Neue Anschläge erschüttern Südthailand

Drei Angriffe in zwei Tagen mit Toten und Verletzten

Ein gepanzertes Fahrzeug der Grenzschutzpolizei sichert den Ort eines Bombenanschlags am Straßenrand in der Provinz Yala im Süden Thailands. Foto: epa/Nakharin Chinnawornkomol
Ein gepanzertes Fahrzeug der Grenzschutzpolizei sichert den Ort eines Bombenanschlags am Straßenrand in der Provinz Yala im Süden Thailands. Foto: epa/Nakharin Chinnawornkomol

PATTANI/YALA: Die Sicherheitslage im tiefen Süden Thailands ist innerhalb von zwei Tagen durch drei mutmaßliche Anschläge erneut eskaliert. Nach Angaben des Internal Security Operations Command (ISOC) Region 4 wurden dabei eine wichtige Fernstraße gesperrt, ein Mitglied des staatlichen Volunteer Defence Corps, einer Freiwilligeneinheit zur Unterstützung der Sicherheitskräfte, getötet und eine vierköpfige Familie verletzt.

Am späten Freitagabend (26. Juni 2026) setzten mutmaßliche Aufständische im Bezirk Bannang Sata in der Provinz Yala einen Lastwagen des Transportunternehmens Betong-Sanyajai Transport in Brand. Das Fahrzeug brannte vollständig aus. Die Behörden sperrten daraufhin einen Abschnitt der Fernstraße 410, der wichtigsten Verbindung zwischen Yala und Betong, um die Brandstelle zu räumen und Spurensicherungen durchzuführen. Verkehrsteilnehmer wurden aufgefordert, Ausweichrouten zu nutzen.

Tödlicher Überfall auf VDC-Mitglied

Am Sonntagmorgen (28. Juni 2026) wurde Abdulloh Yama, ein Angehöriger des Volunteer Defence Corps im Bezirk Yarang in der Provinz Pattani, auf dem Heimweg erschossen, nachdem er sein Kind zur Schule gebracht hatte. Nach Angaben der Polizei wurde der Mann auf einer Dorfstraße im Tambon Mo Mawi von bewaffneten Tätern mit einer 9-Millimeter-Pistole überfallen. Die Ermittler sperrten den Tatort ab, sicherten Spuren und leiteten eine Fahndung nach den Tätern ein.

Familie bei Bombenanschlag verletzt

Bereits am Freitagabend (26. Juni 2026) waren zudem vier Mitglieder einer Familie, darunter zwei Kinder im Alter von zwei Jahren sowie acht Monaten, bei einer Explosion im Bezirk Thung Yang Daeng in Pattani verletzt worden. Ihr Pick-up passierte gerade eine Religionsschule, als ein unter der Fahrbahn versteckter Sprengsatz detonierte. Durch die Wucht der Explosion wurde das Fahrzeug kurzzeitig in die Luft geschleudert und kam erst rund 50 Meter weiter zum Stillstand. Die Insassen erlitten unter anderem Gehirnerschütterungen, Hörschäden und Schmerzen im Brustbereich. Splitterverletzungen wurden nicht festgestellt. Alle Verletzten befinden sich weiterhin in medizinischer Behandlung.

15 Kilo Sprengstoff unter der Straße

Nach Angaben der Sprengstoffexperten enthielt der Sprengsatz rund 15 Kilogramm Explosivstoff. Die Detonation hinterließ einen etwa einen Meter tiefen Krater und schleuderte Trümmer über ein weites Gebiet.

Familie offenbar irrtümlich attackiert

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Aufständische für den Anschlag verantwortlich sind. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte die Familie irrtümlich für ein Regierungsfahrzeug gehalten worden sein. Ziel des Anschlags sei offenbar gewesen, die Spannungen in der Region weiter anzuheizen, Angst unter der Bevölkerung zu verbreiten und das Vertrauen in die Sicherheitskräfte zu untergraben.

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