Orban will sich zur Affäre um Budapest-Besucher Strache nicht äußern

Foto: epa/Szilard Koszticsak
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BUDAPEST (dpa) - Ungarns rechts-nationaler Ministerpräsident Viktor Orban will sich zum Rücktritt des zuletzt von ihm in Budapest herzlich begrüßten österreichischen Vizekanzlers und FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache nicht äußern. «Wir betrachten das als eine innere österreichische Angelegenheit, weswegen die (ungarische) Regierung das nicht zu kommentieren wünscht», erklärte ein Sprecher Orbans am Samstag auf eine Anfrage des Nachrichtenportals «index.hu».

Erst vor knapp zwei Wochen hatte Orban den durch ein Video in Korruptionsverdacht geratenen Wiener Rechtspopulisten herzlich an seinem Amtssitz in Budapest empfangen. Der Ungar drängt die konservative Europäische Volkspartei (EVP), der auch CDU und CSU angehören, dazu, sich nach der Europawahl in zwei Wochen auf eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten unter dem Italiener Matteo Salvini einzulassen. Salvinis neuem Block gehört auch die bislang von Strache geführte FPÖ an.

Strache hatte bei einem Treffen mit einer angeblich schwerreichen russischen Investorin auf Ibiza erklärt, er würde ihr im Gegenzug für Wahlkampfhilfe öffentliche Aufträge zuschanzen, sollte die FPÖ an die Macht kommen. Nachdem ein Video von dem Treffen Medien zugespielt wurde, trat er zurück. Der Wiener FPÖ-Koalitionspartner ÖVP gehört der EVP an. EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber sah sich am Samstag bei einem Besuch in Zagreb durch die Affäre in seiner Politik bekräftigt, in Europa keine Koalitionen mit rechten Parteien wie der FPÖ zu akzeptieren.

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