CHIANG RAI: Der Mae Fah Luang Garden im Norden Thailands ist als erster Ort des Landes offiziell als „Dark Sky Conservation Area in a Private Area“ anerkannt worden. Die Auszeichnung würdigt die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz des Nachthimmels vor Lichtverschmutzung.
Die Ernennung ist ein bedeutender Schritt für den Natur- und Umweltschutz in Thailand. Sie zeigt, dass gezieltes Lichtmanagement und der bewusste Verzicht auf unnötige Beleuchtung es ermöglichen, den Sternenhimmel in seiner ursprünglichen Klarheit zu erleben – ein Anblick, der in vielen Regionen der Welt selten geworden ist.
Strenger Weg zur Zertifizierung
Die offizielle Anerkennung wurde am 23. Juli 2025 an Wisitorn Ratchatanawin von der Mae Fah Luang Foundation überreicht. Die Verleihung fand im Rahmen der Veranstaltung „Amazing Dark Sky in Thailand #Season 4“ statt, die von der Thailändischen Tourismusbehörde (TAT) und dem National Astronomical Research Institute of Thailand (NARIT) gemeinsam organisiert wurde.
Vorausgegangen war ein anspruchsvoller Zertifizierungsprozess. Dazu gehörten offene Beobachtungsflächen mit mindestens 70 Prozent freiem Blick auf den Himmel, eine Himmelsqualität von 19 Magnituden pro Quadratbogensekunde sowie ein umfassendes Beleuchtungskonzept. Dieses umfasst die gezielte Ausrichtung von Lichtquellen nach unten, die Verwendung geeigneter Farbtemperaturen und zeitgesteuerte Systeme. Auch externe Lichtquellen in der Umgebung werden reguliert, um Streulicht zu minimieren.

Der Schutz des Nachthimmels wirkt sich nicht nur positiv auf astronomische Beobachtungen aus. Dunkelheit ist ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems. Künstliches Licht in der Nacht kann Zugvögel in die Irre führen, Bestäuberinsekten stören und das Wachstum von Pflanzen beeinträchtigen. Auch beim Menschen kann übermäßige Beleuchtung den Schlaf-Wach-Rhythmus verändern und langfristig gesundheitliche Probleme verursachen.
Der bewusste Umgang mit Licht spart zudem Energie, reduziert Kosten und trägt zum Klimaschutz bei.
Neue Impulse für den Tourismus
Mit der Zertifizierung erschließt Mae Fah Luang Garden ein neues Segment des Ökotourismus. Geplant sind nächtliche Führungen, bei denen Besucher nachtaktive Tiere beobachten und die besonderen Geräusche des Waldes erleben können. Ergänzend bieten Astronomen Vorträge unter freiem Himmel an, bei denen sie Sternbilder, Planeten und Galaxien erklären.
Um die Qualität des Erlebnisses und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten, sind die Teilnehmerzahlen begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Die Auszeichnung gilt als Beispiel für andere Standorte in Thailand, die ebenfalls das Potenzial für eine Zertifizierung als „Dark Sky“-Schutzgebiet haben. Fachleute plädieren für nationale Regelungen zur Verringerung von Lichtverschmutzung und für eine stärkere Einbindung des Tourismussektors in umweltfreundliche Beleuchtungslösungen. Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangebote – vor allem für lokale Gemeinden – sollen langfristig zur Bewahrung dunkler Nachthimmel beitragen.
Ein Beitrag zum Naturerbe
Die Anerkennung des Mae Fah Luang Garden ist nicht nur ein Erfolg der Stiftung unter königlicher Schirmherrschaft, sondern auch ein Beitrag zum Erhalt des Naturerbes Thailands. In einer Zeit, in der Umweltbelastungen zunehmen, ist der Blick in einen klaren Sternenhimmel mehr als nur ein ästhetisches Erlebnis – er steht für das Bewahren von Lebensqualität für kommende Generationen.
Mae Fah Luang Garden ist damit nicht nur ein botanischer Garten, sondern auch ein Ort, an dem die Beziehung zwischen Mensch und Natur erlebbar wird.