BANGKOK: Der Absturz Thailands im jüngsten Reise- und Tourismusentwicklungsindex des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat bei lokalen Tourismusunternehmern für Enttäuschung gesorgt. Der südostasiatische Urlaubshotspot fiel von Platz 36 auf 47 zurück, während die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bereits 2021 zu einem Rückgang von Platz 35 auf 36 geführt hatten.
Im Vergleich zu regionalen Nachbarn wie Singapur, Indonesien und Malaysia, die auf den Plätzen 13, 22 bzw. 35 rangieren, steht Thailand nun signifikant schlechter da. Gegenüber dem weltweiten Durchschnitt liegt das Königreich, das als „Land mit oberem mittlerem Einkommen“ klassifiziert wird, 3,9 Prozent zurück.
Ein kritischer Punkt scheint die touristische Infrastruktur zu sein, bei der Thailand mit einer Bewertung von 2,18 von 7 möglichen Punkten das Schlusslicht bildet. Der Gesamtindex für Infrastruktur und Dienstleistungen erreicht ebenfalls nur eine durchschnittliche Punktzahl von 3,61.
Sisdivachr Cheewarattanaporn, Präsident des Verbandes der thailändischen Reisebüros (Atta), betonte, dass die bisherigen Bemühungen der Regierung, den Tourismussektor nach der Pandemie wiederzubeleben, unzureichend waren. „Seit der vorherigen Regierung warten wir darauf, dass der Masterplan für die Tourismusindustrie Gestalt annimmt. Die aktuelle Regierung hat zwar Initiativen wie die Visafreiheit eingeführt, aber bei der Planung und Verbesserung der Infrastruktur sehen wir keinen Fortschritt“, erklärte Sisdivachr.
Am 30. Mai 2024 wird Atta dem Tourismusminister Sermsak Pongpanich ein Weißbuch übergeben, das die Hindernisse und Bedrohungen für die Entwicklung der Tourismusindustrie aufzeigt und die Notwendigkeit eines konkreten langfristigen Plans hervorhebt.
Sisdivachr kritisierte auch, dass die Regierung zu viel Zeit mit Kabinettsbesuchen in verschiedenen Provinzen verbringe, anstatt sich auf die Verbesserung des touristischen Angebots zu konzentrieren. „Nicht jede besuchte Provinz hat das Potenzial, ihre Tourismuseinnahmen zu steigern“, sagte er und forderte gezieltere Unterstützung und bessere Planung von Anfang an.
Die häufigen Wechsel im Amt des Tourismusministers in den letzten Monaten haben zudem zu einem Mangel an Kontinuität geführt, was die Branche weiter lähmt. „Wenn die derzeitige Regierung den Entwicklungsplan für den Tourismus nicht vorantreiben kann, könnte unser Ranking im WEF-Index weiter sinken“, warnte Cheewarattanaporn.
Die Absichten, die dahinter stehen, sind hier wohl eh nur kommerziell.