muan, hat König Jayavarman VII. (Königreich Angkor) als Raststätte für Reisende errichten lassen, und zwar entlang der Route von Pimai nach Phra Nakhon.
Damit gehört dieser Rastplatz, nach meiner Meinung zu Kambodscha. Unser Gastland hat keinen prinzipiellen Anspruch darauf.

Nun zu Ihrer Steintisch-Trinkhallen-Bier-Theorie betreffend meine Person: dort wird man vermutlich eher Sie antreffen können. Ich halte mich von so etwas, und DACH-Besserwissern generell fern.
Pivat Märkl 17.07.25 12:50
Richtig, Khun H. Hunn
Aufgrund des konservierten Schutts konnten viele alte Bausteine in den Neubau integriert werden.
Ein ganz kleines Steinchen davon habe ich jeden Tag vor Augen, wenn ich einen Blick auf meine Dresdner Uhr mit dem Abbild der Frauenkirche auf dem Ziffernblatt werfe.
Andre Becker 17.07.25 04:00
Streit um Tempel
Dieser alte Tempel hat ganz sicher sowohl religiöse, als auch eine sehr hohe kulturelle Bedeutung. Ich kann durchaus verstehen, dass beide Länder ihn für sich vereinnahmen wollen. Einen möglichen Krieg darum zu führen ist er jedoch nicht wert. Ein Krieg um einen Tempel steht eindeutig auch im Widerspruch zu dem, wozu er einst erbaut wurde. Ich kann nur hoffen, dass die Vernunft siegt und bald eine friedliche Lösung für dieses Problem gefunden wird. Und zwar bevor es zu weiterem (sinnlosen) Blut vergießen kommt. Das wird wohl aber nicht durch Beharren auf Maximalforderungen beider Seiten erreicht werden können. Die verantwortlichen Politiker beider Seiten sollten sich zusammen setzen und erst wieder raus kommen, wenn Einigkeit erzielt wurde. Möglicherweise könnte eine neutrale Zone mit gemeinsamen Polizei- und Grenzbeamten (keine Soldaten) eine Lösung sein. Damit meine ich eine partnerschaftliche Kooperation auf gegenseitigem Respekt voreinander und Respekt vor der Religion an sich gegründet. Ist vielleicht nicht realistisch, doch man darf die Hoffnung niemals aufgeben.
Hermann Hunn 17.07.25 04:00
Frauenkirche, Khun Pivat Märkl
Auf Grund Ihres Beitrags über den "Geschichten erzählenden Steinhaufen" habe ich im i-Net ausserordentlich spannende Details über die Dresdener Frauenkirche gefunden.

Für den Wiederaufbau der Frauenkirche nach dem Feuersturm des WW-II sind ja mehrere glückliche Umstände dafür verantwortlich, dass das schier Unmögliche Wirklichkeit wurde. So zB. vorhandene Baupläne, sorgsam konservierter Schutt, die notwendigen Spenden und die Bereitschaft, neue technische Erkenntnis zuzulassen und vieles andere mehr.

Dass "Kowalskis Steinhaufen" in der Zukunft auch ein "Phönix aus der Asche" erleben wird, ist mit den nicht vorhandenen Prämissen eher unwahrscheinlich. Vielleicht eine KI-generierte Laser-Show, ähnlich der Wiederauferstehung des ABBA-Quartettes?
Pivat Märkl 16.07.25 21:40
Hallo Hr. Kowalski,
Als ich noch vor dem Mauerfall Dresden besuchte, traf ich von einem der wohl schönsten Sakralbauten, der 200-jährigen Frauenkirche, nur noch einen Steinhaufen an.
Die Alliierten wollten kurz vor Ende des Krieges 1945 Nazi- Deutschland
endgültig demoralisieren und so ging damals im sogenannten Feuersturm deutsche Kultur in Flammen auf.
Ruine und Steinhaufen blieben als Mahnmal für fast 50 Jahre im Herzen der Stadt liegen.

Als ich 1993 von einem geplanten Wiederaufbau durch Spenden hörte, war ich sofort bereit, mein Scherflein dazu beizutragen.
Seit 2005 strahlt die Frauenkirche zu meiner Freude wieder in neuem alten Glanz.
Und bei jedem Besuch bin ich stolz, meinen Namen als kleiner Spender im Untergeschoss zu lesen.
So wurde mein Traum an eines der schönsten Bauwerke dieser Welt wieder Realität.

Evtl. könnte "ihr" Steinhaufen auch mal den Touristen eine solche Geschichte erzåhlen.

Hermann Hunn 16.07.25 20:00
(Nationale) Heiligtümer, Khun Dieter Kowalski,
sollten nicht abwertendend abqualifiziert werden. Die Besucher der Tempelanlage haben Glaubensbeziehung zu den religiösen Kultstätten oder haben sich vorgängig informiert.

Eine uninteressierte Minderheit sitzt an verwitterten, aus Steinhaufen gefertigten Betontischen in rotbeleuchteten Trinkhallen. Deren Interesse gilt im besten Fall der Vielfältigkeit thailändischer Biersorten. Bevorzugt wird ein zuvor aufgemachtes Fassbier. Mit steigendem Alk-Pegel wird alsbald versucht das (Un)-Wissen über angeblich besser erhaltene historische Anlagen oder gar UNESCO-Welterbe zu verkünden.

Fritz Frei 16.07.25 17:24
Wenn eine Armee in den letzten 50+ Jahren vor allem gegen das eigene Volk eingesetzt wurde, muss man ja von Zeit zu Zeit so tun, als erinnere man sich an seine eigentliche Aufgabe, nämlich das eigene Volk zu schützen, oder liege ich da völlig falsch? Der Unterschied: In Thailand werden bei den unzähligen Militärputschen kaum Menschen getötet. In Cambodia wurden hunderttausende oder gar Millionen abgeschlachtet. Natürlich habe ich als Gast in diesem Land seine Kultur zu respektieren. Dass vielerorts Macht das Recht ersetzt hat, ist ja nichts Neues sondern eher die Regel. Warum fühle ich mich hier denn so wohl? Weil ich die Menschen in meinem Dorf und diejenigen mit denen ich es sonst zu tun habe, liebe! Da herrscht Anstand, Rücksichtnahme, gegenseitige Unterstützung und Freundlichkeit, jeden Tag.
Dieter Kowalski 16.07.25 09:50
Wegen so einem alten Steinehaufen so ein Fass aufzumachen, ist eigentlich kaum zu verstehen.
Im Kamphaeng Phet Historical Park, gibt es z.B. unzählige, besser erhaltene Tempelreste zu bestaunen, die noch dazu zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

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