Razzia im MBK gegen Markenfälschungen

Behörden beschlagnahmen über 100.000 gefälschte Produkte

Beamte des Department of Special Investigation überprüfen während einer Razzia im MBK Center Verkaufsregale mit Handtaschen und Modeaccessoires, die im Verdacht stehen, Markenrechte zu verletzen. Bild: Department of Special Investigation (DSI)
Beamte des Department of Special Investigation überprüfen während einer Razzia im MBK Center Verkaufsregale mit Handtaschen und Modeaccessoires, die im Verdacht stehen, Markenrechte zu verletzen. Bild: Department of Special Investigation (DSI)

BANGKOK: Bei einer Razzia im bei Touristen beliebten Einkaufszentrum MBK Center in Bangkok haben thailändische Behörden mehr als 100.000 gefälschte Markenprodukte im geschätzten Wert von rund 30 Millionen Baht beschlagnahmt. Die Aktion ist Teil verstärkter Maßnahmen gegen Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte.

Nach Angaben von Oramon Sapthaweetham, Generaldirektorin des Department of Intellectual Property (DIP), erfolgte der Einsatz im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des aktuellen „Notorious Markets“-Berichts des Büros des US-Handelsbeauftragten. In dem Bericht werden weltweit Märkte aufgeführt, auf denen in besonderem Maß Produkte gehandelt werden, die gegen Marken- und Urheberrechte verstoßen. Insgesamt nennt der Bericht 37 Online-Marktplätze und 32 physische Märkte in 19 Ländern. Das MBK Center wurde dabei als einziger physischer Markt in Thailand wegen eines hohen Aufkommens an Produktfälschungen aufgeführt. Zuvor hatte über Jahre hinweg vor allem das Einkaufszentrum Pantip Plaza diesen Ruf, das inzwischen als „Phenix Food Wholesale Hub“ neu positioniert wurde.

Razzia in 17 Geschäften im MBK Center

Beamte des DIP führten gemeinsam mit Ermittlern des Department of Special Investigation (DSI) am Donnerstag (12. März 2026) Kontrollen in 17 Geschäften sowie mutmaßlichen Lagerräumen innerhalb des MBK Centers durch. Dabei stellten die Ermittler große Mengen gefälschter Waren sicher, darunter Handtaschen, Schuhe, Kleidung und Modeaccessoires, die bekannte internationale Marken imitierten. Zu den betroffenen Marken zählen unter anderem Christian Dior, Nike, Adidas, Gucci, Chanel und Louis Vuitton.

Ermittler des Department of Special Investigation dokumentieren während der Kontrollen im MBK Center mutmaßlich gefälschte Sportschuhe internationaler Marken. Bild: Department of Special Investigation (DSI)
Ermittler des Department of Special Investigation dokumentieren während der Kontrollen im MBK Center mutmaßlich gefälschte Sportschuhe internationaler Marken. Bild: Department of Special Investigation (DSI)

Nach Angaben der Ermittler wurden mehrere Verdächtige festgenommen. Insgesamt beschlagnahmten die Behörden mehr als 100.000 gefälschte Produkte, deren Marktwert auf etwa 30 Millionen Baht geschätzt wird. Die sichergestellten Beweise werden derzeit für weitere strafrechtliche Schritte ausgewertet.

MBK will Verträge mit Händlern kündigen

Die Leitung des MBK Centers habe mit den Ermittlern kooperiert und zugesichert, Mietverträge mit Händlern, die beim Verkauf gefälschter Waren erwischt wurden, umgehend zu kündigen, erklärte Oramon.

Bei der Razzia im MBK Center stellten Ermittler auch Haushaltswaren sicher, die bekannte Luxusmarken nachahmen sollen. Bild: Department of Special Investigation (DSI)
Bei der Razzia im MBK Center stellten Ermittler auch Haushaltswaren sicher, die bekannte Luxusmarken nachahmen sollen. Bild: Department of Special Investigation (DSI)

Die Razzia ist Teil einer umfassenderen Strategie der Behörden, große Einkaufszentren in Bangkok sowie wichtige Tourismusgebiete stärker zu überwachen. Ziel sei es, den Handel mit gefälschten Produkten einzudämmen, der dem wirtschaftlichen Ansehen des Landes schaden könne. Gleichzeitig werde die Zusammenarbeit mit der Royal Thai Police und dem thailändischen Zoll ausgebaut, während auch Online-Plattformen verstärkt überwacht werden sollen, um den Handel mit Produktfälschungen einzudämmen.

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Kurt Brun 15.03.26 13:33
Markenwaren
Auch diese Originale lassen ihren Brei in Billigstländern produzieren (ein Super Beispiel ist Federers Laufschuh). Gewinnbringend mit 500% Aufschlag zu erhalten.
Mir ist es wurst, ob die Schuhe, Hosen oder was auch immer einen Markennamen (der auch nur der Werbung dient) tragen. Mir müssen sie passen, gefallen und bezahlbar sein.
Roman Knöpfel 15.03.26 13:32
@ Chris
Vermutlich wurden die säumigen Zahler, des Polizeihilfsfonds, zur Kasse gebeten. Damit nicht weitere Shopbetreiber auf die Idee kommen, sie könnten ihre Zahlungen aussetzen. dieses System wird Thailandweit erfolgreich angewandt. Darum dürfen auch Taxis im Bezirk Khlong Toey parkend vor den Musikbars auf Gäste warten und Fahrten ablehnen. Ich kenne Thailand nunmehr 28 Jahre, unter keiner Regierung wurde an diesem Systm etwas geändert, ausser die Gesichter die Besserung. gelobten.
Harald Mom 15.03.26 13:31
Ein lobenswerter Schritt
Dennoch frage ich mich, warum man solche großen Razzien benötigt. Denn ich muss nur bei Lazada z.b. Eine Maschine von Makita bestellen. Originale Markita Fotos Originale Markenvideos....... Und dann kommt die Lieferung: Billiger China Schrott. Mit dem Aufdruck Makita. Bei den Akkus es steht ebenfalls markita drauf. Ein Aufkleber verspricht 8Ah. Und beim genauen Hinsehen unter dem Aufkleber. Stellt man fest, dass es ein akku einer Billigmarke ist. Hier wird nicht gegen vorgegangen. Denn das lässt sich nicht öffentlich als Supererfolg vermarkten.
Thailand Fan 15.03.26 09:30
Das ist ok und gehört einfach seit Jahren dazu. Niemand will ernsthaft die tausende von Arbeitsplätzen gefährden. Wer wäre wohl bereit, in Pattaya zB die halbe untere Etage der Mike Shopping Mall für alle Zeiten auszuräumen? Zur Wahrheit gehört aber auch, dass man sich in D bei Kick und Co. oder Temu genauso billig (auch online mit Fake-uhren) problemlos eindecken kann ...
Chris Jomtien 14.03.26 18:10
Showeffekt ohne Nachwirkungen
@Sven Bode, das MBK (Mabunkrong Shopping Center) ist weder der bekannteste Markt in Bangkok, noch überhaupt ein Markt. Sie verwechseln es vermutlich mit dem JJ (Chattuchak) Markt.
Das MBK ist ein Department Store mit 2.000 - 2.500 Shops auf 8 Etagen. Der Verwaltungsbereich hat 20 Etagen.

Alle Jahre wieder wird öffentlichkeitswirksam über eine Razzia in einem der unzähligen Outlets für Fake-Produkte berichtet, doch eine Absicht, den Verkauf zumindest zu stören, ist auch weiterhin nicht erkennbar.
Hier wurden 17 Shops als Sündenböcke ausgewählt. Das sind weniger als 1% der mutmaßlichen Fake Shops in diesem Department Store oder umgerechnet auf Bangkok, nicht mehr als eine Nadel im Heuhaufen.
Interessant wäre zu erfahren, wie die Sündenböcke ausgewählt wurden. Wird das auf einer Lotterie entschieden oder gibt es eine schwarze Liste über säumige Teegeldzahler? Weiter würde mich interessieren ob die Waren später zurück gegeben werden oder ob eine Versicherung den Schaden ersetzt.
Sven Bode 14.03.26 15:50
die Spitze des Eisbergs
Wer hätte das gedacht - Fake-Waren sind in T-Land erhältlich. OK, jetzt wurde auf dem bekanntesten Markt in Bangkok mal medienwirksam durchgegriffen. Wie viele andere Märkte in Bangkok und anderen Städten blieben unkontrolliert?
Im Übrigen sehe ich das genauso wie Oliver: Die heute geschlossenen Läden machen morgen an anderer Location und/oder unter anterem Namen wieder auf.
Oliver Harms 14.03.26 14:00
MBK ist dafür bekannt auch ohne US Behörden
Die Reaktion des Center Management ist so etwas von scheinheilig das man nur noch lachen kann.

Ingo Kerp 14.03.26 13:30
Das ist wieder eine der sich jährlich wiederholenden Aktionen der Behörden, die dann mit viel Getöse publik gemacht werden, wenn eine größere Anzahl Fake-Artikel beschlagnahmt wurde. Die Behörden können die gleiche Aktion schon jetzt fest in den Terminkalender im kommenden Jahr aufnehmen, da die derzeit kontrollierten Stände wieder vollgestellt sind mit neuen Fake-Waren.

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