Thailand bremst spekulativen Goldhandel

Regierung verschärft Regeln gegen Geldwäsche

Goldketten in einem thailändischen Goldgeschäft: Der Staat will den Handel stärker regulieren, um Geldwäsche und spekulative Transaktionen einzudämmen. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Goldketten in einem thailändischen Goldgeschäft: Der Staat will den Handel stärker regulieren, um Geldwäsche und spekulative Transaktionen einzudämmen. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Thailand will den spekulativen Goldhandel stärker regulieren, um den Einfluss der jüngsten Rekordrallye des Edelmetalls auf den Baht einzudämmen. Nach Angaben von Vitai Ratanakorn, Gouverneur der Bank of Thailand, plant die Regierung neue Vorschriften, die das tägliche Online-Goldhandelsvolumen pro Person auf 100 bis 200 Millionen Baht begrenzen könnten. Die entsprechenden Entwürfe sollen noch in diesem Monat vom Finanzministerium vorgelegt werden.

Weitere Maßnahmen zur Abkühlung der jüngsten Aufwertung der Landeswährung sehen eine Obergrenze von 800.000 Baht pro Tag für den Devisentausch von Privatpersonen bei Geldwechslern vor. Die Schritte wurden in einer Sitzung unter Leitung von Premierminister Anutin Charnvirakul erörtert, bei der auch strengere Meldepflichten für den physischen Goldhandel diskutiert wurden.

Goldhandel treibt Baht-Aufwertung

Nach Angaben der Zentralbank überstiegen die täglichen Goldhandelsvolumina zeitweise jene der Börse von Thailand. In Spitzenphasen entfielen demnach 50 bis 60 Prozent des gesamten Dollarhandels auf goldbezogene Transaktionen. Die ungewöhnliche Stärke des Baht sei teilweise auf Goldgeschäfte zurückzuführen, die über bahtbasierte Anwendungen abgewickelt würden, erklärte Vitai. An Tagen mit auffälligen Kursgewinnen hätten appbasierte Goldhändler in großem Umfang US-Dollar verkauft und damit den Baht zusätzlich gestützt.

Bereits eingeführte Regeln schreiben vor, dass Goldtransaktionen im Wert von mehr als 200.000 US-Dollar nur mit klarer Herkunftsangabe und vollständiger Dokumentation zulässig sind. Um den Druck auf den Baht zu mindern, haben führende Goldhändler, die rund 90 Prozent des Marktes abdecken, vorgeschlagen, ihre Online-Plattformen innerhalb von drei bis sechs Monaten so aufzurüsten, dass Käufe und Verkäufe auch direkt in US-Dollar möglich sind.

Goldhandel verdoppelt sich binnen eines Jahres

Das gesamte Goldhandelsvolumen in Thailand belief sich im vergangenen Jahr auf rund 10 Billionen Baht (318 Milliarden US-Dollar) und hat sich damit gegenüber 2024 verdoppelt, sagte Kritcharat Hirunyasiri, Vorsitzender der MTS Gold Group. Nach Schätzungen der Thai Gold Traders Association importierte Thailand 2025 netto Gold: 180 Tonnen wurden eingeführt, 110 Tonnen exportiert.

Parallel dazu treibt die Regierung den Aufbau einer zentralen Datenstelle voran. Ziel ist es, Finanztransaktionen besser zu erfassen und zu verknüpfen, um graues Kapital und Geldwäsche wirksamer zu bekämpfen. Finanzminister Ekniti Nitithanprapas erklärte, dass die Kontrollen in den vergangenen Monaten deutlich verschärft worden seien. Die neue „Data Bureau“-Struktur soll Finanzdaten aus Banken, Goldhandel und digitalen Vermögenswerten in Echtzeit zusammenführen.

Strengere Meldepflichten im Goldhandel

Für den physischen Goldhandel wird das Anti-Money Laundering Office als zentrale Sammelstelle für Transaktionsdaten fungieren. Zugleich wird geprüft, die derzeitige Meldeschwelle von zwei Millionen Baht für Goldgeschäfte schrittweise zu senken. Für Online-Goldplattformen ohne physische Auslieferung hat das Finanzministerium eine Überarbeitung der Devisenregeln angestoßen.

Im Bereich digitaler Vermögenswerte soll die Securities and Exchange Commission die konsequentere Anwendung der sogenannten Travel Rule prüfen, die eine umfassende Datenerfassung bei Transaktionen zwischen digitalen Wallets vorsieht. Hintergrund ist eine seit 2024/25 zunehmende Geldwäsche über Goldgeschäfte und digitale Assets. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei einem sprunghaften Anstieg der Goldexporte nach Kambodscha, deren Wert sich auf rund 105 Milliarden Baht vervielfacht hat und nach Einschätzung der Behörden mit Betrugsnetzwerken, Online-Glücksspiel und transnationaler Kriminalität in Verbindung stehen könnte.

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Roman Knöpfel 11.01.26 14:50
@ Josef
Mit einer Banküberweisung? Beim bezahlen von Rechnungen gibt es keine Beschränkung der Beträge.
Josef Hupe 11.01.26 11:20
Vervielfachung von Goldexporten
Stellt sich da nicht auch die Frage, wie wurde dieses Gold bezahlt?

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