Hilfskonvois erreichen Süd-Syrien

​Drusische Milizen blockieren Regierungshilfe – Lage bleibt kritisch

Hilfskonvoi mit 20 Krankenwagen bringt medizinische Hilfe ins umkämpfte Gouvernement As Suwayda. Foto: dpa/Maowia Atrash
Hilfskonvoi mit 20 Krankenwagen bringt medizinische Hilfe ins umkämpfte Gouvernement As Suwayda. Foto: dpa/Maowia Atrash

DAMASKUS: Es fehlt an Essen, an Wasser, an Arzneimitteln. In Syriens Süden kommen nun einige Hilfsgüter an - ein Konvoi der Regierung muss aber umkehren. Das gegenseitige Misstrauen sitzt tief.

Nach tagelangen Kämpfen sind dringend benötigte Hilfsgüter im südlichen Syrien eingetroffen. Ein Konvoi des Syrischen Roten Halbmonds erreichte die Stadt Suwaida, wie Aktivisten meldeten. Die 32 Lastwagen brachten vor allem Lebensmittel, Wasser und Arzneimittel in die Provinz.

Durch die Kämpfe wurden nach UN-Angaben mehr als 80.000 Menschen vertrieben. Zudem wurden die Versorgung mit Strom und Wasser abgeschnitten und Kommunikationsnetze gestört. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchte vorerst vergeblich, trotz der schlechten Sicherheitslage ebenfalls Hilfsgüter zu liefern.

Im südlichen Syrien kämpfen seit gut einer Woche drusische Milizen gegen sunnitische Stammesgruppen, die von der Regierung in Damaskus unterstützt werden. Menschenrechtsaktivisten zufolge wurden mehr als 1.000 Menschen getötet.

Der Konflikt hat auch Auswirkungen auf Hilfslieferungen. Der geistliche Drusenführer Hikmat al-Hidschri verweigerte laut Aktivisten einer Delegation aus Damaskus, die einen Konvoi mit Hilfsgütern des Gesundheitsministeriums begleitete, die Einfahrt nach Suwaida. Die Fahrzeuge mussten umkehren.

Die Regierung beschuldigte al-Hidschri und die «mit ihm verbündeten, verbotenen Milizen», den Konvoi behindert zu haben. Die 20 Krankenwagen des Gesundheitsministeriums hatten nach Darstellung aus Damaskus unter anderem Arzneimittel und Babynahrung dabei. Al-Hidschri hat zum Widerstand gegen die Truppen der Regierung aufgerufen.

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