Neues aus dem Ausland am Dienstag

Foto: Pixabay/Dan Novac
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Trump: Vereinte Nationen schöpfen Potenzial nicht aus

WASHINGTON: Will Donald Trump mit seinem «Friedensrat» eine UN-Alternative schaffen? Der US-Präsident sagt, die Vereinten Nationen solle es weiterhin geben - hält ihnen aber auch vor, sie seien «nicht hilfreich».

US-Präsident Donald Trump hat die Vereinten Nationen dafür kritisiert, dass die Organisation ihr Potenzial nicht ausschöpfe. Die UN seien «nicht sehr hilfreich» gewesen, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er sei aber überzeugt, dass die Organisation weiterhin existieren solle, weil sie ein «großartiges Potenzial» habe, antwortete er auf die Frage, ob er mit seinem «Friedensrat» die UN ersetzen wolle.

«Ich bin ein großer Fan des Potenzials der UN, aber sie haben ihr Potenzial nie ausgeschöpft», kritisierte Trump. So sei es eigentlich an der Organisation gewesen, die bewaffneten Konflikte rund um die Welt zu lösen, die er beendet habe. Trump sagt immer wieder, dass er im ersten Jahr seiner Amtszeit acht Kriege beendet habe - und dafür den Friedensnobelpreis verdiene.

Ursprünglich war der «Friedensrat» Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für den Gazastreifen. Das Gremium sollte eine Übergangsregierung beaufsichtigen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die US-Regierung das Mandat des Rats stark erweitern möchte und sich der «Friedensrat» um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll. Kritiker sprechen daher davon, dass es Trump darum gehen könnte, eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen zu schaffen.


US-Einheiten beschlagnahmen weiteren Öltanker

WASHINGTON: Die USA haben bereits mehrere sanktionierte Tanker in der Karibik unter ihre Kontrolle gebracht. Washington bekräftigt: Öl aus Venezuela darf nur «rechtmäßig» transportiert werden.

Die USA haben in der Karibik einen weiteren Öltanker aufgebracht. Das Motorschiff «Sagitta» habe sich der von US-Präsident Donald Trump verhängten Blockade für sanktionierte Tanker widersetzt, teilte das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs (Southcom) auf der Plattform X mit.

Die USA seien entschlossen zu sichern, dass nur ordnungsgemäß und rechtmäßig koordiniertes Öl das südamerikanische Land Venezuela verlässt, hieß es weiter. Laut Southcom verlief der Einsatz erneut «ohne Zwischenfälle».

Die USA haben in den vergangenen Wochen bereits mehrere Tanker unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatte Trump angekündigt, eine «vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela» zu verhängen.

Die US-Streitkräfte haben ihre Präsenz in der Karibik stark ausgebaut. Unter anderem wurden in den letzten Monaten zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford» in die Region verlegt. Am 3. Januar nahm das US-Militär bei einer Operation in Caracas Machthaber Nicolás Maduro fest. Der Präsident und seine Frau Cilia Flores wurden nach New York gebracht. Dort soll ihnen der Prozess wegen Drogendelikten gemacht werden.


Trump beharrt: Norwegen kontrolliert Friedensnobelpreis

WASHINGTON: Im Streit um den Friedensnobelpreis legt Trump nach: Norwegen kontrolliere die Vergabe, sagt der US-Präsident. Zuvor hatte Norwegens Ministerpräsident sich bereits dazu geäußert.

US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an Norwegen im Streit um den Friedensnobelpreis bekräftigt. Bei einer Pressekonferenz sagte er, er habe «viel Respekt vor Norwegen verloren» und sei überzeugt, dass das Land sehr wohl kontrolliere, wer den Preis erhalte - ungeachtet gegenteiliger Beteuerungen aus Oslo.

Zuvor hatte Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre erklärt, die Vergabe des Friedensnobelpreises liege allein bei einem unabhängigen Nobelkomitee und nicht bei der norwegischen Regierung. Dies war eine Reaktion auf eine Nachricht Trumps an europäische Vertreter, in der er seine aggressive Haltung gegenüber Grönland mit der Entscheidung verknüpft hatte, ihm im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis nicht zu verleihen. Dem norwegischen Regierungschef schrieb Trump, er fühle sich deshalb nicht länger verpflichtet, «ausschließlich an den Frieden zu denken».

Trump wiederholte zudem seine Behauptung, er habe während seiner Amtszeit acht Kriege beendet und dafür zahlreiche Empfehlungen erhalten. Er habe dies nicht für einen Nobelpreis getan, sondern um Leben zu retten, sagte der Präsident. Zugleich verwies er auf seine Bemühungen um ein Ende des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine.


Zahl der Toten bei Zugunglück steigt auf 42

ADAMUZ/CÓRDOBA: Nach dem Zugunglück in Spanien steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Noch immer gelten 43 Menschen als vermisst, die Suche in den Trümmern dauert an.

Die Zahl der Todesopfer des schweren Zugunglücks in Spanien ist nach Angaben der Regionalregierung Andalusiens auf 42 gestiegen. Im Laufe des Tages seien drei Leichen aus den Trümmern von Waggons geborgen worden. Die Zahl der als vermisst gemeldeten Personen lag weiter bei 43 und die Suche nach möglichen weiteren Opfern dauerte an. Bei dem Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen waren am Sonntagabend auch Dutzende Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Neun von ihnen würden noch auf Intensivstationen behandelt, teilte die Regionalregierung weiter auf der Plattform X mit.

Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Die Behörden baten Familien um DNA-Proben, um die Identifikation zu beschleunigen. Im Fernsehen beklagten Angehörige mangelnde und nur schleppende Informationen über das Schicksal von Vermissten. Die zuständige Justizbehörde in Córdoba teilte mit, bisher seien zehn Todesopfer identifiziert worden. Angaben zur Identität oder Nationalität wurden nicht gemacht.


Wadephul besucht Kenia und Äthiopien

NAIROBI: In Nairobi und Addis Abeba will der Außenminister über die regionale und internationale Sicherheit reden. Angesichts von Trumps Grönland-Plänen soll es auch um die internationale Ordnung gehen.

Außenminister Johann Wadephul beginnt an diesem Mittwoch in Kenia einen zweitägigen Besuch in Afrika. In der Hauptstadt Nairobi will der CDU-Politiker unter anderem Präsident William Ruto sowie Premierminister und Außenminister Musalia Mudavadi zu Gesprächen treffen. Zudem sind der Besuch eines Schulungszentrums einer deutschen Firma sowie bei einem internationalen Ausbildungszentrum für Friedensunterstützung geplant. Wadephul wird bei der Reise von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Am Donnerstag wird er in Äthiopien erwartet.

Im Zentrum der Reise stehen nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts in Berlin neben den bilateralen Beziehungen Fragen der regionalen und internationalen Sicherheit. Außerdem soll es etwa angesichts der umstrittenen Annexionspläne von US-Präsident Donald Trump für die offiziell zum Nato-Mitglied Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland auch um den Erhalt der regelbasierten internationalen Ordnung gehen.

An diesem Donnerstag sind politische Gespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sowie ein Besuch im Hauptquartier der Regionalorganisation Afrikanischen Union (AU) geplant.


Trump hat keine Pläne für Reise nach Paris

WASHINGTON: Wegen der Spannungen zwischen Europa und den USA hat Frankreichs Präsident Macron Trump zu sich nach Paris eingeladen. Daraus dürfte erst einmal nichts werden.

US-Präsident Donald Trump hat während seines geplanten Aufenthalts in Europa derzeit keine Reise nach Paris geplant. Das teilte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit.

Am Dienstagmorgen hatte Trump private Textnachrichten zwischen ihm und Emmanuel Macron auf seiner Plattform Truth Social veröffentlicht, in denen Frankreichs Präsident ein unter anderem um Russland und Dänemark erweitertes Treffen der G7-Staaten am Donnerstag in Paris vorgeschlagen hatte. Zudem lud Macron Trump zu einem Abendessen in Paris ein, bevor dieser zurück nach Washington fliegt. Der Élysée-Palast hatte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten bestätigt.

Trump wird am morgigen Mittwoch im Schweizer Alpenort Davos zu einer Rede beim Weltwirtschaftsforum erwartet. Am Rande der Veranstaltung, die vom Konflikt um Trumps Besitzansprüche auf Grönland überschattet wird, will er sich mit Staats- und Regierungschefs sowie Managern treffen. Für Donnerstag plant er eine Ankündigung zu seinem «Friedensrat».


EU gibt sich neue Anti-Rassismus-Strategie

STRAßBURG: Die EU will gegen Rassismus kämpfen. Die neue Strategie sieht verschiedene Maßnahmen vor.

Die Europäische Kommission will Rassismus entgegenwirken. Dabei geht es unter anderem um den gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung, Bildung, Beschäftigung und Wohnen, wie aus der neuen Anti-Rassismus-Strategie der Behörde hervorgeht. Die Kommission werde die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, Vorurteile in der Gesundheitsversorgung zu beseitigen und den Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbessern.

Eine Kampagne in den 27 Mitgliedstaaten soll zudem das Bewusstsein für Ungleichheiten schärfen und dafür sorgen, dass bestehendes Recht konsequent angewendet wird. «Wir werden Vielfalt und Inklusion verteidigen und eine Union aufbauen, in der jeder eine faire Chance hat, sein volles Potenzial auszuschöpfen», teilte die zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib dazu mit.


Analyse: Deutsche Investitionen in den USA sind eingebrochen

KÖLN: Mit einer aggressiven Handelspolitik und markigen Worten möchte US-Präsident Donald Trump die Investitionen in den USA ankurbeln. Doch diesbezüglich werden deutsche Firmen wohl eher verschreckt.

In der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump haben deutsche Unternehmen bislang deutlich weniger Geld in den USA investiert.

Wie aus einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht, sanken die deutschen Direktinvestitionen im Zeitraum Februar bis November 2025 - also in den ersten zehn Monaten der zweiten Trump-Präsidentschaft - auf 10,2 Milliarden Euro.

Das waren 45 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Jahres 2024, damals waren es noch knapp 19 Milliarden Euro gewesen. Auch im Vergleich zum langjährigen Schnitt - also zum Zeitraum Februar bis November der Jahre 2015 bis 2024 - war das ein Minus, und zwar um 24 Prozent.

IW-Expertin Samina Sultan sagte, die jüngsten Zolldrohungen der USA wegen Grönland unterstrichen, wie unberechenbar die Lage sei. «Das ist Gift für Investitionen und Handel.»


Dänemark und Grönland kontern Trumps Drohungen

KOPENHAGEN/NUUK: US-Präsident Trump macht im Grönland-Konflikt Druck auf Europa. Dänemark warnt vor einem Handelskrieg. «Das Schlimmste liegt vielleicht noch vor uns», sagt Regierungschefin Frederiksen.

Die Regierungschefs von Dänemark und Grönland kündigen gegen von den USA angekündigte Zölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Ländern Widerstand an. «Europa muss antworten. Dazu sind wir gezwungen», sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im Parlament in Kopenhagen. «Niemand in Europa wünscht sich das, aber es ist das Richtige.»

US-Präsident Donald Trump will das zu Dänemark gehörende Grönland mit allen Mitteln in seinen Besitz bringen. Als Reaktion auf die Solidarität europäischer Nato-Länder mit Dänemark und Grönland hatte er angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle zu verhängen, um den Widerstand gegen einen Verkauf der Arktisinsel an die USA brechen.

Dänemark habe nie einen Konflikt gesucht und werde nun trotzdem von seinem engsten Verbündeten bedroht, sagte Frederiksen mit Blick auf die USA. Ein Handelskrieg werde Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks kosten. «Das Schlimmste liegt vielleicht noch vor uns», so die Regierungschefin weiter. Fundamentale Werte wie Souveränität, Identität, Grenzen und Demokratie seien für Dänemark nicht verhandelbar.

Es sei nicht wahrscheinlich, dass die USA von militärischer Gewalt Gebrauch machten, sagte der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen kurze Zeit später bei einer Pressekonferenz. «Aber wir müssen auf alles vorbereitet sein.» Das gelte nicht nur für Grönland und die Nato-Partner, sondern auch für die Bevölkerung, sagte Nielsen. Die Situation mache allen Grönländerinnen und Grönländern zu schaffen - von Kindern bis zu älteren Menschen.


Konjunkturerwartungen stark verbessert - ZEW sieht USA-Risiko

MANNHEIM: Zieht die Wirtschaft in Deutschland in diesem Jahr an? Vieles spricht dafür, die Experten sind optimistisch. Großer Unsicherheitsfaktor bleiben die USA unter Präsident Donald Trump.

Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland haben sich im Januar überraschend deutlich verbessert. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 13,8 Punkte auf 59,6 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 50,0 Punkte gerechnet.

«2026 könnte den Wendepunkt markieren», kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Trotz der positiven Konjunkturerwartungen sollte aber weiterhin daran gearbeitet werden, die Standortattraktivität zu stärken, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Die unberechenbare US-Handelspolitik belastet laut Wambach die deutsche Exportwirtschaft.

«Die jüngsten Zolldrohungen werfen derweil einen großen Schatten auf die aufgehellten Konjunkturperspektiven», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank mit Blick auf das aggressive Vorgehen der USA. Die Zölle hätten bereits deutliche Bremsspuren bei den Exporten hinterlassen. Würden sie sich noch erhöhen, würde sich der Exportrückgang noch beschleunigen.

Verbessert hat sich auch die immer noch sehr schwache Bewertung der aktuellen Lage. Der entsprechende Indikator stieg um 8,3 Punkte auf minus 72,7 Punkte. Ökonomen hatten einen Anstieg auf minus 76,0 Punkte erwartet.


Trump plant am Donnerstag Ankündigung zu «Friedensrat»

WASHINGTON/DAVOS: Eigentlich drehen sich die Gespräche beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor allem um wirtschaftliche Themen. US-Präsident Trump beabsichtigt am Rande des Formats noch etwas anderes.

Ungeachtet der zurückhaltenden Rückmeldungen europäischer Verbündeter plant US-Präsident Donald Trump für diesen Donnerstag eine Ankündigung zu seinem «Friedensrat». Diese sei für 10:30 Uhr im Schweizer Alpenort Davos avisiert, wie das Weiße Haus mitteilte. Medienberichten zufolge will Trump dann die sogenannte «Charta des Friedensrates» unterzeichnen.

Das Format dürfte am Rande des derzeitigen Weltwirtschaftsforums in Davos stattfinden. Dort wird Trump am Mittwoch zu einer Rede vor internationalem Publikum erwartet.

Die Bundesregierung reagierte bislang verhalten auf die Einladung zum neu geschaffenen Gremium. Auch Frankreich zeigte sich zögerlich. Unter anderem wurden zudem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Kremlchef Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, und Polens rechtskonservativer Präsident Karol Nawrocki eingeladen.

Ursprünglich war der «Friedensrat» Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für den Gazastreifen. Das Gremium sollte eine Übergangsregierung beaufsichtigen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die US-Regierung das Mandat des Rats stark erweitern möchte und sich der «Friedensrat» um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll. Kritiker sprechen daher davon, dass es Trump darum gehen könnte, eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen zu schaffen, die er immer wieder als dysfunktional kritisiert.

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