BANGKOK: Die thailändische Fluggesellschaft Thai Airways International plant trotz wachsender geopolitischer Unsicherheiten eine Ausweitung ihres Europageschäfts. Gleichzeitig will die nationale Fluggesellschaft ihre Treibstoffkosten und das Streckennetz weiterhin aktiv steuern, um mögliche Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten sowie internationaler Spannungen abzufedern.
Nach Angaben der International Air Transport Association (IATA) bestehen kurzfristige Sorgen über mögliche Engpässe bei Flugtreibstoff. Zudem werde erwartet, dass es bereits in diesem Monat in Teilen Europas und Asiens zu ersten Flugausfällen kommen könnte. Langfristig rechnet die IATA jedoch mit einem deutlichen Wachstum des weltweiten Luftverkehrs. Bis zum Jahr 2050 dürfte sich die globale Nachfrage mehr als verdoppeln, wobei insbesondere die Region Asien-Pazifik als Wachstumstreiber gilt.
TAT senkt Tourismusprognose
THAI verwies zugleich auf wirtschaftliche Risiken für Thailand durch den Konflikt im Nahen Osten sowie durch neue US-Importzölle. Auch die Thailändische Tourismusbehörde (TAT) senkte ihre Prognose für internationale Besucher im Jahr 2026 um 18 Prozent auf nun 30 bis 34 Millionen Ankünfte. Als Gründe wurden unter anderem schwächere Märkte im Nahen Osten, Europa und den USA, Einschränkungen bei Flugrouten, volatile Treibstoffpreise, Handelskonflikte sowie der zunehmende internationale Wettbewerb genannt.
Trotz der Unsicherheiten plant THAI die Wiederaufnahme der täglichen Verbindung zwischen Bangkok und Amsterdam. Die Strecke soll ab dem 1. Juli 2026 mit sieben Flügen pro Woche bedient werden. Im aktuellen Sommerflugplan bietet die Airline Verbindungen zu insgesamt 62 nationalen und internationalen Zielen an.
Maßnahmen gegen hohe Spritkosten
Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um mögliche Auswirkungen geopolitischer Risiken zu begrenzen. Dazu zählen unter anderem Absicherungen gegen steigende Treibstoffpreise, Maßnahmen zur Verbesserung der Treibstoffeffizienz sowie eine laufende Beobachtung der Preisentwicklung am Energiemarkt.
Auch das Streckennetz soll flexibel an die Nachfrage angepasst werden. Geplant seien Änderungen bei Flugrouten und Frequenzen sowie eine stärkere Konzentration auf Märkte mit hohem Potenzial und vergleichsweise geringem Risiko. Ticketpreise sollen künftig verstärkt an saisonale Nachfrageentwicklungen angepasst werden.
Airline stärkt Liquiditätsreserven
Zudem kündigte die Fluggesellschaft an, nicht dringende Investitionsprojekte zu verschieben oder vorübergehend auszusetzen, um ausreichende Liquiditätsreserven sicherzustellen. Zur Bewertung möglicher Risiken setzt THAI nach eigenen Angaben auf Stresstests und verschiedene Szenarioanalysen.
Im ersten Quartal 2026 erzielte die Fluggesellschaft ohne Sondereffekte einen Umsatz von 51 Milliarden Baht. Dies entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen aus Passagier- und Übergepäckverkehr gingen um zwei Prozent zurück.
Erlöse bleiben auf Vorjahresniveau
Der durchschnittliche Erlös pro Passagier blieb laut Unternehmen trotz der Aufwertung des Baht stabil. THAI führte dies auf angepasste Preisstrategien und ein verbessertes Erlösmanagement zurück.
Der Nettogewinn des ersten Quartals lag bei 10,1 Milliarden Baht und damit 2,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Hintergrund waren unter anderem geringere Finanzierungskosten sowie einmalige positive Sondereffekte.
Zum 31. März 2026 verfügte THAI über insgesamt 80 Flugzeuge im aktiven Betrieb. Davon befanden sich elf Maschinen im Eigentum der Airline, während 69 Flugzeuge geleast waren.