BANGKOK: Thai Airways passt im Mai den Flugplan an. Mehrere Strecken werden seltener bedient. Grund sind steigende Kosten und geringere Nachfrage. Auch andere Airlines reagieren ähnlich.
Thai Airways reduziert im Mai 2026 ihr Angebot auf zahlreichen innerthailändischen und internationalen Strecken. Die Fluggesellschaft begründet die Anpassungen mit stark gestiegenen Kerosinpreisen und einer spürbar schwächeren Nachfrage in der Nebensaison. Ziel ist es, Kapazität und Auslastung besser in Einklang zu bringen und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten.
Die Änderungen sind in den globalen Buchungssystemen bereits hinterlegt und betreffen sowohl wichtige Inlandsrouten als auch Verbindungen in ASEAN-Staaten, nach Nord- und Südasien sowie nach Europa. Branchenportale und thailändische Medien berichten übereinstimmend über die zeitlich befristeten Kürzungen im Mai.
Hohe Kerosinpreise setzen Airlines unter Druck
Auslöser der aktuellen Sparrunde ist der massive Anstieg der Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs und der angespannten Lage auf den Energiemärkten. Kerosin hat sich innerhalb weniger Wochen fast verdoppelt, was die Kostenstrukturen der Airlines empfindlich trifft, da Treibstoff je nach Gesellschaft bis zu 40 Prozent der laufenden Ausgaben ausmachen kann. Parallel dazu sehen viele Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum keine anhaltend starke Nachfrage, die ein volles Angebot auf allen Strecken rechtfertigen würde.
Neben höheren Ticketpreisen greifen die Airlines deshalb zunehmend zu Kapazitätsanpassungen, um wirtschaftlich zu bleiben. Neben Thai Airways haben auch andere asiatische Gesellschaften Fahrpläne ausgedünnt, Frequenzen reduziert oder einzelne Verbindungen vorübergehend ausgesetzt.
Auswirkungen für Thailand-Reisende
Für Passagiere bedeutet der Schritt von Thai Airways vor allem weniger Auswahl bei Abflugzeiten und eine tendenziell höhere Auslastung der verbleibenden Flüge. Auf stark frequentierten Routen wie Bangkok–Frankfurt oder Bangkok–Singapur bleiben die Verbindungen bestehen, werden im Mai jedoch mit geringerer Frequenz bedient. Reisende sollten daher bei Reiseplanung und Umbuchungen verstärkt auf geänderte Flugzeiten und knapper verfügbare Sitzplätze achten.
Auf der Einnahmeseite reagiert die Airline bereits seit Monaten mit höheren Tarifen und Zuschlägen. In der Region haben mehrere Gesellschaften Treibstoffzuschläge ausgeweitet oder Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich angekündigt, um die Mehrkosten abzufedern. Somit verteuert sich Fliegen für Kundinnen und Kunden insgesamt – und gleichzeitig steigt die Gefahr, dass kurzfristige Angebotskürzungen die Flexibilität bei der Reiseplanung einschränken.
Weitere thailändische Airlines betroffen
Thai Airways steht mit diesen Maßnahmen nicht allein da. Auch andere thailändische Fluggesellschaften haben angesichts steigender Treibstoffpreise und knapperer Kerosinversorgung ihr Angebot überprüft. Unter anderem wurden Inlandsfrequenzen reduziert, Randzeiten gestrichen oder saisonale Routen vorübergehend ausgesetzt, um die Auslastung zu bündeln. Für die Airports im Königreich bedeutet dies zwar weniger Starts und Landungen, dafür aber oft besser gefüllte Maschinen.
Gleichzeitig investiert Thai Airways weiter in ihr internationales Streckennetz und plant für den Sommer 2026 zusätzliche Ziele in Europa. So soll unter anderem die Verbindung nach Amsterdam wiederaufgenommen werden, womit die Zahl der europäischen Destinationen der Airline weiter steigt. Kurzfristige Kapazitätskürzungen und langfristige Ausbaupläne greifen damit ineinander: Die Airline versucht, auf aktuelle Marktbedingungen zu reagieren, ohne strategische Wachstumspläne aus den Augen zu verlieren.
Detaillierte Übersicht der Mai-Anpassungen
Inlandsverbindungen
Khon Kaen: Reduzierung von 4 auf 3 Flüge täglich (1.–31. Mai)
Udon Thani: Reduzierung von 3 auf 2 Flüge täglich (1.–31. Mai)
Ubon Ratchathani: Reduzierung von 14 auf 12 Flüge pro Woche (5.–28. Mai)
Asien-Verbindungen
Phnom Penh: Reduzierung von 14 auf 11 Flüge pro Woche (2.–30. Mai)
Singapur: Reduzierung von 5 auf 4 Flüge täglich (2.–31. Mai)
Nordasien
Tokio (Narita): Reduzierung von 3 auf 2 Flüge täglich (11.–31. Mai, außer 29. Mai) Peking: Reduzierung von 2 auf 1 Flug täglich (7.–31. Mai, außer 29. Mai)
Shanghai: Reduzierung von 2 auf 1 Flug täglich (11.–31. Mai, außer 30. Mai)
Seoul (Incheon): Reduzierung von 3 auf 1 Flug täglich (8.–31. Mai)
Taipei: Reduzierung von 3 auf 2 Flüge täglich (6.–31. Mai)
Hongkong: Reduzierung von 4 auf 3 Flüge täglich (6.–31. Mai)
Kaohsiung: Einstellung der Verbindung (zuvor 1 Flug täglich) vom 8.–31. Mai
Südasien
Hyderabad: Reduzierung von 7 auf 5 Flüge pro Woche (4.–27. Mai)
Delhi: Reduzierung von 22 auf 21 Flüge pro Woche (1.–29. Mai)
Mumbai: Reduzierung von 2 auf 1 Flug täglich (1.–31. Mai)
Europa-Verbindungen
Istanbul: Reduzierung von 7 auf 5 Flüge pro Woche (11.–27. Mai)
Frankfurt: Reduzierung von 14 auf 12 Flüge pro Woche (18.–27. Mai)
München: Reduzierung von 7 auf 5 Flüge pro Woche (19.–28. Mai)
Kopenhagen: Reduzierung von 7 auf 5 Flüge pro Woche (18.–27. Mai)
Oslo: Reduzierung von 7 auf 5 Flüge pro Woche (18.–27. Mai)
Stockholm: Reduzierung von 7 auf 5 Flüge pro Woche (18.–27. Mai)
Die weiteren Entwicklungen im Luftverkehr rund um Thailand werden wesentlich davon abhängen, wie sich die Lage am Energiemarkt und im Nahen Osten entwickelt. Sollten sich Kerosinpreise und Versorgungslage entspannen, könnten Airlines ab der Hauptsaison wieder zusätzliche Kapazitäten anbieten – bleibt der Druck hoch, drohen dagegen weitere Preiserhöhungen und punktuelle Kürzungen.
Aber spart Kerosin. Pfiffig diese Thai Airways. Oder wars ne Idee der Farang-Redaktion?