BANGKOK: Die nationale Fluggesellschaft Thai Airways International (THAI) könnte aus den aktuellen Luftraumschließungen im Nahen Osten gestärkt hervorgehen. Während Spannungen in der Golfregion den internationalen Flugverkehr erheblich beeinträchtigen, verzeichnet die thailändische Airline eine sprunghaft ansteigende Nachfrage nach Direktverbindungen.
Laut Thanapol Jiratanakij, Luftfahrtanalyst bei CGS International Securities, sind die operativen Auswirkungen auf die THAI gering, da das Unternehmen keine direkten Routen durch die Krisengebiete betreibt. Er erwartet, dass die Kapazitätsengpässe bei den Golf-Carriern die Versorgung auf den Asien-Europa-Strecken verknappen, was die Renditen der THAI stützen wird.
Engpässe bei der Flottenplanung
Die Europastrecken machten im vergangenen Jahr bereits 42 Prozent der gesamten Personenkilometer des Carriers aus. Trotz der hohen Nachfrage sieht sich das Management jedoch mit einer knappen Flottenkapazität konfrontiert, da der aktuelle Bedarf die verfügbaren Flugzeuge übersteigt und geplante Auslieferungen neuer Maschinen erst für die zweite Jahreshälfte 2026 terminiert sind.
Um die Zeit bis zur Ankunft neuer Flieger zu überbrücken, prüft das Unternehmen derzeit die kurzfristige Zumieterung von zusätzlichem Gerät. Analyst Boonyakorn Amornsank von Maybank Securities betont, dass die THAI von künftigen Tarifanpassungen auf Europastrecken profitieren wird, da europäische Touristen aufgrund von Sicherheitsbedenken vermehrt auf Direktflüge setzen.
Herausforderung Treibstoffkosten
Ein kritischer Faktor bleibt die Anfälligkeit für steigende Kerosinpreise, die im Geschäftsjahr 2025 etwa 32 bis 40 Prozent der Betriebsausgaben ausmachten. Maybank prognostiziert für das Jahr 2026 einen durchschnittlichen Treibstoffpreis von 110 US-Dollar pro Barrel, was deutlich über dem Vorjahreswert von 87 US-Dollar liegt.
Die THAI hat zur Absicherung bereits 50 Prozent ihres Bedarfs für das erste Halbjahr 2026 gehedgt. Laut dem Internationalen Gerichtshof und internationalen Luftfahrtabkommen haben Staaten zwar das Recht, ihren Luftraum aus Sicherheitsgründen zu schließen, doch solche Sperrungen führen global oft zu massiven Verschiebungen der Verkehrsströme zugunsten sicherer Korridore.
Ausblick auf die Ticketpreise
CGS geht davon aus, dass die Fluggesellschaft die gestiegenen Kosten größtenteils über höhere Ticketpreise an die Passagiere weitergeben kann. Da die Konkurrenz durch Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten derzeit limitiert ist, wird bei der THAI mit einer stabilen operativen Gewinnmarge von etwa 15 Prozent gerechnet.
In den kommenden Monaten wird entscheidend sein, ob die kurzfristigen Leasing-Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können, um die hohe Nachfrage zu bedienen. Für Reisende bedeutet die aktuelle Situation zwar steigende Flugpreise, aber auch die Aussicht auf verlässliche und sichere Direktverbindungen in das Königreich.