Kabinett ebnet Weg für Koh-Lanta-Brücke

Regierung genehmigt Nutzung von Mangrovenflächen

Die geplante Brücke soll Koh Lanta künftig dauerhaft mit dem Festland verbinden und den Fährverkehr entlasten. Foto: Department Of Rural Roads
Die geplante Brücke soll Koh Lanta künftig dauerhaft mit dem Festland verbinden und den Fährverkehr entlasten. Foto: Department Of Rural Roads

BANGKOK/KRABI: Das thailändische Kabinett hat eine Ausnahmegenehmigung für die Nutzung von Mangrovenwaldflächen im Rahmen des geplanten Brückenprojekts nach Koh Lanta in der Provinz Krabi beschlossen. Damit kann das Department of Rural Roads den Bau der rund 1,8 Milliarden Baht teuren Verbindung zwischen dem Tambon Koh Klang und Koh Lanta Noi weiter vorantreiben.

Die Entscheidung wurde bei einer Sondersitzung des Kabinetts unter Leitung von Vizepremier- und Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn getroffen. Nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Lalida Phoetwiwatthana betrifft die Ausnahme insgesamt 8 Rai, 2 Ngan und 17,6 Quadrat-Wah Mangrovenfläche. Die Genehmigung erfolgt unter der Voraussetzung, dass sämtliche gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Brücke soll Insel besser anbinden

Das Brückenprojekt gilt als bedeutendes Infrastrukturvorhaben im Süden Thailands. Die insgesamt 2,527 Kilometer lange Verbindung soll unter anderem eine Schrägseilbrücke, freitragende Brückensegmente, drei Wendebereiche, zwei Aussichtspunkte sowie neue Straßenanschlüsse auf beiden Seiten umfassen.

Mit dem Bau will die Regierung die Abhängigkeit von Autofähren reduzieren, Verkehrsstaus verringern und die Erreichbarkeit der Inselgruppe verbessern. Davon sollen sowohl Einwohner als auch Touristen und der Güterverkehr profitieren.

Vorbereitungen bereits abgeschlossen

Das Projekt war bereits 2022 grundsätzlich vom Kabinett gebilligt worden. Die Finanzierung erfolgt durch ausländische Darlehen in Höhe von 1,26 Milliarden Baht sowie weitere 540 Millionen Baht aus dem Staatshaushalt. Nach Angaben der Behörden sind die Vorbereitungen und die Flächenerschließung bereits abgeschlossen.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA) hatte ergeben, dass ein Abschnitt der geplanten Trasse im Bereich der Zufahrt nach Koh Lanta Noi durch Mangrovengebiete verläuft, die eigentlich durch frühere Kabinettsbeschlüsse geschützt sind. Von der gesamten Projektfläche von mehr als 492 Rai sind lediglich 8 Rai, 2 Ngan und 17,6 Quadrat-Wah betroffen. Die zuständigen Behörden stuften das betroffene Mangrovengebiet als bereits beeinträchtigt ein.

Strenge Auflagen für den Umweltschutz

Das Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt erhob keine Einwände gegen das Vorhaben, verlangt jedoch umfassende Schutz- und Überwachungsmaßnahmen. Dazu gehören die Vermeidung und Kontrolle möglicher Umweltauswirkungen sowie deren kontinuierliche Überwachung im Rahmen der Umweltauflagen. Zudem müssen als Ausgleich Mangrovenflächen in mindestens zwanzigfacher Größe der beanspruchten Fläche neu aufgeforstet werden.

Nach Einschätzung der Regierung wird die Brücke die Verkehrsanbindung in Krabi und auf Koh Lanta deutlich verbessern. Gleichzeitig soll das Projekt den Tourismus fördern, die regionale Wirtschaft stärken und die logistischen Abläufe effizienter gestalten. Die Behörden betonen, dass wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz dabei gleichermaßen berücksichtigt werden sollen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.