Koffermord: Neue Details aus Australien

Australische Medien beleuchten die Vergangenheit des Verdächtigen

Der australische Tatverdächtige während einer Vernehmung bei der thailändischen Polizei. Foto: epa/Amporn Sangkaew
Der australische Tatverdächtige während einer Vernehmung bei der thailändischen Polizei. Foto: epa/Amporn Sangkaew

PATTAYA: Während die thailändischen Ermittlungen zum gewaltsamen Tod der 17-jährigen ‚Nong Cake“ weiterlaufen, richten mehrere australische Medien ihren Fokus inzwischen auf den 46-jährigen Tatverdächtigen aus Australien. Zeitungen und Fernsehsender wie The West Australian, ABC Australia, news.com.au, The Guardian Australia, Nine und 7NEWS veröffentlichten umfangreiche Recherchen über seine Vergangenheit und zeichnen ein deutlich umfassenderes Bild seines Lebens vor dem Umzug nach Thailand.

Nach übereinstimmenden Berichten wurde der Mann im Bundesstaat Victoria geboren und lebte später unter anderem in Jerramungup, Albany und im Großraum Perth. Er arbeitete als Lastwagenfahrer, Mechaniker und Handwerker. Nach mehreren Rücken- und Nackenverletzungen habe er Invaliditäts- und Entschädigungsleistungen bezogen. Vor rund acht Monaten sei er nach Thailand gezogen, um dort günstiger zu leben und sich medizinisch behandeln zu lassen. Er wohnte zuletzt in einem gemieteten Condominium in Jomtien und soll gelegentlich kleinere Handwerksarbeiten übernommen haben. Ob dafür eine gültige Arbeitserlaubnis vorlag, ist bislang nicht bekannt.

Nachbarn von Vorwürfen überrascht

Australische Medien befragten zudem ehemalige Nachbarn und Bekannte. Diese beschrieben den 46-Jährigen überwiegend als zurückhaltend und sozial wenig kontaktfreudig. Mehrere Gesprächspartner berichteten von gesundheitlichen Problemen und Stimmungsschwankungen. Zugleich betonten einige, dass sie ihn trotz seiner verschlossenen Art nie als gewalttätig erlebt hätten und von den Vorwürfen überrascht seien.

Ermittler untersuchen das Gelände nahe dem Fundort der Leiche. Foto: epa/Amporn Sangkaew
Ermittler untersuchen das Gelände nahe dem Fundort der Leiche. Foto: epa/Amporn Sangkaew

Breiten Raum nimmt in der australischen Berichterstattung außerdem der frühere Waffenbesitz des Mannes ein. Nach Angaben mehrerer Medien waren seine Schusswaffen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Aufbewahrungsvorschriften beschlagnahmt worden. Seine Waffenlizenz sei später entzogen worden, nachdem ein Einspruch gegen diese Entscheidung erfolglos geblieben sei.

Medien prüfen Threads-Aktivitäten

Auch seine Aktivitäten auf der Online-Plattform Threads wurden von australischen Journalisten näher untersucht. Nach Recherchen von The West Australian und news.com.au soll der Australier über Monate hinweg Frauen in verschiedenen Ländern mit nahezu identischen Nachrichten kontaktiert und wiederholt versucht haben, die Kommunikation auf andere Plattformen zu verlagern. Die Medien werten dies als Teil seines öffentlichen Online-Verhaltens. Einen Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt haben die thailändischen Ermittlungsbehörden bislang jedoch nicht hergestellt.

Kriminaltechniker untersuchen den Koffer, in dem die Leiche der 17-Jährigen entdeckt wurde. Foto: epa/Amporn Sangkaew
Kriminaltechniker untersuchen den Koffer, in dem die Leiche der 17-Jährigen entdeckt wurde. Foto: epa/Amporn Sangkaew

Der 46-Jährige steht im Verdacht, eine 17-jährige Thailänderin nach einem Streit über die Bezahlung sexueller Dienstleistungen getötet und ihren Leichnam anschließend in einem Koffer abgelegt zu haben. Er wurde am 27. Juni 2026 am internationalen Flughafen Suvarnabhumi festgenommen, kurz bevor er nach Perth ausreisen wollte.

Ermittler sehen Widersprüche

Der Australier bestreitet den Mordvorwurf und beruft sich auf Notwehr. Nach Angaben der thailändischen Polizei widersprechen mehrere seiner Aussagen jedoch den bisherigen Ermittlungsergebnissen und den ausgewerteten Videoaufnahmen.

Der australische Tatverdächtige wird in Handschellen zu weiteren polizeilichen Maßnahmen gebracht. Foto: epa/Amporn Sangkaew
Der australische Tatverdächtige wird in Handschellen zu weiteren polizeilichen Maßnahmen gebracht. Foto: epa/Amporn Sangkaew

Gegen ihn wird wegen Mordes, Verbergens und Beseitigens einer Leiche sowie wegen der Mitnahme einer Minderjährigen zwischen 15 und 18 Jahren zu sexuellen Zwecken ermittelt. Die Familie der Getöteten weist seine Notwehrdarstellung entschieden zurück und fordert die Höchststrafe.

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