Ein bislang unbekannter Täter hat in den frühen Morgenstunden vor einem Vergnügungsbetrieb in Pattaya gezielt große Feuerwerksbatterien gezündet. Da die Feuerwerkskörper auf das Gebäude ausgerichtet waren und der Tatort direkt gegenüber einer Tankstelle liegt, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts einer gezielten Einschüchterungsaktion.
Der Vorfall ereignete sich am Freitag (3. Juli 2026) gegen 04.19 Uhr auf dem Parkplatz eines Vergnügungsbetriebs an der South Pattaya Road. Die Explosionen und der Funkenregen sorgten für große Aufregung unter Anwohnern und Passanten. Besonders kritisch war die Lage des Tatorts, da sich unmittelbar gegenüber eine Tankstelle befindet und bei einer Fehlzündung oder einem abgelenkten Feuerwerkskörper ein schweres Unglück hätte entstehen können.
Renovierter Club als Angriffsziel
Polizei und Ermittler rückten umgehend aus. Vor Ort stellten sie fest, dass der betroffene Vergnügungsbetrieb derzeit geschlossen ist und für eine Neueröffnung renoviert wird. Auf dem Parkplatz fanden die Beamten zwei große Feuerwerksbatterien. Diese waren gezielt so ausgerichtet worden, dass sie auf die Fassade des Gebäudes schossen.

Die Auswertung der Überwachungskameras ergab, dass lediglich ein einzelner Tatverdächtiger an der Aktion beteiligt war. Der Mann hatte sein Gesicht vollständig verdeckt und trug eine große Feuerwerksbatterie vor den Eingang des Lokals. Anschließend stülpte er mithilfe eines Stocks einen Beutel über eine Überwachungskamera, um Aufnahmen zu verhindern. Danach zündete er das Feuerwerk und flüchtete unmittelbar vom Tatort.
Freundin schildert Verdachtsmomente

Die 26-jährige Siriapha, eine Freundin des Besitzers des Vergnügungsbetriebs, erklärte, dass der Täter offensichtlich gut vorbereitet gewesen sei. Er habe nicht nur sein Gesicht verborgen und die Überwachungskamera unbrauchbar gemacht, sondern die Feuerwerksbatterien bewusst direkt auf das Gebäude ausgerichtet. Sie räumte ein, dass der Inhaber des Lokals in der Vergangenheit Streitigkeiten mit Personen aus derselben Branche gehabt habe. Obwohl diese Konflikte bereits längere Zeit zurücklägen, werde nun geprüft, ob ein Zusammenhang mit dem aktuellen Vorfall bestehe. Sämtliche Videoaufnahmen seien der Polizei als Beweismittel übergeben worden.
Bolt-Fahrer schildert Beobachtungen

Der 28-jährige Bolt-Fahrer Chattrin Sa-ngiam, der sein Elektrofahrzeug in der Nähe des Tatorts auflud, berichtete, er habe vor der Explosion eine schwarze, rechteckige Kiste an der Stelle bemerkt. Als er später zurückkehrte, habe sich deren Position verändert. Er vermutet daher, dass der Täter die Feuerwerkskörper bereits zuvor am Tatort abgelegt und später nur noch in Position gebracht habe. Während der Explosion habe er sich jedoch Wasser kaufen wollen, weshalb seine Dashcam den Vorfall nicht aufzeichnen konnte.
Spurensicherung und Videoauswertung

Die Ermittler der Polizeiwache Pattaya-City sicherten Spuren und werten weitere Überwachungskameras am und rund um den Tatort sowie entlang möglicher Fluchtrouten aus. Ziel ist es, den Täter zu identifizieren und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.
Polizei vermutet Einschüchterung

Nach Einschätzung der Ermittler spricht das Verhalten des Täters gegen einen bloßen Streich. Die sorgfältige Vorbereitung – darunter die Verhüllung des Gesichts, das Abdecken der Überwachungskamera und das gezielte Ausrichten der Feuerwerkskörper auf den Vergnügungsbetrieb – deutet vielmehr auf einen geplanten Einschüchterungsversuch hin. Möglich sei, dass der Täter dem Betreiber eine Drohbotschaft übermitteln oder gezielt Angst erzeugen wollte.
Fehlzündung hätte fatal enden können

Nach Angaben der Polizei ist es großes Glück, dass der Vorfall trotz der erheblichen Beunruhigung von Anwohnern und Touristen keine schwerwiegenderen Folgen hatte.