BANGKOK/PATTAYA: Zivilgesellschaftliche Organisationen und Wahlbeobachter haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Gouverneurswahl in Bangkok sowie die Kommunalwahl in Pattaya am 28. Juni 2026 aufmerksam zu verfolgen. Eine aktive Beteiligung der Öffentlichkeit könne dazu beitragen, Transparenz, Fairness und das Vertrauen in den Wahlprozess zu stärken.
Bei einem Forum zum Thema „Transparenz bei den Wahlen in Bangkok und Pattaya beobachten“, das am Sonntag (21. Juni 2026) an der juristischen Fakultät der Thammasat-Universität stattfand, forderten Wissenschaftler und Vertreter von Wahlbeobachtungsorganisationen eine stärkere öffentliche Kontrolle der Stimmabgabe, der Auszählung und der Bekanntgabe der Ergebnisse.
Experten diskutieren über Wahltransparenz
An der Veranstaltung nahmen unter anderem der Politikwissenschaftler Assoc. Prof. Prinya Thaewanarumitkul von der Thammasat-Universität, der ehemalige Wahlkommissar Somchai Srisutthiyakorn, der Datenwissenschaftler Thuntee Sukchotrat, We-Watch-Direktor Pongsak Chan-on sowie Yingcheep Atchanont von der Organisation iLaw teil.
Prinya erklärte, dass die Diskussion über die Transparenz von Wahlen nach Unregelmäßigkeiten und Fragen im Zusammenhang mit früheren Abstimmungen an Bedeutung gewonnen habe. Eine öffentliche Kontrolle sei entscheidend, um das Vertrauen in demokratische Prozesse zu erhalten. Die Stimmenauszählung müsse offen und für die Öffentlichkeit vollständig einsehbar erfolgen.
Kritik an früheren Auszählungen
Obwohl das Wahlrecht eine öffentliche Auszählung vorschreibe, hätten praktische Hindernisse in der Vergangenheit teilweise dazu geführt, dass Bürger die Vorgänge nicht ausreichend beobachten konnten. Dies habe Beschwerden und Zweifel an der ordnungsgemäßen Behandlung der Stimmzettel ausgelöst.
Pongsak erläuterte, dass seine Organisation „We Watch“ den Wahlprozess vor, während und nach dem Wahltag überwache. Freiwillige würden geschult, um den Ablauf in den Wahllokalen zu beobachten und Daten für unabhängige Analysen zu sammeln. Die Beteiligung der Bevölkerung sei ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Integrität der Wahlen.
Rückblick auf frühere Wahlprobleme
Als Beispiele nannte er Vorfälle bei den Wahlen in Bangkok und Pattaya im Jahr 2022. Damals habe es Berichte über aus Wahllokalen entfernte Stimmzettel, beschädigte Wahlunterlagen sowie Streitigkeiten über die Stimmenauszählung gegeben.
Für die diesjährigen Wahlen richten Beobachter ihr Augenmerk unter anderem auf mögliche Zweifel an der Neutralität einzelner Wahlhelfer in Bangkok. Zudem bereiten ihnen der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz und sogenannte Deepfake-Technologien Sorgen, die zur Verbreitung von Falschinformationen oder zur Diskreditierung von Kandidaten genutzt werden könnten.
Pattaya-Wahl unter Beobachtung
Auch die Wahl in Pattaya steht unter besonderer Beobachtung. Bei der Abstimmung im Jahr 2022 waren fehlende Stimmzettel und weitere Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Diese führten zu Verzögerungen bei der Bekanntgabe der Ergebnisse und machten in einigen Wahllokalen Wiederholungswahlen erforderlich.
Die Teilnehmer des Forums riefen die Einwohner von Bangkok und Pattaya dazu auf, den Wahlablauf aufmerksam zu verfolgen und insbesondere die Stimmenauszählung sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse kritisch zu beobachten.