PATTAYA: Nachdem in den sozialen Medien Bilder eines kambodschanischen Mannes mit Behinderung verbreitet worden waren, der mit seinem kleinen Kind auf dem Arm in der Barstraße Soi 6 in Pattaya um Geld bettelte, entbrannte eine heftige öffentliche Debatte. Viele Nutzer kritisierten den Einsatz des Kindes und stellten die Frage, weshalb ausländische Bettler ungehindert in einer internationalen Touristenstadt ihrem Gewerbe nachgehen könnten.
Als Reaktion darauf führten das Amt für soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit der Provinz Chonburi, das Kinder- und Familienzentrum der Provinz, die Polizei von Pattaya sowie die Einwanderungsbehörde von Chonburi am Mittwochabend (1. Juli 2026) eine gemeinsame Kontrollaktion durch.
Fluchtversuch endet mit Festnahme
Bei der Kontrolle im Bereich der Soi 6 an der Pattaya Beach Road entdeckten die Beamten den gesuchten Mann im Rollstuhl. Er versuchte offenbar, sich der Kontrolle zu entziehen, konnte jedoch festgenommen werden. Es handelt sich um den 35-jährigen kambodschanischen Staatsangehörigen Tok. Das Kind, das zuvor bei ihm gesehen worden war, befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei ihm.

Bei der Befragung erklärte Tok, dass er sein Kind nur deshalb zum Betteln mitgenommen habe, weil seine Ehefrau an manchen Tagen verhindert gewesen sei und niemand auf das Kind habe aufpassen können. Er räumte außerdem ein, dass er das Kind nicht mehr mitnehme, seit Fotos von ihm in sozialen Medien veröffentlicht und heftig kritisiert worden seien.
Betteln als einzige Einnahmequelle
Der Mann gab weiter an, seit mehr als zehn Jahren in Thailand zu leben. Mit Betteln verdiene er durchschnittlich 200 bis 300 Baht pro Tag. Er bleibe in Thailand, weil sich dort deutlich besser Geld verdienen lasse als in Kambodscha, wo er nach eigenen Angaben keine Arbeit finden würde.

Zudem gestand er, bereits mehrfach von den Behörden festgenommen und nach Kambodscha abgeschoben worden zu sein. Dennoch sei er jedes Mal über natürliche Grenzübertritte in der Provinz Sakaeo erneut illegal nach Thailand eingereist. Für den Transport nach Pattaya habe er thailändischen Schleusern jeweils rund 5.000 bis 6.000 Baht bezahlt, die ihn mit einem Kleinbus weiterbefördert hätten.
Weitere Bettler mit Kindern entdeckt
Während des Einsatzes trafen die Beamten außerdem auf zwei weitere kambodschanische Bettlerinnen. Die 42-jährige Moi bettelte mit ihrem erst zwei Monate alten Baby auf dem Arm, während ihr siebenjähriges Kind daneben saß. Eine weitere Frau, die 50-jährige Po, zeigte ein ähnliches Verhalten. Nach Angaben der Behörden verdeutlichen diese Fälle das Problem, dass Kinder gezielt beim Betteln in Touristengebieten eingesetzt werden.

Alle drei Erwachsenen wurden zunächst zur Polizeiwache Pattaya-City gebracht, wo ihre Personalien aufgenommen wurden. Anschließend übernahm die Einwanderungsbehörde Chonburi die weiteren Maßnahmen, darunter die Überprüfung ihres Aufenthaltsstatus sowie die Vorbereitung ihrer Abschiebung.
Kinder kommen in behördliche Obhut
Die beiden Kinder wurden unterdessen dem Kinder- und Familienzentrum der Provinz Chonburi übergeben, das sie entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen betreut und ihren Schutz sicherstellt.

Die Behörden kündigten an, künftig verstärkt gegen ausländische Bettler sowie gegen Schleusernetzwerke vorzugehen, die Menschen illegal nach Thailand bringen. Besonderes Augenmerk gelte dem Missbrauch von Kindern zum Betteln. Dies schade nicht nur der Gesellschaft, sondern beeinträchtige auch das Image, das Vertrauen der Besucher und die touristische Atmosphäre Pattayas als eines der wichtigsten Reiseziele Thailands.