KHON KAEN: Am Busbahnhof Terminal 3 steigen am frühen Mittwoch zahlreiche Menschen in die Busse Richtung Bangkok ein. Viele wollen Staus zum Ferienende vermeiden. Die Nachfrage nach Fernbussen steigt schnell. Weitere Provinzen im Nordosten melden ebenfalls zunehmenden Verkehr.
Der Busbahnhof von Khon Kaen ist bereits vor dem offiziellen Ende der Songkran-Feiertage stark frequentiert. Viele Beschäftigte aus der Hauptstadt haben ihren Heimaturlaub im Isaan verkürzt und treten die Rückreise bewusst früher an, um Stunden im Stau zu vermeiden. Besonders gefragt sind Verbindungen zum Busbahnhof Mo Chit in Bangkok, die am Mittwochmorgen weitgehend ausgebucht waren.
Zahlreiche Reisende geben an, dass sie schon vor Songkran auf Bustickets umgestiegen sind, weil die stark schwankenden Kraftstoffpreise die Fahrt mit dem eigenen Wagen unberechenbar machen, berichtet Manager Online. Wer Bus fährt, nimmt längere Wartezeiten und feste Abfahrtszeiten in Kauf, spart dafür aber deutlich bei den Reisekosten. Ein Nachteil bleibt für viele die begrenzte Mitnahmemöglichkeit von Gepäck und Lebensmitteln aus der Heimat.
Hohe Nachfrage in weiteren Provinzen
Auch in anderen Provinzen des Nordostens zieht der Andrang in Richtung Bangkok an. Von Ubon Ratchathani aus fahren mehrere Fernbusse pro Abend zur Hauptstadt, mit Fahrzeiten von rund 13 bis 14 Stunden und Economy-Tickets, die im Vorverkauf schnell vergriffen sind. Anbieter wie Nakhonchai Air und Sombat Tour haben ihre Kapazitäten bereits im März hochgefahren, um den Ferienverkehr rund um Songkran abzufedern.
Ähnlich stellt sich die Lage in Udon Thani dar, wo Busse und Minivans Richtung Bangkok traditionell stark nachgefragt sind. Neben der Route über Khon Kaen nutzen viele Reisende Verbindungen über Nakhon Ratchasima, die als wichtiger Korridor zwischen Isaan und Zentralregion gilt. Die staatliche Transport Company hat landesweit zusätzliche Busse angekündigt, um Stoßzeiten während der Rückreisewelle zu bewältigen.
Mehr Sicherheit auf den Hauptstrecken
Die Behörden rechnen damit, dass der Rückreiseverkehr auf den Hauptachsen in den kommenden Tagen zunächst seinen Höhepunkt erreicht, bevor er zum Wochenende hin wieder abnimmt. Besonders betroffen sind die Mittraphap Road über Nakhon Ratchasima sowie die Verbindungen nach Nakhon Sawan, über die viele Autofahrer aus dem Norden und Nordosten nach Bangkok zurückkehren. Bereits in den vergangenen Jahren kam es auf diesen Strecken am Ende der Songkran-Feiertage immer wieder zu kilometerlangen Rückstaus.
Parallel zum Busverkehr bereitet sich auch die Polizei auf ein höheres Unfallrisiko vor. Landesweit werden Kontrollpunkte eingerichtet, um übermüdete Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen und Alkoholkontrollen durchzuführen. Nach Angaben der Behörden zählen die Songkran-Tage jährlich zu den unfallträchtigsten Perioden, weshalb diesmal zusätzliche Maßnahmen wie kostenlose Fahrzeugchecks und verstärkte Kontrollen auf Autobahnen und Schnellstraßen umgesetzt werden.
Stabilere Kosten durch öffentlichen Verkehr
Für viele Pendler aus dem Isaan ist der Bus die kalkulierbarste Option, weil sich Ticketpreise im Voraus planen lassen. Im Gegensatz zu schwankenden Benzin- und Dieselpreisen bleiben die meisten Fernbustarife in der Hochsaison zwar erhöht, aber über Wochen hinweg stabil. Das hilft Berufstätigen mit begrenztem Budget, die Kosten für Hin- und Rückfahrt frühzeitig einzuplanen.
Mit Blick auf die anstehenden Arbeitstage in Bangkok dürfte der Zustrom aus dem Nordosten bis zum Wochenende anhalten. Sollten sich die Straßen in den Abendstunden weiter füllen, könnten zusätzliche Busse zwischen den Provinzhauptstädten und der Metropole eingesetzt werden. Entscheidend wird sein, ob die kombinierten Maßnahmen der Transportbehörden und der Polizei das Unfallgeschehen spürbar dämpfen und den Übergang vom langen Feiertag in den normalen Berufsalltag erleichtern.
Auch landesweit stellt sich die Busbranche auf einen anhaltend starken Rückreiseverkehr ein: Die staatliche Gesellschaft Transport Co Ltd erwartet in den Tagen nach Songkran bis zu 120.000 Fahrgäste täglich. Zwischen 15. und 19. April sollen landesweit rund 6.000 bis 7.000 Fahrten pro Tag durchgeführt werden, um die Rückreisewelle aufzufangen. Allein am 14. April nutzten fast 100.000 Menschen die Fernbusse, wobei etwas mehr als die Hälfte bereits auf dem Weg zurück nach Bangkok war. Zusätzliche Shuttlebusse zwischen dem Busbahnhof Mo Chit, der BTS-Station Mo Chit und dem Hauptbahnhof Krung Thep Aphiwat sollen dabei helfen, die ankommenden Passagiere schneller in die Stadt zu verteilen.