Nok Air stellt Antrag auf Sanierung beim Konkursgericht

Eine startende Maschine der finanziell angeschlagenen Billigfluggesellschaft Nok Air. Foto: epa/Barbara Walton
Eine startende Maschine der finanziell angeschlagenen Billigfluggesellschaft Nok Air. Foto: epa/Barbara Walton

BANGKOK: Die finanziell angeschlagene thailändische Billigfluggesellschaft Nok Air beteuerte am Donnerstag, dass sie wieder zahlungsfähig sei, obwohl sie dem Beispiel von Thai Airways International (THAI) folgte und beim Zentralen Konkursgericht einen Antrag auf Sanierung stellte.

Berichten zufolge soll Nok Air bis zum 31. März 2020 Schulden in Höhe von 26,79 Milliarden Baht angehäuft haben.

Gemäß dem Vorstandsvorsitzenden von Nok Air, Wutthiphum Jurangkool, hätten die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie seine Fluggesellschaft daran gehindert, ihre 18 internationalen Routen zu bedienen, während die Nachfrage auf den Inlandsrouten in 23 thailändische Provinzen immer noch sehr gering ist, weshalb die Airline im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten ihren Flugplan nur zu 30 Prozent wieder aufnehmen konnte.

Khun Wutthiphum führte fort, dass sein Unternehmen seit den ersten Tagen der Pandemie zudem Rückerstattungskosten in Höhe von rund 100 Millionen Baht pro Monat tragen muss: „Es gehört zu unserer Firmenpolitik, allen Passagieren, die während der Coronavirus-Krise Flüge stornieren mussten, so schnell wie möglich eine Rückerstattung zu gewähren, was zu einer schweren finanziellen Belastung sowie zu geringeren Einnahmen führte.“ Er fügte hinzu, dass derzeit schätzungsweise nur noch 200 Kunden auf ihre Flugkostenrückerstattung warten würden.

Obwohl einige Gläubiger der Fluggesellschaft Kompromisse eingegangen seien, einschließlich der Möglichkeit, Rückzahlungen in Raten zu leisten, würden laut Khun Wutthiphum die monatlichen Fixkosten die Einnahmen übersteigen, weshalb der Verwaltungsrat von Nok Air einen Antrag auf Sanierung im Insolvenzverfahren gestellt habe.

Khun Wutthiphum beteuerte, dass Nok Air derzeit nicht die Absicht habe, seine Belegschaft oder seinen Betrieb zu verkleinern, und werde bis Ende dieses Jahres zwei neue Boeing 737-800 mit 189 Sitzen in die Flotte aufnehmen. Zudem würde die Airline immer noch über Vermögenswerte im Wert von 23,8 Milliarden Baht verfügen, erklärte Khun Wutthiphum. Er wies dennoch darauf hin, dass Nok Air noch in diesem Jahr dem Zentralen Konkursgericht einen Plan zur Unternehmenssanierung vorlegen müsse. Sollte der Plan angenommen werden, habe sein Unternehmen strikt die Anweisungen bezüglich der Zahl seiner Flugzeuge und seines Personals zu befolgen.

Der Nok-Air-Vorstandsvorsitzende betonte abschließend, dass seine Airline nicht bankrott sei, doch ihr Liquiditätsproblem lösen müsse. „Unsere 1.500 Angestellten werden ihre Arbeit wie gewohnt fortsetzen.“

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Sven Müller 01.08.20 17:33
Wenn es ihnen jetzt schon schlecht geht, wie wollen sie dann bis nächstes Jahr durchhalten? Vorher wird es keine Touristen geben und mehr Inlandstourismus ist eher eine Wunschvorstellung.
Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man die Wirtschaft sehenden Auges in den Ruin führt.
Ole Bayern 31.07.20 19:37
Die Pleitphase beginnt....
.... es wird leider nicht die letzte Insolvenz einer der zahlreichen asiatischen Billigfliegern sein. Ich frage mich nur , was wird aus der großen Thai Airways , wenn bis weit 2021 keine Touristen und Ausländer ins Land kommen wie der Minister sagt . Eine Quarantäne von 14 Tagen ist keine Alternative um Ausländer wieder einreisen zu lassen . Bei der unzureichenden Kapitalausstattung , hohen staatlichen Kredit , extrem hohen Schulden , fast doppelten Personalbestand wie die anderen großen Airlines und das Bedienen internationaler Strecken - bei de facto Flugverbot ins Ausland - .... wie soll das bei Thai Airways ausgehen .... Volllandung in der Pleite prognostiziere ich ! Das geht nicht gut aus für Thai Airways ...... VG Ole