BANGKOK: Die schweren Überschwemmungen, die weite Teile Nord- und Nordostthailands heimsuchen, belasten die Wirtschaft des Landes schwer. Die thailändische Handelskammer schätzt die Schäden auf über 242 Milliarden Baht.
Angesichts des sich verschärfenden Klimawandels warnen Experten davor, dass die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen noch schwerwiegender sein könnten.
Die Überschwemmungen, die durch die Wetterphänomene El Niño und La Niña noch verstärkt wurden, haben die Landwirtschaft, die Fischerei, die Viehzucht und die Wirtschaft in den betroffenen Regionen zum Erliegen gebracht. Die Handelskammer hat Chiang Rai, Phayao, Sukhothai, Nong Khai und Nakhon Phanom als die am stärksten von den Überschwemmungen betroffenen Provinzen identifiziert.
Kostenaufschlüsselung nach Provinz:
- Chiang Rai – 6,412 Milliarden Baht
- Phayao – 2,689 Milliarden Baht
- Sukhothai – 2,265 Milliarden Baht
- Nong Khai – 2,030 Milliarden Baht
- Nakhon Phanom – 1,576 Milliarden Baht
Sanan Angubolkul, Vorsitzender der Handelskammer, äußerte sich zutiefst besorgt über das Potenzial für weitere Schäden, insbesondere angesichts der anhaltenden Gefahr zusätzlicher Überschwemmungen in vielen Gebieten. Er forderte die Regierung auf, einen umfassenden Plan zur Minderung der Auswirkungen künftiger Wasserfluten zu entwickeln, insbesondere in der Zentralregion und in Bangkok.
„Überschwemmungen sind eine wiederkehrende Naturkatastrophe in Thailand, aber die Häufigkeit und Schwere dieser Ereignisse haben aufgrund des Klimawandels zugenommen“, sagte Sanan. „Der Agrarsektor, ein entscheidender Motor unserer Wirtschaft, ist besonders anfällig für diese Störungen.“
Ath Pisavanich, ein internationaler Wirtschaftsexperte, betonte die vom Menschen verursachte Natur des Klimawandels und seine verheerenden Folgen. Er wies darauf hin, dass weltweit, von Europa bis Afrika, schwere Überschwemmungen als direkte Folge der globalen Erwärmung auftreten.
„Wir sehen eine deutliche Beschleunigung des Klimawandels, und die Auswirkungen werden immer schwerwiegender“, sagte Ath. „Das Ziel des Pariser Abkommens, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wird immer schwieriger zu erreichen.“
Thailands Verpflichtung, bis 2065 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen, ist ein entscheidender Schritt zur Bewältigung der Klimakrise. Das Land steht jedoch unter wachsendem Druck, seine Bemühungen zu beschleunigen, um mit anderen Nationen wie Vietnam Schritt zu halten, das sich bis 2030 ein ehrgeizigeres Ziel gesetzt hat.
Wisit Limluecha, stellvertretender Vorsitzender der Handelskammer, warnte, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Überschwemmungen weiter zunehmen könnten, wenn sich die Situation nicht verbessert. Er schätzte den potenziellen Schaden auf bis zu 50 Milliarden Baht und betonte die dringende Notwendigkeit wirksamer Maßnahmen zur Eindämmung der Überschwemmungen.
Krungsri Research hat mehrere Regionen mit hohem Überschwemmungsrisiko identifiziert, darunter der Norden, die Zentralebene und der untere Norden. Das Forschungsunternehmen schätzt, dass die Überschwemmungen Sachschäden in Höhe von 3,1 Milliarden Baht und landwirtschaftliche Verluste in Höhe von 43,4 Milliarden Baht verursachen könnten.