SURIN: Thailändische Truppen haben am Montag (15. Dezember 2025) den Tempel Ta Khwai im Bezirk Phanom Dong Rak der Provinz Surin zurückerobert. Damit können die Behörden mit der Planung der Instandsetzung der während der Gefechte entlang der thailändisch-kambodschanischen Grenze beschädigten Kulturstätte beginnen.
Nach Angaben des Sprechers der Royal Thai Army, Maj Gen Winthai Suvaree, habe die Zweite Armeeregion kambodschanische Truppen aus dem Tempel verdrängt. Diese hätten die Anlage seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe vor einer Woche als militärischen Stützpunkt genutzt. Zwar kontrollierten thailändische Einheiten auch das umliegende Gebiet, darunter Hill 350, die Lage bleibe jedoch angespannt. Kambodschanische Kräfte seien weiterhin mit schweren Waffen in der Region präsent und könnten versuchen, den Tempel erneut einzunehmen.
Armeechef General Pana Klaewplodthuk habe alle Einheiten angewiesen, mit besonderer Vorsicht vorzugehen, um die Sicherheit des Personals zu gewährleisten, so Winthai.
Militärische Nutzung verletzt Kulturschutz
Der Generaldirektor des Fine Arts Department Thailand, Phnombootra Chandrajoti, verurteilte die Nutzung des Tempels als Militärbasis. Dies verstoße gegen internationale Normen zum Schutz archäologischer Stätten. Die militärische Rückeroberung sei daher notwendig gewesen. Schäden seien dabei nicht zu vermeiden gewesen, nun solle jedoch die Restaurierung folgen. Diese werde nach dem Anastylosis-Verfahren erfolgen, bei dem möglichst viele originale Bauelemente wiederverwendet werden.
Phnombootra zeigte sich zuversichtlich, dass der Tempel vollständig wiederhergestellt werden könne. Sein Amt verfüge über umfangreiche Erfahrung bei der Restaurierung größerer und komplexerer Khmer-Bauten wie Phanom Rung oder Phimai.
Bangkok wirft Phnom Penh Völkerrechtsbruch vor
Die stellvertretende Sprecherin des thailändischen Außenministeriums, Maratee Nalita Andamo, erklärte, dass die Regierung Beweise dafür gesammelt habe, dass kambodschanische Truppen archäologische Stätten als Kommandoposten genutzt hätten. Diese Belege zeigten einen Verstoß gegen die Haager Konvention von 1954. Bangkok rief Phnom Penh auf, antike Ruinen nicht länger für militärische Zwecke zu missbrauchen.