BANGKOK: Das thailändische Ministerium für Naturressourcen und Umwelt hat neue Schutzgebiete für Meeres- und Küstenzonen rund um die Insel Koh Phayam in der Provinz Ranong ausgewiesen. Die Maßnahme soll die reiche Biodiversität der Region bewahren, die zunehmend durch Tourismus, Fischerei und Küstenbebauung bedroht ist.
Wie Umweltminister Chalermchai Sri-on mitteilte, wurde eine entsprechende Ministerialverordnung erlassen und am 1. Juli 2025 in der „Royal Gazette“ veröffentlicht. Sie gilt ab sofort für einen Zeitraum von fünf Jahren.
Schutzgebiete rund um drei Inseln ausgewiesen
Die betroffenen Schutzgebiete umfassen die Gewässer und Küstenabschnitte rund um Koh Phayam, Koh Kham und Koh Nui im Bezirk Muang. In den Zonen finden sich laut Angaben des Ministeriums noch mäßig gesunde Korallenriffe in flachen Gewässern, Seegraswiesen sowie gelegentlich bedrohte und seltene Meerestiere.
Doch das Wachstum von Tauchtourismus, Fischerei, Müllentsorgung und industriellen Aktivitäten hat in den vergangenen Jahren zum Absterben von Korallen und zur Schädigung der marinen Ökosysteme beigetragen.
Strenge Regeln für Landflächen auf drei Inseln
Laut Pinsak Suraswadi, Generaldirektor des Departments für Meeres- und Küstenressourcen, definiert die Verordnung vier Schutzkategorien mit spezifischen Auflagen:
- Zone 1 betrifft die Landflächen vom Ufer ins Inselinnere auf Koh Phayam, Koh Kham und Koh Nui. Dort ist das Wegwerfen von Müll, das Einleiten von Abwasser sowie jede Aktivität verboten, die Sedimente ins Meer spült. Strandmobiliar wie Sonnenschirme sind nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt, Fahrzeuge am Strand unterliegen besonderen Regelungen.
- Zone 2 umfasst die Küstengewässer bis zu den Korallenriffen. Hier sind alle Wassersportarten und Freizeitaktivitäten ebenso wie jegliche Fischerei – mit Ausnahme des Angelns mit Rute und Leine – untersagt. Das Ankern in Riffnähe ist verboten. Besonders geschützte Bereiche sind unter anderem in Ao Pip, Ao Korkiew, Ao Yai, Ao Khao Kwai und um Koh Kham definiert.
- Zone 3 beinhaltet Seegraswiesen und angrenzende Gebiete. Das Ablassen von Abwasser und Müll ist hier ebenso untersagt wie jegliche Tätigkeit, die Seegrasbestände schädigt oder seltene Meeresarten stört. Bestimmte Fanggeräte, etwa Schleppnetze, sind ausdrücklich verboten.
- Zone 4 erstreckt sich über offene Meeresbereiche, die an die Zonen 2 und 3 angrenzen und durch sieben GPS-Punkte definiert sind. In dieser Zone sind alle umweltschädlichen Aktivitäten, einschließlich Müllentsorgung, verboten.
Verstöße gegen die neuen Regelungen können mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren, Geldbußen bis zu 200.000 Baht oder beidem geahndet werden.
Grundsätzlich werden alle Massnahmen, die zur Erhaltung dieses Naturparadieses beitragen von der lokalen Bevölkerung begrüsst und unterstützt. Es gibt bspw. keine Autos auf der Insel und die Abfallentsorgung ist gut organisiert.
Aber angesichts der wirklichen Bedrohung für die Meeresfauna wirken die aufgeführten Regelungen nicht ausreichend zielführend. Ranong ist der wichtigste Fischereihafen Thailands und war noch bis vor 10 Jahren in den Schlagzeilen wegen Menschenhandels auf den Fischerbooten.
Bis heute ist Koh Phayam täglich von hunderten Fischkuttern mit Schleppnetzen umzingelt, da kommt fast kein Fisch durch. Deshalb muss die Bevölkerung Seafood von Ranong importieren.
Und wenn das geplante Landbridge Projekt (Tiefseehäfen Chumphon, Ranong) nicht verhindert wird, ist es vorbei mit den geschützten Mangrovenwäldern und der Meeresfauna in dieser Region. Das ist es was die Bevölkerung befürchtet. Ich weiss es, da ich dort lebe