CHIANG RAI: Die Thailändische Staatsbahn (SRT) hat die Bauarbeiten am Doi-Luang-Tunnel im Norden des Landes vorübergehend eingestellt. Hintergrund ist ein Gerüsteinsturz auf der Baustelle, bei dem am Samstag (20. Juni 2026) zwei Arbeiter ums Leben kamen und zwei weitere verletzt wurden.
Wie die SRT am Sonntag (21. Juni 2026) mitteilte, sollen die Arbeiten für zunächst zwei Tage ruhen. In dieser Zeit sollen der Bauauftragnehmer und die zuständigen Eisenbahnbehörden die Ursache des Unglücks untersuchen. Zudem wurde das Bauunternehmen angewiesen, die Sicherheitsmaßnahmen für die Beschäftigten zu verbessern.
Tunnelunglück fordert zwei Todesopfer
Der Unfall ereignete sich während Arbeiten zur Abdichtung des Tunnels im Bezirk Doi Luang in der Provinz Chiang Rai. Die beiden Todesopfer wurden als der 24-jährige Apidet aus Kanchanaburi sowie der 29-jährige Thu aus Myanmar identifiziert. Die beiden verletzten Arbeiter werden im Chiang Rai Prachanukroh Hospital behandelt.

Die SRT nannte den verantwortlichen Auftragnehmer nicht. Nach Angaben von Sino-Thai Engineering & Construction wurde der Bauabschnitt zwischen Chiang Rai und Chiang Khong, zu dem auch der Doi-Luang-Tunnel gehört, vom Konsortium CKST-DC 3 übernommen. Dieses setzt sich aus den Unternehmen Ch. Karnchang, Sino-Thai Engineering & Construction und Chiang Mai Construction zusammen.
Tunnel für neue Nordstrecke gebaut
Der Doi-Luang-Tunnel ist 3,4 Kilometer lang. Der Tunneldurchbruch wurde bereits abgeschlossen, die Gleise sind jedoch noch nicht verlegt. Das Bauwerk ist Teil der neuen zweigleisigen Bahnstrecke Den Chai–Chiang Rai–Chiang Khong, die von der bestehenden Nordlinie in Den Chai in der Provinz Phrae abzweigt. Mit dem Projekt sollen Handel und Transportverbindungen mit dem nördlichen Laos und China verbessert werden.

Der Vorfall erinnert an ein ähnliches Unglück im vergangenen Jahr, als beim Einsturz eines im Bau befindlichen Eisenbahntunnels für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke im Bezirk Pak Chong in der Provinz Nakhon Ratchasima drei Arbeiter ums Leben kamen.