CHUMPHON/RANONG: Die von der thailändischen Regierung eingesetzte Kommission zur Prüfung des Land-Bridge-Großprojekts sieht die wirtschaftliche Tragfähigkeit als entscheidenden Faktor für die weitere Umsetzung. Das erklärte Danucha Pichayanan, Generalsekretär des Nationalen Rats für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (NESDC), nach einer Sitzung des Gremiums unter Vorsitz von Finanzminister Ekniti Nitithanprapas.
Nach Angaben von Danucha müsse zunächst geklärt werden, ob das Projekt aus kommerzieller Sicht wirtschaftlich tragfähig sei. Erst auf dieser Grundlage könne über den Umfang der weiteren Entwicklung entschieden werden. Er fungiert zugleich als Sekretär des Ausschusses, der verschiedene Ansätze für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zwischen dem Golf von Thailand und der Andamanensee untersucht.
Häfen per Straße und Bahn verbinden
Das auf Investitionen von nahezu einer Billion Baht geschätzte Vorhaben sieht den Ausbau der Häfen in Ranong an der Andamanensee und in der Provinz Chumphon am Golf von Thailand vor. Beide Standorte sollen über ein Straßen- und Schienennetz miteinander verbunden werden. Befürworter erwarten, dass die neue Verbindung Reedereien eine Alternative zur stark frequentierten Schifffahrtsroute durch die Straße von Malakka und um Singapur bieten könnte.
Die Kommission will ihre abschließende Sitzung im August abhalten und die Ergebnisse anschließend innerhalb der von der Regierung vorgegebenen 90-tägigen Prüfungsfrist an Premierminister Anutin Charnvirakul übergeben. Zur Bewertung des möglichen Zeitgewinns gegenüber der bisherigen Route durch die Straße von Malakka soll das Amt für Verkehrs- und Transportplanung Daten zu den durchschnittlichen Umschlagzeiten im Hafen von Singapur auswerten. Auf dieser Grundlage soll berechnet werden, wie viel Zeit Frachtschiffe durch die Nutzung der Land Bridge einsparen könnten.
Geopolitik beeinflusst die Planung
Danucha verwies zugleich auf anhaltende geopolitische Unsicherheiten, die den internationalen Handel und den Güterverkehr in den kommenden Jahren beeinflussen könnten. Die Kommission untersuche daher sowohl die Risiken einer Umsetzung als auch die möglichen Folgen eines Verzichts auf das Projekt. Dabei werde analysiert, welche Auswirkungen Globalisierung und geopolitische Konflikte auf Thailand haben könnten.
Für die Detailprüfung wurden drei Unterausschüsse eingerichtet. Diese befassen sich mit der wirtschaftlichen Machbarkeit, den Umweltauswirkungen sowie der Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung umfassend über das Vorhaben zu informieren.
Umweltschutz bleibt Schlüsselfrage
Nach Angaben von Danucha sollen mögliche Umweltbelastungen so gering wie möglich gehalten und sorgfältig gegen den erwarteten Nutzen des Projekts abgewogen werden. Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen Sediment- und Staubbelastungen durch geplante Baggerarbeiten, insbesondere im Bereich Ranong, sowie mögliche Eingriffe in Waldflächen und natürliche Ressourcen.
Alle Aspekte würden umfassend geprüft, um objektiv zu bewerten, welche Teile des Projekts realisierbar seien, welche Anpassungen erforderlich würden und wie ein Ergebnis erzielt werden könne, das von allen Beteiligten akzeptiert werde.