BANGKOK: Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin kündigte am Mittwoch (21. Mai 2025) in Bangkok an, dass künftig alle Cannabiskonsumenten in Thailand – Thais wie Ausländer – ein ärztliches Attest vorlegen müssen, um die Nutzung der Pflanze auf medizinische Zwecke zu beschränken. Damit will die Regierung dem seit der Entkriminalisierung vor fast drei Jahren entstandenen Regulierungschaos begegnen.
Somsak erklärte, dass die neuen Vorschriften innerhalb von 40 Tagen vom Gesundheitsministerium erlassen werden sollen. Die Bescheinigung muss demnach von einem approbierten Arzt oder einem registrierten Praktiker der traditionellen thailändischen Medizin ausgestellt werden.
„Es könnte Nutzungsbeschränkungen geben, etwa eine zulässige Dosis für die Verwendung über einen Monat. Wenn die Anwendungsdauer einen Monat überschreitet, gilt dies nicht mehr als medizinische Nutzung und es wird strafrechtlich verfolgt. Was die Strafe betrifft, werde ich über die Möglichkeit einer Freiheitsstrafe sprechen“, so Dr. Somlerk Jeungsmarn, Generaldirektor der Abteilung für traditionelle und alternative Medizin, gegenüber der „Bangkok Post“.
Die geplante Regelung wird parallel zu einem Gesetzesentwurf vorbereitet, der sich derzeit noch nicht im Parlament befindet. Ziel des Gesetzes ist es, den Cannabiskonsum auf therapeutische und wissenschaftliche Zwecke zu beschränken und die Produktion sowie den Vertrieb strikter zu kontrollieren.
Die Entkriminalisierung war ursprünglich eine Kernforderung der Bhumjaithai-Partei, die sich von einer liberalen Cannabispolitik wirtschaftliche Impulse versprach. Während der Amtszeit von Ex-Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul wurde Cannabis aus der Liste der Betäubungsmittel gestrichen – konkrete Regelungen zur Nutzung blieben jedoch aus, was zu einem sprunghaften Anstieg des Freizeitkonsums und der Zahl von Verkaufsstellen im ganzen Land führte.
Ein Gesetzesvorschlag der Vorgängerregierung konnte vor deren Amtszeitende nicht mehr verabschiedet werden. Die aktuelle Regierung unter Premierministerin Paetongtarn Shinawatra veröffentlichte im September einen neuen Entwurf, der keine explizite Strafandrohung für Freizeitkonsum mehr enthält – ein Kompromiss, der offenbar auf Druck der Bhumjaithai-Partei zustande kam.
Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem vor, dass Anbau, Vertrieb und Export von Cannabis künftig genehmigungspflichtig sind. Wer ohne entsprechende Lizenz handelt, muss mit hohen Geldstrafen oder Gefängnisstrafen rechnen.