BANGKOK: Der thailändische Außenminister Sihasak Phuangketkeow hat bei der 80. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York scharfe Vorwürfe gegen Kambodscha erhoben. In seiner Rede am Samstag (27. September 2025) erklärte er, dass Phnom Penh weiterhin Unwahrheiten verbreite, provokativ handle und das mit Thailand geschlossene Waffenstillstandsabkommen verletze.
Anlass war eine Ansprache des kambodschanischen Vizepremiers Sokhonn Prak, der Thailand Zwangsräumungen und einen Angriff auf kambodschanische Zivilisten vorgeworfen hatte.
Sihasak spricht von Täuschung und Lügen
Sihasak wies die Darstellung entschieden zurück und betonte, dass Kambodscha sich fälschlicherweise als Opfer darstelle. Die Realität sehe anders aus: „Die wirklichen Opfer sind thailändische Soldaten, die durch Minen Gliedmaßen verloren haben, Kinder, deren Schulen beschossen wurden, und unschuldige Zivilisten, die beim Einkaufen von Raketen getroffen wurden.“ Er verwies zudem darauf, dass er erst am Vortag mit seinem Amtskollegen über Frieden und Vertrauen gesprochen habe – die Vorwürfe am Samstag stünden jedoch in völligem Widerspruch dazu.
Minister weist Vorwurf der Zwangsräumungen zurück
Besonders die Behauptungen zu Zwangsräumungen wies der Minister zurück. Die betroffenen Dörfer befänden sich eindeutig auf thailändischem Territorium. Sie seien in den späten 1970er-Jahren entstanden, als Thailand Hunderttausenden kambodschanischen Bürgerkriegsflüchtlingen Schutz gewährte. Zwar seien die Lager nach dem Ende des Konflikts geschlossen worden, doch hätten sich die Siedlungen in den folgenden Jahrzehnten trotz wiederholter thailändischer Proteste ausgeweitet. Thailand habe darüber hinaus maßgeblich am Wiederaufbau Kambodschas nach den Pariser Friedensabkommen von 1991 mitgewirkt, indem es Infrastruktur wie Häuser, Straßen und Krankenhäuser bereitstellte.
Sihasak beklagt Verletzung der Souveränität
Sihasak warf Kambodscha darüber hinaus vor, Zivilisten zu mobilisieren, Waffen einzusetzen und Überwachungsdrohnen im thailändischen Hoheitsgebiet zu stationieren. Dies stelle eine klare Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität Thailands dar. „Thailand wird immer für Frieden eintreten“, sagte er abschließend. „Gleichzeitig werden wir unsere Souveränität und territoriale Integrität entschlossen verteidigen. Wir wählen den Weg des Friedens – doch wir müssen ernsthaft infrage stellen, ob Kambodscha denselben Weg mit uns gehen will.“
Vergessen scheint die dunkle Vergangenheit und die empfangene Hilfe.
Aber wie so oft sind es nicht die normalen Bürger, die am Konflikt interessiert sind.
Traurig.