BANGKOK: Die thailändischen Eierproduzenten haben eine landesweite Preiserhöhung angekündigt, die bereits ab dem morgigen Montag greift. Der Ab-Hof-Preis für gemischte Eier steigt um 0,20 Baht pro Stück auf nun 3,40 Baht. Für Endverbraucher bedeutet dies, dass eine typische 30er-Stiege Eier im Handel um etwa 6 Baht teurer wird. Grund für die Anpassung ist ein verknapptes Angebot auf dem heimischen Markt bei gleichzeitig stabiler Nachfrage.
Laut der thailändischen Tageszeitung Thansettakij wurde die Entscheidung durch das Netzwerk der Eierbauern-Genossenschaften getroffen. Diesem Verbund gehören unter anderem die Genossenschaften aus Chonburi, Chiang Mai, Lamphun sowie die Erzeuger aus dem Noi-River-Becken an. Die Landwirte reagieren damit auf die aktuelle Knappheit bei großen Eiern, da viele Betriebe ältere Hennen geschlachtet haben und die Jungtiere noch nicht die volle Kapazität erreichen.
Hitze reduziert die Legeleistung
Zusätzlich zu den strukturellen Veränderungen in den Beständen belastet das aktuell heiße Wetter in vielen Provinzen die Produktion. Die hohen Temperaturen führen laut Experten dazu, dass die Hennen deutlich weniger Eier legen als in kühleren Monaten. Manoch Chutaptim, Präsident der Egg Farmers Association, betonte jedoch, dass es sich bei dem angekündigten Preis lediglich um eine Empfehlung für den Markt handle.
Der Markt müsse den neuen Preis akzeptieren, damit er Bestand habe; falls die Käufer ausbleiben, werde sich das Niveau automatisch wieder nach unten korrigieren. Die Preisfestsetzung dient laut dem Verband vor allem als Richtlinie, um übermäßige Preisausschläge nach oben zu verhindern. Da Eier ein Grundnahrungsmittel sind, wird die Preisentwicklung vom Handelsministerium sowie von den Verbrauchern sehr genau beobachtet.
Stabilität durch Exportstrategien
Bereits Ende des Jahres 2025 versuchte die Branche, den thailändischen Eier-Markt durch gezielte Exporte zu stabilisieren, um einen Preisverfall im Inland zu verhindern. Die aktuelle Preissteigerung zeigt jedoch, dass die internen Produktionskosten, insbesondere für Futtermittel, die Landwirte unter Druck setzen. Viele Betriebe mussten ihre Produktion anpassen, um bei Kosten von etwa 3,20 Baht pro Ei überhaupt noch wirtschaftlich überleben zu können.
Das Viehzuchtministerium spielt eine zentrale Rolle bei der Überwachung der Zuchtbestände und der Vergabe von Transportgenehmigungen für Geflügel. Eine zu liberale Verteilung von Zuchttieren könnte laut Verband mittelfristig zu Überkapazitäten und damit zu massiven Verlusten für die Landwirte führen. Die Behörden versuchen daher, das Gleichgewicht zwischen ausreichender Versorgung der Bevölkerung und fairen Erzeugerpreisen zu wahren.
Für das restliche Jahr 2026 erwarten Branchenexperten eine im Vergleich zum Vorjahr eher moderate Preisdynamik. Die schwächelnde Kaufkraft und die wirtschaftliche Abkühlung könnten die Nachfrage dämpfen, während gleichzeitig nicht registrierte Geflügelbetriebe zunehmend auf den Markt drängen.