Thai Airways: Neustart nach Sanierung

Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit
Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Nach vier Jahren intensiver Sanierungsmaßnahmen, die am 27. Mai 2020 mit der Zustimmung des zentralen Insolvenzgerichts eingeleitet wurden, steht Thai Airways an einem entscheidenden Wendepunkt. Der Sanierungsprozess, der offiziell am 17. August desselben Jahres begann, scheint nun erfolgreich abgeschlossen zu sein.

Piyasvasti Amranand, Chief Executive Officer des Sanierungsplans, kündigte an, dass die Fluggesellschaft bereit sei, den Weg der finanziellen Erholung fortzusetzen und den Sanierungsplan zu verlassen.

Keine staatliche Unterstützung in Krisenzeiten

Ein bemerkenswerter Aspekt der Sanierung ist, dass Thai Airways ohne jegliche staatliche Hilfe die finanziellen Turbulenzen durch die Covid-19-Pandemie meisterte – ein Alleinstellungsmerkmal auf globaler Ebene. „Das vergangene Jahr war das finanziell stärkste in unserer Geschichte“, betont Piyasvasti. Die Fluggesellschaft hat ein positives EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von über 20 Milliarden Baht erreicht, was eine der Hauptvoraussetzungen für den Ausstieg aus dem Sanierungsplan war.

Strategische Maßnahmen zur Kapitalstärkung

Als nächster Schritt in der Restrukturierung plant Thai Airways die Ausgabe von Anleihen und die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital, wodurch voraussichtlich 80 Milliarden Baht generiert werden sollen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Eigenkapital wieder in den positiven Bereich zu bringen.

Die Debatte um den Status als Staatsunternehmen

Die Frage, ob Thai Airways zu seinem früheren Status als Staatsunternehmen zurückkehren sollte, wird kontrovers diskutiert. Kritiker weisen auf Probleme der Vergangenheit hin, wie die Einmischung in Personalentscheidungen und die politische Beeinflussung, die das Unternehmen in seiner Effizienz stark beeinträchtigt haben. Mehr als 50 Prozent der Management-Meetings waren einst der Überprüfung staatlicher Richtlinien gewidmet, während heute der Fokus auf geschäftsbezogene Angelegenheiten liegt.

Blick in die Zukunft

Mit der bevorstehenden Privatplatzierung von Aktien und der Suche nach neuen Investoren mit Fachwissen in der Luftfahrtindustrie strebt Thai Airways eine Stärkung seiner unternehmerischen Unabhängigkeit an. Branchenexperten und Gläubiger unterstützen diesen Kurs, da er nicht nur eine kontinuierliche Einnahmequelle sichert, sondern auch die Rückzahlung bestehender Schulden gewährleistet.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die zukünftige Ausrichtung und Unabhängigkeit von Thai Airways, während das Unternehmen daran arbeitet, externe Einmischungen bei der Bildung seines neuen Vorstands zu vermeiden und seinen neuen Kurs als revitalisiertes Privatunternehmen fortzusetzen.

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Ole Bayern 17.09.24 14:50
Herr Flügge, Sie haben natürlich dem Grunde nach..
.. recht im Falle einer Insolvenz, nur in dem Fall wird eben in einem Rechtsstaaten wie DACH ein unabhängiger Insolvenzverwalter eingesetzt, welcher bestrebt ist - 1. die Firma zu erhalten, - 2. Arbeitsplätze zu sichern und 3. auch die Gläubiger in Ihren Rechten zu vertreten.
Und wie ist bei der Thai gelaufen ? Man hat sich der Schulden in Eigenregie entledigt, und weiter geht´s mit gleichem Namen, mit gleicher Führungsriege aber ohne neuen Investor, weil Den fand man ja nicht bei der Konstellation. Also alles bleibt beim Alten bis zu nächsten Schieflage in einigen Jahren. Selbst der Staat TH hat vorsichtig abgewunken.
Und ja was VARTA betrifft - ich war übrigens selbst betroffen - ist das neu geschaffene StaRUG-Verfahren ist seit 2021 eine einzige staatlich geförderte und genehmigte Enteignung von Anteilen bestehender Besitzer durch neu hinzukommende Dritte, im Fall VARTA ist es die Porsche AG.
VARTA steckt in Zahlungsschwierigkeiten, ist aber nicht zahlungsunfähig, und somit eben auch nicht insolvent.
Nun kommt Porsche daher und sagt, ok wir geben euch - VARTA - Geld,im Gegenzug dürfen die Altaktionäre die Kapitalerhöhung aber nicht mittragen, im Gegenteil, der Aktiennominalwert wir auf Null gesetzt für Altaktionäre, also Enteignung ! Dies war bei der Leoni AG bereits das gleiche.
Dies ist ein Saustall sonders Gleichen, ermöglicht es doch Firmen mit hoher Kapitalkraft, sich ohne Angebot an die Altaktionäre die gewünschte Firma in Schieflage ruck zuck einzuverleiben.

VG
Horst Flügge 17.09.24 12:29
Ole Bayern 16.9.
Wenn in der BRD ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, verlieren auch alle Beteiligten entweder ihr gesamtes oder den größten Teil ihres Geldes.
Auch ohne Insolvenz können Aktionäre ihren Einsatz verlieren, siehe VARTA.
Dieter Bieri 16.09.24 12:31
Die Swissair war zu mittelgross, um eigenständig zu überleben. Die deshalb notwendige
Übernahme/Fusion/Eingliederung im Verbund mit einem grösseren Player wurde von der Schweizer Politik protektionistisch verhindert. Mit der Hunter-Strategie, dem Kauf kleinerer Players versuchte die Swissair dann, die kritische Grösse zum Überleben zu erreichen. Ob ein anderes Management die Hunter-Strategie erfolgreich hätte umsetzen können, weiss niemand. Schlussendlich brachte die Hunter-Strategie nicht die kritische Grösse und war sie auch deshalb finanziell ruinös. Ich bin froh, wenn eine eigenständig nicht überlebensfähige Fluggesellschaft nicht zulasten des Steuerzahlers durchgefüttert wird.
Ole Bayern 16.09.24 12:29
Nein, nein Herr Manz , so dumm wie Sie behaupten..
...waren die Schweizer nun auch nicht. Eine Vorgehensweise wie in TH mit der eigentlich zahlungsunfähigen Thai - Airways ist ja in Europa gar nicht möglich. Alle Aktionäre wurden de fakto enteignet, angesparte Meilengutschriften ausgesetzt, und nicht geflogenen aber gebuchte Tickets weder getauscht noch rückerstattet. Und nun geht es letztendlich genauso weiter, und das ist die Krux, man hat sich der Last entledigt - bravo - , und in ein paar Jahren ist derselbe Punkt wie 2020 erreicht.
Welcher vernunftbegabte Investor soll sich denn an der Airline beteiligen ? Bisher haben sie nämlich auch keinen Übernahmekanditaten gefunden , das war ja auch klar !
Und die Swissair konnte mit Neugründung der Swiss unter dem Dach der LH zumindest den Standort Kloten retten und auch eine Vielzahl der Beschäftigten . Aber auch die neue Swiss hat eben einfach das Problem, ihre Beschäftigten in CHF bezahlen zu müssen, bei der extremer Außenwert - Aufwertung CHF / € - $ derzeit, aber bei den Einnahmen / Preise zum großen Teil in direkter Konkurrenz stehen zu müssen zu den übrigen Airlines in € und $ - Raum.
Ich meine unter dem Dach der LH - Group, und dennoch als eigenständige Tochter, ist das Risiko einer erneuten Schieflage zumindest etwas gebannt.
Und Übernahmen dieser Art sind ja etwas ganz Normales, erst in diesem Jahr hat die Novartis AG die ebenfalls eigentlich pleite Fa. Morphosys aus D übernommen. Und die Aktionäre hat es gefreut ... wie mich auch.

Schönen Rest Sonntag allen..... Ole
Roger Holzer 16.09.24 12:29
Ist nur von kurzer Dauer....
Ich würde keine THAI Airways Aktien kaufen. Es würde mich sehr erstaunen, wenn diese Firma langfristig rentabel bliebe. Gewinnmargen in der Flugindustrie sind äusserst knapp. Da muss man effizient arbeiten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies bei THAI möglich ist. Es wird für viele ein Selbstbedienungsladen bleiben. Zudem ist die Konkurrenz im internationalen Verkehr erbarmungslos.
Sven Bode 15.09.24 14:40
ROP weiter eingeschränkt
@Ingo Mit den Aktien warte ich noch, bis ich meine ROP-Meilen wieder einlösen kann. Leider weiterhin: "Currently, Hotel Awards and some Lifestyle Awards are temporarily suspended."

Oliver Manz 15.09.24 14:30
In Thailand haben sie es geschafft die Fluggesellschaft zu Retten in der Schweiz haben sie gewartet bis sie Insolvenz war!
UNGLAUBLICH diese Dummheit von gewissen Leuten in der Schweiz.
Ingo Kerp 15.09.24 13:50
Wenn sich dann alles so positiv entwickelt wie prognostiziert, dann koennen sich sich die Mutigen ja jetzt mit Thai Airways Aktien eindecken.

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