Songkran auf Samui trotz Krisen

Teurer Treibstoff belastet Insel

Touristen und Einheimische liefern sich während Songkran auf Koh Samui eine fröhliche Wasserschlacht entlang der Straße und nehmen sogar vorbeifahrende Songthaews ins Visier. Foto: Bangkok Airways
Touristen und Einheimische liefern sich während Songkran auf Koh Samui eine fröhliche Wasserschlacht entlang der Straße und nehmen sogar vorbeifahrende Songthaews ins Visier. Foto: Bangkok Airways

KOH SAMUI: Auf Samui füllen sich zum thailändischen Neujahrsfest erneut Strände und Beachclubs. Viele Betriebe kämpfen zugleich mit höheren Kosten. Treibstoffknappheit und Ermittlungen sorgen für Unruhe.

Der diesjährige Songkran-Feiertag bringt auf Koh Samui wieder dichtes Treiben in die Touristenzentren wie Chaweng und Lamai. Hotels, Beachclubs und Ausflugsanbieter melden gute Auslastung, zahlreiche Veranstaltungen rund um Wasserschlachten und Livemusik locken Urlauber und Heimkehrer an. Die Stimmung in den Touristengebieten ist vielerorts ausgelassen, auch wenn im Hintergrund wachsende Sorgen um die Energiepreise mitschwingen.

Reiseführer und Airlines heben seit Jahren hervor, dass Songkran auf Koh Samui zu den lebhaftesten Wasserfesten des Landes zählt – mit großen Wasserschlachten entlang der Hauptstraße von Chaweng, Schaumpartys in den Beachclubs und ruhigeren Zonen in Bophut oder an der Westküste für Familien und Traditionalisten. Rund um Songkran stocken mehrere Fluggesellschaften ihre Kapazitäten nach Koh Samui auf, darunter auch Bangkok Airways mit zusätzlichen Verbindungen auf der Strecke Bangkok–Samui.

Gleichzeitig wächst auf dem Festland die politische Brisanz rund um Unregelmäßigkeiten in der Treibstoffversorgung der Region Surat Thani, über deren Häfen Koh Samui mit Kraftstoff beliefert wird. Thailändische Medien berichten, dass das Justizministerium die Sonderermittlungsbehörde DSI mit einem groß angelegten Fall mutmaßlich verschwundenen Treibstoffs beauftragt hat, der sich auf dem Seeweg der Provinzspipelines und Tanklager entzogen haben soll, wie etwa Thai PBS meldet.

Steigende Kosten für Verkehr und Tourismus

Für viele Betriebe auf Koh Samui kommen mehrere Belastungen zusammen. Zum einen schlagen steigende Preise für Diesel und Benzin auf nahezu alle Bereiche durch – von Fährverbindungen über Transferdienste bis hin zu Ausflugsbooten und Mietwagen. Anbieter von Inseltouren und Bootsausflügen berichten, dass die Kalkulation zunehmend schwieriger wird, weil sich Kraftstoffkosten kaum langfristig abschätzen lassen.

Zum anderen spüren Unternehmer, dass Gäste zwar weiterhin reisen, aber sensibler auf Preissteigerungen reagieren. Viele Hotels und Restaurants versuchen, höhere Betriebskosten nicht vollständig an die Kundschaft weiterzugeben, um die Nachfrage in der ohnehin wichtigen Feiertagsperiode nicht zu bremsen. Gleichzeitig müssen sie sich auf mögliche Verzögerungen bei Nachlieferungen vom Festland einstellen, auch wenn die Versorgung auf der Insel bislang grundsätzlich aufrechterhalten wird.

Songkran bringt volle Straßen

Der Reiseverkehr rund um Songkran stellt die Insel zusätzlich auf die Probe. Bereits vor den Feiertagen kam es an Fährterminals der Golfküste zu langen Wartezeiten, da viele Thais zum Neujahr ihre Familien besuchen oder Urlaub auf den Inseln machen. Auf Samui selbst meldeten Behörden und Verkehrshelfer zeitweise dichteren Verkehr auf den Hauptachsen, insbesondere auf der Ringstraße und im Umfeld der großen Strände.

Gleichzeitig bereiten sich Sicherheitskräfte und lokale Verwaltungen auf den typischen Songkran-Mix aus Party, Alkoholkontrollen und Verkehrsunfällen vor. In den Vergnügungsvierteln wurden temporäre Verkehrsregeln und Sperrungen eingerichtet, um Fußgängerzonen für Wasserschlachten zu schaffen und den Zustrom der Feiernden sicher zu lenken. Für Touristen bedeutet dies oftmals längere Wege, aber auch übersichtlichere Zonen zum Feiern.

Inselbewohner blicken auf Ermittler

Die DSI-Ermittlungen zur Treibstofflogistik in Surat Thani werden auf Samui aufmerksam verfolgt. Im Raum steht der Verdacht, dass Kraftstoff zwischen Schiffen, Offshore-Lagerung und Depots umgeleitet oder zurückgehalten wurde, um von der angespannten Lage zu profitieren. Für die Inselbewohner stellt sich die Frage, ob mögliche illegale Strukturen langfristig auch die Versorgung von Samui und den Nachbarinseln beeinträchtigen könnten.

Gewerbetreibende sehen sich bereits jetzt einem doppelten Risiko ausgesetzt: steigende Einkaufspreise auf der einen und die Unsicherheit über die künftige Versorgungslage auf der anderen Seite. Sie fordern transparente Aufklärung und verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie Preise und Investitionen für die kommende Saison planen können. Insbesondere Betriebe, die stark vom Treibstoff abhängig sind, beobachten die Entwicklung genau.

Auch wenn Songkran auf Koh Samui in diesem Jahr weiterhin tausende Besucher anzieht, bleibt die Insel eng mit der energiepolitischen Großwetterlage auf dem Festland verknüpft. Entscheidend wird sein, ob die Ermittler rasch Klarheit über die Treibstoffaffäre schaffen und die Regierung gleichzeitig einen verlässlichen Kurs bei Subventionen und Versorgungswegen findet.

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Roman Knöpfel 15.04.26 13:30
Bangkok Airways
Hat den Flughafen auch selber gebaut und ist heute noch Eigentümer des Airports.
Michael Meier 15.04.26 12:50
@ Norbert , so ist es !
Bangkok Airways holds a near-monopoly on direct flights to Koh Samui (USM) because it owns and operates the airport.
Norbert Schettler 15.04.26 11:30
Samui Airport
Mehrere Fluggesellschaften stocken ihre Kapazitäten nach Samui auf. Wer fliegt denn außer Bangkok Airways und Scoot (Singapur) dort noch hin? Laut Webseite Samui Airport Arrivals/Landings niemand.

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