Neues aus dem Ausland am Montag

Foto: Pixabay/Philipp
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«New York Post» plant neue gedruckte Zeitung in Kalifornien

LOS ANGELES/NEW YORK: In Deutschland und vielen anderen Ländern gehen die Auflagenzahlen von gedruckten Zeitungen seit Jahrzehnten zurück. In diesen Zeiten macht die «New York Post» eine bemerkenswerte Ankündigung.

Das US-Boulevardblatt «New York Post» plant eine neue gedruckte Zeitung in Kalifornien. Anfang 2026 werde «The California Post» erscheinen und ihren Sitz in Los Angeles haben, hieß es auf der Webseite der Boulevardzeitung, die zum Portfolio von Medienmogul Rupert Murdoch gehört.

Neben einer täglichen Printausgabe sollen die Inhalte digital erscheinen - inklusive Video, Audio und sozialen Medien. Der Plan lässt aufhorchen - seit Jahrzehnten gehen Auflagenzahlen von gedruckten Presseprodukten in Deutschland und auch anderen Ländern strukturell bedingt zurück, viele konzentrieren sich verstärkt auf digitale Angebote.


Klingbeil hofft auf Ausnahmen bei US-Zöllen für Stahlbranche

WASHINGTON: Nach einer Einigung zwischen der EU und den USA bei Zollstreitigkeiten reist Bundesfinanzminister Klingbeil nach Washington. Was will er dort besprechen?

Wenige Tage vor dem angepeilten Inkrafttreten der US-Zölle auf EU-Importe hofft Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf Ausnahmen für die deutsche Stahlbranche. Er wolle bei seinem Besuch in Washington etwa eine Quotenregelung für das Metall besprechen - damit könnten möglicherweise bestimmte Mengen des Rohstoffs zu geringeren Zollsätzen oder gar aufschlagsfrei zwischen beiden Seiten des Atlantiks gehandelt werden. «Das wäre für die deutsche Stahlbranche, für viele Arbeitsplätze in Deutschland sehr wichtig», sagte er vor anwesenden Journalisten in Washington.

Zugleich zeigte sich Klingbeil mit Blick auf die Zollverhandlungen der EU mit den USA enttäuscht. «Ich finde, wir waren zu schwach. Wir können auch nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein, das erzielt wurde.» Man müsse sich überlegen, was eigentlich das Ergebnis der Debatten der vergangenen Wochen war. Bereits zuvor hatte Klingbeil angemahnt, dass Deutschland nach den Zollverhandlungen «Konsequenzen» ziehen müsse. Angesprochen auf ein mögliches Ende des freien Welthandels sprach der SPD-Politiker im Deutschlandfunk von einem «Rückschlag».

Die EU und die USA hatten im Zollstreit zuletzt eine Einigung erzielt. Das Abkommen zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht einen Zollsatz in Höhe von 15 Prozent für die meisten EU-Importe in die USA vor. Als neuer Starttermin steht der 7. August.


Spionage-Prozess gegen Ex-Mitarbeiter von Krah beginnt

DRESDEN/BRÜSSEL: Ein ehemaliger Mitarbeiter des AfD-Politikers Maximilian Krah steht unter Spionage-Verdacht für China. Mit seiner mutmaßlichen Komplizin muss er sich nun vor in Dresden vor Gericht verantworten.

Ein früherer Mitarbeiter des damaligen AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah muss sich wegen Agententätigkeit für einen chinesischen Geheimdienst vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt am Dienstag (9.30 Uhr) am Oberlandesgericht Dresden. Auf der Anklagebank sitzt zudem eine mutmaßliche Komplizin.

Bereits ab 2002 soll der Deutsche Jian G. laut Anklage des Generalbundesanwaltes Mitarbeiter eines chinesischen Geheimdienstes gewesen sein. Als Assistent in Krahs Abgeordnetenbüro im Europäischen Parlament habe er von September 2019 bis zu seiner Festnahme im April 2024 Informationen gesammelt und teilweise vertrauliche Dokumente an chinesische Stellen weitergereicht. Außerdem habe er persönliche Informationen über AfD-Führungspersonal zusammengetragen sowie chinesische Dissidenten ausgespäht.

Der mitangeklagten Chinesin Jaqi X. werfen die Ermittler vor, dem Beschuldigten zugearbeitet zu haben. Sie arbeitete für ein Logistik-Dienstleistungsunternehmen am Leipziger Flughafen und soll G. wiederholt Daten über Flüge, Fracht und Passagiere übermittelt haben - insbesondere zum Transport von Rüstungsgütern.

In dem Prozess sind bis Ende September 13 Verhandlungstermine angesetzt. Krah war von 2019 bis 2025 Mitglied des Europäischen Parlaments und ist nun Bundestagsabgeordneter.


Letzte Chance für Deal bei UN-Plastik-Konvention

GENF: Im Dezember sind die Verhandlungen noch gescheitert, jetzt gibt es einen letzten Anlauf in Genf: Die Plastikflut weltweit soll mit einem internationalen Vertrag eingedämmt werden.

Wie können Mensch und Umwelt vor der Plastikflut geschützt werden, die Natur und zunehmend auch die Gesundheit belasten? In Genf unternehmen Dutzende Länder ab Dienstag (10.00 Uhr) einen letzten Versuch, ein international bindendes Vertragswerk gegen Plastikverschmutzung zu schaffen. Es soll im kommenden Jahr unterzeichnet werden.

Dass weltweit so strenge Auflagen wie in der EU für Plastikherstellung, -vermeidung und -entsorgung durchkommen, gilt als unwahrscheinlich. Dennoch ist das Abkommen im Interesse auch der Europäer: Plastikverschmutzung kennt keine Grenzen, sie belastet Meere, Luft und Boden und dringt zunehmen auch in die Nahrungskette und menschliche Körper ein.

Weltweit wurden nach Schätzungen des UN-Umweltprogramms (Unep) 2024.500 Millionen Tonnen Plastik hergestellt, von denen fast 400 Millionen als Abfall übrig bleiben. Bis 2060 könnte sich die Abfallmenge ohne Abkommen verdreifachen, warnt Unep.


Rottweiler beißt Neunjährigen tot

PITHIVIERS: Der Vater ist kurz Einkaufen, als ein Rottweiler den neunjährigen Sohn zu Hause angreift. Die Bisswunden in Kopf und Nacken überlebt das Kind nicht. Durfte der Vater den gefährlichen Hund halten?

Ein Rottweiler hat in Frankreich einen Neunjährigen angegriffen und totgebissen. Der Junge war mit dem Hund der Familie alleine zu Hause, als dieser das Kind attackierte und in Kopf und Nacken biss, wie die Zeitung «La République du Centre» und weitere Medien unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft in Orléans berichteten.

Ein Nachbar in der Ortschaft Escrennes hörte den Jungen schreien und rief den Vater an, der gerade beim Einkaufen war. Dieser fand seinen Sohn blutüberströmt auf dem Boden liegend vor und stach mit einem Messer zweimal auf den weiterhin aggressiven, 60 Kilogramm schweren Hund ein. Die Polizei musste einen Elektroschocker gegen den Hund einsetzen, der später eingeschläfert wurde.

Die Einsatzkräfte konnten das Leben des Jungen nicht mehr retten, er starb noch an Ort und Stelle. Nach ersten Angaben des vollkommen schockierten Vaters hatte der Hund zuvor noch nie jemanden gebissen, berichtete die Zeitung «Le Parisien».

Der Vater wurde kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Unter anderem werde geprüft, ob der Vater eine Genehmigung zum Halten des Rottweilers hatte, der in Frankreich als potenziell gefährlicher Hund kategorisiert ist.


Topgolf-Chef folgt auf Jochen Zeitz bei Harley-Davidson

MILWAUKEE: Harley-Davidson macht seit Jahren ein Rückgang der Nachfrage zu schaffen. Nach dem einstigen Puma-Chef Jochen Zeitz übernimmt bald ein weiterer Branchen-Outsider die Führung.

Nachfolger des deutschen Harley-Davidson-Chefs Jochen Zeitz soll ein Manager werden, der sich bisher mit Golf-Simulatoren und Pizza beschäftigte. Der Motorrad-Konzern holt den 48-jährigen Artie Starrsan an die Spitze, der zuletzt die Ketten Topgolf International und Pizza Hut führte.

Zeitz, der Harley-Davidson seit 2020 durch schwierige Jahre steuerte, geht zum 1. Oktober. Er machte sich zuvor einen Namen vor allem als Chef des Sportartikel-Konzerns Puma.

Die Traditionsfirma Harley-Davidson hat mit einem Nachfrage-Rückgang unter anderem wegen einer alternden Kundschaft zu kämpfen. So fielen die weltweiten Verkäufe im vergangenen Quartal um 15 Prozent. Harley-Davidson will unter anderem mit einem Modell zum Preis von unter 6.000 Dollar gegensteuern. Im Frühjahr lehnten die Aktionäre die Forderung des Investors H Partners ab, Zeitz aus dem Verwaltungsrat der Firma zu entfernen.


Neue Plastikverhandlungen: Kunst gegen Müll

GENF: Vor der letzten Verhandlungsrunde für ein weltweites Abkommen gegen Plastikabfälle in Genf macht ein kanadischer Künstler auf das Müllproblem aufmerksam.

Mit Anlehnung an die berühmte Skulptur des Denkers, Mutter Erde und die DNA sowie jede Menge Plastikmüll macht ein kanadischer Künstler in Genf auf die verheerende Umweltverschmutzung aufmerksam. Benjamin Von Wong forderte Teilnehmer der letzten Verhandlungsrunde für ein globales Abkommen gegen die Plastikverschmutzung auf, ehrgeizige Ziele zu vereinbaren. Seine Installation vor dem Sitz der Vereinten Nationen heißt «The Thinker's Burden» (Die Bürde des Denkers).

Aus Pappmaché, Holz und Stahl hat er den berühmten Denker von Rodin nachgebaut, der hier ein Baby im Arm hält und auf der Mutter Erde sitzt. Rundherum ist ein riesiger DNA-Strang, der die Bausteine des Lebens darstellt. Umgeben ist das Kunstwerk von Plastikmüll aller Art. Wong will damit auf die Auswirkungen einer unregulierten Kunststoffindustrie auf Mensch und Planet aufmerksam machen.

Bei den an diesem Dienstag beginnenden Verhandlungen wollen mehr als 160 Länder einen globalen Vertrag erreichen, der die Plastikproduktion, das Design sowie den Umgang mit Müll so regelt, dass Mensch und Umwelt besser geschützt werden.


«NZZ»: Donald Trump richtet Schaden an

ZÜRICH: Die «Neue Zürcher Zeitung» analysiert am Montag die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump:

«Statt globale Regeln sollen bilateral unterschiedliche, wechselnde Beziehungen den wirtschaftlichen Austausch bestimmen, statt Freihandel hohe Zollmauern die einheimische Industrie schützen. Das wird die USA selbst, aber auch Europa und nun besonders die Schweiz hart treffen. (.)

Kompensieren lässt sich der Schaden am ehesten, indem der Rest der Welt die Integration durch freien Handel unter- und miteinander vertieft. Bilaterale und zunehmend auch plurilaterale Freihandelsabkommen gewinnen an Bedeutung. Sie können den in den USA verlorenen Marktzugang durch neue Marktchancen ersetzen. Die EU kann den Schaden kompensieren, indem sie ihren eigenen Binnenmarkt vertieft. Die Schweiz muss daran teilnehmen.

Die Freihandelsorganisation (WTO) wirkt zwar noch gelähmt, aber sie könnte und sollte als WTO-1 (ohne die USA) wieder an Fahrt gewinnen. Kompensieren lässt sich der Schaden zumindest teilweise auch, indem die Belastung der einheimischen Wirtschaft durch Politik und Bürokratie reduziert wird. Kurzum: Donald Trump richtet Schaden an, aber der Rest der Welt hat es in der Hand, wie groß dieser wird.»

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