BANGKOK: Thailands Flagcarrier Thai Airways International PCL hat beim Zentralen Konkursgericht offiziell den Antrag auf Beendigung ihres gerichtlichen Sanierungsverfahrens gestellt. Ziel ist es, den Rehabilitationsprozess bis spätestens Anfang Juni dieses Jahres abzuschließen und im Juli erneut den Handel an der thailändischen Börse (SET) aufzunehmen.
Wie der Vorsitzende des Sanierungsverwaltungsgremiums, Piyasvasti Amranand, am Freitag (2. Mai 2025) mitteilte, erfüllt das Unternehmen inzwischen alle Voraussetzungen für den Austritt aus dem Verfahren. Dazu zählen eine pünktliche Schuldenrückzahlung und eine starke betriebliche Leistung: Das EBITDA nach Leasingkosten für Flugzeuge belief sich 2024 auf 41,47 Milliarden Baht – mehr als doppelt so viel wie der Schwellenwert von 20 Milliarden Baht, der als Bedingung für den Ausstieg festgelegt war. Zudem wurde durch eine Umschuldung und Kapitalerhöhung ein positives Eigenkapital von 45,5 Milliarden Baht erreicht.
Das Konkursgericht will den Antrag voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni verhandeln. Nach der gerichtlichen Zustimmung soll ein neues elfköpfiges Direktorium bestellt werden, das unter anderem einen Vorsitzenden und einen Prüfungsausschuss wählt. Anschließend plant Thai Airways die Wiederaufnahme des Aktienhandels.
Strategien für die Zukunft: Flottenausbau, Produktentwicklung und Effizienz
Die Fluggesellschaft verfolgt künftig drei Hauptziele: Die Aufrechterhaltung ihrer wirtschaftlichen Erholung – derzeit beträgt die Gewinnmarge 23,3 Prozent, der zweithöchste Wert unter globalen Airlines –, die Verbesserung des Serviceangebots sowie den langfristigen Ausbau ihrer Flotte auf 150 Flugzeuge bis 2033.
Derzeit zählt die aktive Flotte 77 Maschinen; bis Jahresende sollen mit der Auslieferung neuer Airbus A321neo sowie eines weiteren Boeing 787 und eines gebrauchten Airbus A330 insgesamt 80 Flugzeuge im Einsatz sein. Für 2024 wird ein Umsatz von bis zu 200 Milliarden Baht angestrebt.
Flugverbindung in die USA in Prüfung
Die Airline prüft zudem eine Wiederaufnahme von US-Verbindungen, nachdem die US-Luftfahrtbehörde FAA Thailand wieder in die Sicherheitskategorie 1 eingestuft hat. Diese könnten über Osaka abgewickelt werden, allerdings fehlen derzeit entsprechende Langstreckenflugzeuge. Eine Aufnahme der Route würde zusätzliche Großraumflugzeuge voraussetzen, was angesichts weltweiter Lieferengpässe eine Herausforderung darstellt.
Aufbruch in eine neue Ära
CEO Chai Eamsiri sieht Thai Airways in der „Take-off-Phase“. Investiert wird unter anderem in eine neue Premium-Lounge am Flughafen Suvarnabhumi, Kabinenerneuerungen für die Boeing 777-300ER sowie die Übernahme und Modernisierung von 20 Airbus A320 der früheren Thai Smile. Die neuen Airbus A321neo sollen Ziele in Japan, Südchina und der ASEAN-Region bedienen. Die Boeing 787 werden für Strecken nach Europa wie Paris, Amsterdam und Wien eingeplant.
Langfristig könnte die Flotte um weitere 35 Boeing 787 erweitert werden. Diese Maßnahmen sind Teil des umfassenden Sanierungsplans, der Thai Airways als führende internationale Fluggesellschaft mit Bangkok als Luftverkehrsdrehkreuz positionieren soll.