Thai Gripen bomben Casino in Kambodscha

Thailands Luftwaffe greift Drohnen- und Raketenstützpunkt an der Grenze an

Dichter Rauch steigt nach einem nächtlichen Angriff über dem Lim-Heng-Casino in O’Smach auf, nahe der thailändischen Grenze bei Surin. Foto: The Nation
Dichter Rauch steigt nach einem nächtlichen Angriff über dem Lim-Heng-Casino in O’Smach auf, nahe der thailändischen Grenze bei Surin. Foto: The Nation

SURIN: Die Royal Thai Air Force hat nach eigenen Angaben einen gezielten Luftangriff auf ein Casino im kambodschanischen O’Smach geflogen, das demnach als militärische Basis genutzt worden sein soll. Die JAS-39-Gripen-Jets griffen laut einem Bericht von „The Nation“ das Lim-Heng-Casino an, das gegenüber von Chong Chom in der thailändischen Provinz Surin liegt.

Der Einsatz erfolgte laut Militärangaben am Dienstag (9. Dezember 2025) im Rahmen eskalierender Gefechte entlang der thailändisch-kambodschanischen Grenze und wurde als „Blitzschlagoperation“ bezeichnet.

Casino soll als Militärstützpunkt gedient haben

Nach thailändischen Berichten war das Gebäude nicht mehr als zivile Einrichtung in Betrieb, sondern sei von kambodschanischen Truppen zu einem militärischen Stützpunkt ausgebaut worden. Dort sollen nach thailändischen Erkenntnissen Abschussrampen für Kamikaze- und FPV-Drohnen, verdeckte Mehrfachraketenwerfer vom Typ BM-21 sowie Logistik- und Truppenbereiche eingerichtet worden sein. Informationen zur Schadenslage und zur Wirkung des Luftschlags werden derzeit noch ausgewertet.

Satellitenaufnahme und Vergleichsfoto markieren das getroffene Gebäudekomplex in O’Smach, das laut thailischem Militär als militärischer Stützpunkt genutzt worden sein soll. Foto: The Nation
Satellitenaufnahme und Vergleichsfoto markieren das getroffene Gebäudekomplex in O’Smach, das laut thailischem Militär als militärischer Stützpunkt genutzt worden sein soll. Foto: The Nation

Bereits zuvor hatte Luftwaffensprecher Air Marshal Jakkrit Thammavichai mitgeteilt, dass alle Angriffe auf militärische Ziele in enger Abstimmung mit dem Heer und ausschließlich mit präzisionsgelenkter Munition durchgeführt würden. Ziel sei es, Schäden bei unbeteiligten Zivilisten auf beiden Seiten der Grenze zu vermeiden. „Die Auswahl der Waffen hat höchste Priorität – Luftoperationen dürfen keine Unbeteiligten treffen“, betonte er gegenüber dem Gemeinsamen Informationszentrum zur Grenzsituation.

Massive kambodschanische Angriffe gemeldet

Ein Lagebericht des Operationszentrums des 2. Armeegebiets vom späten Dienstagabend beschreibt eine erneute Intensivierung der Kampfhandlungen. Demnach setzten kambodschanische Einheiten zwischen 09.00 und 17.00 Uhr rund 125 BM-21-Raketenserien mit schätzungsweise 5.000 Geschossen ein und führten 33 Angriffe mit Kamikaze-Drohnen durch. Die Ziele lagen in mehreren Grenzabschnitten, darunter Chong An Ma und Chong Bok in Ubon Ratchathani, Thiangka Mok in Sisaket sowie Chong Khana und Prasat Ta Kwai in Surin.

Flammen und Rauch sind nach dem Angriff noch aus der Nähe des Casino-Komplexes in O’Smach sichtbar. Das Gebiet liegt gegenüber des thailändischen Grenzübergangs Chong Chom. Foto: The Nation
Flammen und Rauch sind nach dem Angriff noch aus der Nähe des Casino-Komplexes in O’Smach sichtbar. Das Gebiet liegt gegenüber des thailändischen Grenzübergangs Chong Chom. Foto: The Nation

Die thailändischen Streitkräfte reagierten nach eigenen Angaben mit „verhältnismäßigem“ Gegenfeuer ausschließlich auf militärische Stellungen und Abschussorte. Weitere Lage- und Schadensmeldungen werden erwartet.

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Chris Jomtien 10.12.25 19:20
Militärische Ziele oder andere Gründe?
Das erste Casino bombardierten die F16, das Zweite schossen die Kanonen der Panzer zusammen und nun kamen die Gripen zum Einsatz. Seit Jahrzehnten zogen die Casinos, die direkt hinter der Grenze liegen, Devisen aus Thailand ab, da sie wie Wallfahrtsorte von spielsüchtigen Thais besucht wurden. Seit einigen Jahren kommen zudem chinesische Besucher, denen das thailändische Militär gerne Casinos auf eigenem Boden anbieten würde. Politisch ließ sich das bislang, trotz langjähriger Militärregiegierung, nicht durchsetzen. Daher könnte man die Zerstörung kambodschanischer Casinos als "Plan B" deuten.

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