NAKHON SI THAMMARAT: Der Tempel Wat Phra Mahathat Woramahawihan in der Provinz Nakhon Si Thammarat ist am Samstag (25. Juli 2026) in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden. Die Entscheidung fiel während der Sitzung des Welterbekomitees im südkoreanischen Busan. Damit verfügt Thailand nun über neun Welterbestätten. Zugleich handelt es sich um die erste Welterbestätte im Süden des Landes.
Kulturministerin Sabeeda Thaised begrüßte die Entscheidung und bezeichnete die Auszeichnung als Anerkennung des Tempels nicht nur als nationales Kulturgut Thailands, sondern als kulturelles Erbe von universeller Bedeutung. Die Aufnahme würdige die über Generationen bewahrte lokale Identität, das traditionelle Wissen und die kulturellen Überlieferungen der Region. Zugleich sei die Anerkennung mit der gemeinsamen Verantwortung verbunden, das Kulturerbe auch für kommende Generationen zu bewahren. Die Ministerin rief die Bevölkerung dazu auf, den Tempel zu besuchen und seinen kulturellen Wert selbst zu erleben.
Anlässlich der Aufnahme eröffnete das Fine Arts Department erstmals eine Dauerausstellung über den Phra Mahathat von Nakhon Si Thammarat im Nationalmuseum der Provinz.
Außergewöhnlicher universeller Wert
Das Welterbekomitee stufte den Tempel aufgrund seines „außergewöhnlichen universellen Wertes“ als Weltkulturerbe ein. Nach Angaben der UNESCO dokumentiert die Anlage den historischen Austausch brahmanischer, hinduistischer sowie mahayana- und theravada-buddhistischer Traditionen in Süd- und Südostasien. Der Tempel habe die religiöse Architektur, die Kunst und kulturelle Traditionen der Region nachhaltig beeinflusst.
Besonders hervorgehoben wurde der kulturelle Austausch mit der Pala-Tradition des indischen Nalanda, Zentraljava, Sri Lanka sowie der Mon-Kultur im Süden Myanmars. Diese Einflüsse hätten sich später auf religiöse Bauwerke in Thailand, Malaysia und weiteren Teilen Südostasiens übertragen.
Darüber hinaus würdigte die UNESCO den Tempel als lebendiges Zeugnis verschiedener Glaubenstraditionen und als spirituelles Zentrum von Nakhon Si Thammarat. Seine bis heute bestehende religiöse Bedeutung sowie die enge Verbindung zu Kunst, Literatur, regionalen Legenden und der traditionellen Nora-Tanzkunst seien wesentliche Bestandteile seines außergewöhnlichen Wertes. Nach Einschätzung der UNESCO veranschaulicht die Anlage zudem die über Jahrhunderte gewachsene Beziehung zwischen heiligen Stätten und den umliegenden Gemeinschaften und diente zahlreichen religiösen Zentren innerhalb und außerhalb Thailands als Vorbild.
Feierlichkeiten in Thailand
Zeitgleich zur Entscheidung des Welterbekomitees fanden im Wat Phra Mahathat Woramahawihan Feierlichkeiten zur Anerkennung als Weltkulturerbe statt. Den Vorsitz führte Kraisorn Wisitwong, Berater von Vizepremierminister Phiphat Ratchakitprakarn. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem der Abt des Tempels, Phra Dhammavajirakorn, der Generaldirektor des Fine Arts Department, Phnombootra Chandrajoti, Vertreter staatlicher Behörden, Schüler sowie zahlreiche Einwohner.
Die thailändische Delegation bei der Sitzung des Welterbekomitees in Busan wurde von Kulturministerin Sabeeda Thaised und Umweltminister Suchart Chomklin geleitet. Ihr gehörten außerdem Vertreter des Fine Arts Department, des Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning, des Außenministeriums, des Bildungsministeriums sowie der Provinz Nakhon Si Thammarat an.