Flugpreise für die WM explodieren

Fans müssen mit 30 Prozent Aufschlag rechnen

Passagier blickt auf eine Anzeigetafel mit zahlreichen gestrichenen Flügen am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi. Foto: Der Farang (ai)
Passagier blickt auf eine Anzeigetafel mit zahlreichen gestrichenen Flügen am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi. Foto: Der Farang (ai)

BANGKOK: Die Vorfreude auf die Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko erhält für thailändische Fans einen herben Dämpfer durch massive Preissteigerungen bei den Flugtickets. Aufgrund der anhaltenden Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran im Nahen Osten warnen Experten vor einem Kostenanstieg von bis zu 30 Prozent für Reisen zum Turnier im Juni. Besonders Reisende in Thailand sind betroffen, da die gewohnten Routen über die grossen Drehkreuze am Golf zunehmend eingeschränkt oder durch Umwege deutlich teurer werden.

Die instabile Lage in der Nahost-Region hat die Betriebskosten der Fluggesellschaften bereits jetzt drastisch in die Höhe getrieben. Laut The Nation Thailand sieht sich die nationale Fluggesellschaft Thai Airways International gezwungen, die Ticketpreise um 10 bis 15 Prozent anzuheben, da die Kerosinkosten in Asien seit Ende Februar um fast 80 Prozent gestiegen sind. Die Airline kämpft zudem mit einem erheblichen Kapazitätsengpass, da Triebwerksprobleme bei den Airbus A350-Maschinen und Verzögerungen in der Wartung weite Teile der Flotte am Boden halten.

Personalnot bremst Langstrecken

Zusätzlich verschärft wird die Situation für Reisende aus der Schweiz durch drastische Flugstreichungen beim nationalen Carrier Swiss. Die Fluggesellschaft hat angekündigt, im kommenden Sommerflugplan 2026 insgesamt 326 Flüge zu streichen, wobei der Fokus gezielt auf den personalintensiven Langstreckenverbindungen liegt. Ziele wie Chicago oder Shanghai werden deutlich seltener bedient, um den Flugplan stabil zu halten.

Als Hauptgrund für diese Massnahme nennt die Airline einen kritischen Mangel an Piloten für die grossen Maschinen. Während in der Kabine derzeit ein Überbestand von rund 300 Flugbegleitern herrscht, fehlen im Cockpit qualifizierte Kapitäne und Co-Piloten. Da die Ausbildung für die Langstrecke gemäss geltenden Arbeitsverträgen mehrere Jahre in Anspruch nimmt, ist eine kurzfristige Aufstockung des Personals für die Sommersaison nicht möglich.

Strukturelle Krise der Luftfahrt

Hintergrund dieser Entwicklung ist eine globale Krise der Branche, die durch geopolitische Konflikte und unterbrochene Lieferketten für Ersatzteile befeuert wird. In Thailand wurden bereits über 1.000 Flüge aus dem Nahen Osten gestrichen, was zu einem massiven Nachfrageüberhang bei den verbleibenden Direktverbindungen führt.

Für die thailändischen Fussballfans bedeutet dies, dass sie für die Reise zur Weltmeisterschaft tiefer in die Tasche greifen müssen als jemals zuvor. Branchenkenner rechnen damit, dass sich die Flugpreise erst stabilisieren werden, wenn sich die Lage im Nahen Osten nachhaltig beruhigt und die strukturellen personellen Engpässe bei den grossen Airlines behoben sind.

Lesen Sie dazu Themenverwandt aus DER FARANG:

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Roman Knöpfel 22.03.26 18:00
@ Robert
An welchem Datum hast Du den Flug gecheckt? In einer Woche stellt man in Europa die Uhren auf Sommerzeit.
Robert Dietschi 22.03.26 15:43
Flug Preise
Also wenn ich sehe das seit beginn der Krise wegen dem Krieg in Iran die Preise hoch gingen, dann wundert mich aber schon weshalb die Flüge in die Schweiz jetzt 1 Stunde früher ankommen in der schweiz denn die abflugzeit ist die gleiche. Das ist Willkür und die Touristen sollen es bezahlen, so läuft nicht! Dann muss man aber nicht jammern wenn die Zahlen an Touristen fallen. Wenn man sagt die Ausbildung dauert Jahre, dann hat der verantwortliche seinen job anscheinend auch verpasst und rechtzeitig mit rekrutieren begonnen. Na ja, es gibt noch andere tolle länder wo man Urlaub machen kann.
Mary 22.03.26 15:43
Freiwillig
Man geht freiwillig und ist sich die Kosten bewusst. Während dieser Zeit wird man nur abgezockt. Und ob man ins Land kommt, ist im Moment auch eher eine Lotterie. Zu Hause bleiben und die Spiele am Fernseher anschauen
Ingo Kerp 22.03.26 12:50
Nicht nur die Flugpreise explodieren, wenn man zur WM fliegen will. auch die übrigen Preise für Tickets, Hotel, Restaurant etc. schnellen in die Höhe. Und so manch einer wird sich die Kosten unfreiwillig ersparen können oder müssen, wenn die US-Immigration eine Einreise abweist. Bekanntlich gibt es inzwischen einige Überprüfungen dieser Behörde und damit einhergehend teils fadenscheinige Begründungen zur Verweigerung der Einreise.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.