PATTAYA: Ein 33-jähriger Brite ist in einem Wohnhaus in Pattaya mit mehreren Messerstichen getötet worden. Im Haus fanden Ermittler Blutspuren an zahlreichen Stellen, ein offenbar gereinigtes Messer sowie deutlichen Cannabisgeruch. Unter Tatverdacht steht seine 20-jährige britische Freundin, die angibt, sich an die Ereignisse nicht erinnern zu können. Die Polizei hält ihre Aussagen jedoch für widersprüchlich und bereitet eine Anklage vor.
Am 2. Juli 2026 gegen 10.30 Uhr erhielt die Polizei von Nong Prue die Meldung über einen Todesfall in einem Einfamilienhaus an der Pornprapanimit Road im Bezirk Bang Lamung, Provinz Chonburi. Neben Ermittlern rückten auch die Touristenpolizei, die Einwanderungsbehörde, die Spurensicherung, ein Gerichtsmediziner sowie Rettungskräfte zum Tatort aus.
Leiche in Dusche entdeckt
Im Badezimmer fanden die Beamten den 33-jährigen Briten tot in der Dusche liegend. Unter seinem Hals befand sich ein Kissen, der Körper war mit einem Handtuch bedeckt.

Nach ersten Erkenntnissen wies der Mann insgesamt sechs Stichverletzungen auf: zwei im Rücken- und Rippenbereich, drei an der Vorderseite des Oberkörpers sowie eine an der linken Hand. Im Waschbecken entdeckten die Ermittler ein Jagdmesser, das offensichtlich gereinigt worden war. Die Polizei vermutet, dass dadurch Spuren und Fingerabdrücke beseitigt werden sollten. Das Messer wurde als Beweismittel sichergestellt.
Freundin gerät unter Tatverdacht
Im Haus trafen die Beamten außerdem auf die 20-jährige britische Freundin des Opfers. Sie wirkte benommen, sprach verwirrt und machte widersprüchliche Angaben. Zeitweise weinte sie, zeitweise schien sie orientierungslos. Die Polizei nahm sie zur weiteren Befragung in Gewahrsam.

Bei der Spurensicherung entdeckten die Ermittler zahlreiche Hinweise auf einen heftigen Kampf. Gegenstände lagen verstreut, an mehreren Stellen befanden sich Blutspuren. Außerdem fanden die Beamten mehrere Cannabis-Utensilien. Im gesamten Haus lag starker Cannabisgeruch in der Luft.
Tatnacht bleibt ein Rätsel
Nach ersten Erkenntnissen war das Paar seit rund zwei Jahren zusammen und plante, sich dauerhaft in Thailand eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Die junge Frau erklärte, dass beide am Abend vor der Tat zunächst ein Geschäft besucht hätten, um Ringe anzusehen. Anschließend seien sie nach Hause zurückgekehrt und hätten gemeinsam Cannabis konsumiert. An die Ereignisse in der Nacht könne sie sich jedoch nicht mehr erinnern. Sie gab außerdem an, dass beide regelmäßig gemeinsam Cannabis konsumiert hätten.

Videoaufnahmen vom Polizeieinsatz zeigen zahlreiche Blutspuren im Haus, bevor die Beamten das Badezimmer betreten, in dem der Tote lag.
Zu Beginn des Videos fragt ein Beamter die Britin auf Englisch: „You kill him?“ („Haben Sie ihn getötet?“). Sie antwortet: „Why kill him?“ („Warum sollte ich ihn töten?“). Auf die erneute Nachfrage sagt sie lediglich: „No.“ Später behauptet die junge Frau, dass ihr Freund unter starkem Stress gestanden und zuvor etwa acht Tabletten eingenommen habe. Danach hätten beide im Haus mit Messern gespielt. Dabei habe sich der Mann versehentlich im Gesicht und an der Hand verletzt. Sie habe die Wunden anschließend mit Pflastern versorgt.
Britin spricht von Suizidabsichten
Außerdem erklärte sie, ihr Freund habe gesagt: „Ich hoffe, ich wache morgen früh nicht mehr auf.“ Anschließend habe er geäußert: „Wenn ich mir selbst in den Hals steche, ist alles vorbei.“ Danach habe er sich selbst mit dem Messer verletzt, während sie versucht habe, ihn davon abzuhalten und ihm zu helfen.

Die Polizei schenkt den Aussagen der Frau jedoch keinen Glauben. Nach Angaben der Ermittler sprechen zahlreiche Indizien gegen ihre Darstellung. Dazu gehören die an mehreren Stellen verteilten Blutspuren, die Art der Stichverletzungen, die nicht mit ihrer Schilderung übereinstimmen, sowie Aufnahmen einer Überwachungskamera. Diese zeigen den Briten, wie er aus dem Haus flüchtet und dabei vor Schmerzen schreit. Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sich zum Tatzeitpunkt ausschließlich das Opfer und seine Freundin im Haus.
Indizien sprechen gegen Britin
Auf Grundlage der bisherigen Beweislage geht die Polizei davon aus, dass die junge Frau an der Tat beteiligt war, auch wenn sie jede Schuld bestreitet und angibt, sich an nichts erinnern zu können.

Besonders bewegend war eine Szene beim Abtransport des Leichnams. Der Hund des Paares, den beide seit seiner Welpenzeit aufgezogen hatten und der in einem Käfig vor dem Haus untergebracht war, beobachtete den Abtransport seines Besitzers regungslos. Die Britin bat die Beamten anschließend um Erlaubnis, den Hund noch ein letztes Mal zu umarmen und sich von ihm zu verabschieden, bevor sie abgeführt wurde.
Trauriger Abschied vor dem Haus
Der Leichnam wurde zur gerichtsmedizinischen Untersuchung überführt, um die genaue Todesursache festzustellen. Anschließend soll entsprechend der gesammelten Beweise Anklage erhoben werden.