Premier verteidigt höhere Quoten für Ausländer

Thailands Premierminister Srettha Thavisin. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Thailands Premierminister Srettha Thavisin. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Der thailändische Premierminister Srettha Thavisin wies am Dienstag (25. Juni 2024) Kritik an seinen Plänen zurück, die Möglichkeiten für ausländisches Eigentum in Thailand zu erweitern. Er betonte, dass die vorgeschlagenen Änderungen, die eine Erhöhung der Eigentumsquote an Eigentumswohnungen auf 75 Prozent und eine Ausdehnung der Pachtverträge auf bis zu 99 Jahre vorsehen, keinesfalls einen „Ausverkauf der Nation“ darstellten.

„Es geht um langfristige Pachtverträge, nicht um den Verkauf von Land“, erklärte Srettha. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Wirtschaft anzukurbeln, ohne dass das thailändische Territorium gefährdet wird, fügte er hinzu.

Die Vorschläge, die letzte Woche vom Kabinett zur Prüfung in Auftrag gegeben wurden, haben in politischen Kreisen für Diskussionen gesorgt. Innenminister Anutin Charnvirakul erklärte, dass sein Ministerium derzeit die Vor- und Nachteile der Politik bewerte. „Die Rechte der thailändischen Bevölkerung werden geschützt, während wir gleichzeitig unsere Wirtschaft voranbringen“, betonte Anutin.

Kritik kam von einem geschäftsführenden Senator, Somchai Swangkarn, der auf Facebook bemerkte, dass die Pläne einen Interessenkonflikt darstellen könnten, da sie Immobilienunternehmen zugutekommen, die Verbindungen zu Kabinettsmitgliedern haben. Vor seiner politischen Karriere war Srettha Thavisin CEO des Bauunternehmens Sansiri Plc.

Verteidigung erhielten die Vorschläge auch von Julapun Amornvivat, dem stellvertretenden Finanzminister. Er betonte die Bedeutung der Maßnahmen für die Anziehung von qualifizierten Ausländern und die Steigerung der Investitionen in Thailand. „Die Änderungen würden nicht die Immobilienpreise beeinflussen, sondern vielmehr den Zugang zu Krediten erleichtern“, fügte Julapun hinzu.

Lokale Immobilienmanager und Branchenverbände unterstützen überwiegend die Verlängerung der Pachtverträge auf 99 Jahre. Issara Boonyoung, Ehrenpräsident der Housing Business Association, berichtete von einem kürzlichen Treffen mit Beamten des Landministeriums, bei dem über Anreize für ausländische Käufer diskutiert wurde.

Im regionalen Vergleich liegt Thailand mit den aktuellen Regelungen hinter Nachbarn wie Kambodscha und Singapur. Sopon Pornchokchai, Präsident der Agentur für Immobilienangelegenheiten, schlägt vor, die neuen Regeln für ausländisches Eigentum in besonders bei Ausländern beliebten Gebieten wie Bangkok, Phuket und Pattaya anzuwenden.

Diese Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Thailand bestrebt ist, sich als globales Drehkreuz zu positionieren und ausländische Investitionen und Touristen anzuziehen. Trotz der Bedenken einiger Kritiker, scheint die Regierung entschlossen zu sein, die Maßnahmen voranzutreiben, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu fördern.

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Thailand Fan 29.06.24 17:30
Natürlich beginnt der PM als ehemaliger CEO einer Baufirma nun Stück für Stück in diese Richtung zu "regieren" Solange es nicht auffällt oder aber vertuscht werden kann, bewegt er sich völlig im hier geltenden und akzeptierten Rahmen.
Monruedee Kanhachin 27.06.24 12:40
Herr leschim
Leider haben Sie recht...und leider wird es in Zukunft noch schlimmer werden.
Jörg Obermeier 27.06.24 12:20
Was da oben nicht steht, ist dass bei 75% Ausländeranteil einer Wohnanlage die Stimmrechte bei Eigentümerentscheidungen trotzdem auf 49% begrenzt werden soll. Und wenn man das 99 Jahre Pachtrecht auf Bangkok, Phuket und Pattaya beschränken sollte, dann klingt das für mich mal irgendwie wieder typisch thailändisch: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.
leschim alex 27.06.24 11:40
Wenn die eigenen Leute nichts .....
..... kaufen sollen die Auslaender das tun. Wenn die eigenen Leute keine Steuern zahlen sollen das die Auslaender machen (damit die Wahlversprechen eingehalten werden koennen). Aber Erweiterung der Rechte fuer Auslaender oder Erleichterungen fuer Expats sind nicht zu erwarten. Nach dem Motto : Euer (auslaendisches) Geld ist gerne gesehen - ihr (Auslaender) selbst aber nicht.

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