Brite (27) trieb tot im Pool auf Koh Tao

Wilde Partys am Strand von Koh Tao bei einem ‚seiner schönsten Urlaube“: Gestern wurde der Brite Luke Miller (links) tot im Pool seines Hotels gefunden.
Wilde Partys am Strand von Koh Tao bei einem ‚seiner schönsten Urlaube“: Gestern wurde der Brite Luke Miller (links) tot im Pool seines Hotels gefunden.

KOH TAO: Der Tod des britischen Rucksacktouristen Luke Miller (27) auf Koh Tao heizt seit Samstagmorgen die Stimmung in sozialen Netzwerken auf. Der Urlauber war am Freitag gegen 9 Uhr tot im Pool in der Nähe der Sunset Bar am Sairee Beach aufgefunden worden. Zeichen von Gewaltanwendung konnten bei ersten Untersuchungen nicht gefunden werden.

Die makabre Namensähnlichkeit mit dem am 15. September 2014 am Sairee Strand von Koh Tao ermordeten David Miller streute weiteres Öl ins Feuer, obwohl beide Todesfälle keinerlei sonstigen Parallelen aufweisen. Luke Miller hatte seine fünfwöchige Thailandreise am 22. Dezember in London-Heathrow angetreten und war danach gleich in den Süden des Landes gereist.

Wie der 27 jährige Brite selbst auf seiner Facebookseite postete, ließ er danach kaum eine Feier aus und tanzte jüngst auch auf der legendären Koh Phanganer Vollmondparty mit. Auf Koh Tao posierte er mit Freunden, als er ‚Magic Mushroom-Cocktails‘ trank – das sind die in Backpacker-Kreisen oft beliebten berauschenden Pilze mit halluzinogener Wirkung. Ob ein Zusammenhang dieses wilden Urlauberlebens mit seinem plötzlichen Tod besteht, prüfen derzeit die Behörden.

Fakt ist, dass die Britische Botschaft erst am Abend des gestrigen Freitages vom Tod ihres Staatsbürgers auf Koh Tao erfahren hat. Ob die ermittelnde Polizei auf Koh Tao so lange benötigte, um die Identität Luke Millers zu klären oder wegen des Freitags und der Botschaftsschliessung um 16 Uhr wertvolle Zeit verstrich, wird ebenfalls einer Erklärung bedürfen.

Luke Millers Freunde posteten auf Facebook nur ihre Trauer über seinen Tod auf Koh Tao. Kein Wort wird erwähnt über die Ursache seines Ablebens. Um seinen Körper nach Hause bringen zu können, haben enge Bekannte spontan eine Spendenaktion gestartet. Schon nach wenigen Stunden gingen dort die ersten Pfund-Überweisungen ein.

Der FARANG wird weiter über den Ermittlungsstand berichten. Die Leiche wurde zur Obduktion in die Gerichtsmedizin nach Surat Thani geschickt.

Fotos: Facebook privat
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Leserkommentare

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Mike Dong 12.06.17 20:16
magic mushrooms
Die Magic Mushroom Cocktails sind wirklich gefährlich. Ich habe schon mitbekommen, daß diese als "Vegetables which are good for you" an wohl etwas naive junge Amerikanerinnen verkauft wurden. Der Besitzer hatte das obligatorische Bob Marley Tshirt an. Am nächsten Morgen gegen 10 sah ich auf der Ringroad eins der Mädels orientierungslos rumiirren. Sie trug das Bob Marley Shirt. Falschrum ! Ich hab Sie dann aufgelesen und zur Ortsmitte gebracht. Noch vor dem Anhalten ist sie einfach vom Bike runtergesprungen und weggerannt. Das passiert wenn man Mushroom Cocktails trinkt. Eltern warnt Eure Kinder, Kids, warnt Eure Freunde. NOBODY IS INVINCIBLE ! Mein Beileid an Millers's Familie.
Jack N.Kurt Leupi 22.12.16 18:13
Toter Brite im Pool auf Koh Tao
Die einstigen "heimlichen " Inseln werden zum "unheimlichen Paradies" ! Sogar ein Killerwal "wagt" sich an die Full-Moon-Party !
Hansruedi Bütler 10.01.16 19:55
Magic Mushroom, Psilocybinhaltige Pilze
Grundsätzlich kann ich den Komment von Mike Dong nur befürworten. Da auch dieser "Pflanzenbereich" zu meinen Spezialgebieten gehört, habe ich ein "Literaturkonzentrat" zusammengestellt, welches an den speziellen Stellen, bitte aufmerksam hinterfragt werden soll! Es besteht heute Einigkeit darüber, dass die Wirkung der psychoaktiven Sekundärsubstanz Psilocin, wie bei anderen psychedelischen Substanzen, vor allem über den Serotonin-Rezeptor des Typs 5-HT2A ausgelöst wird. Psilocin ist ein Hydrolyse-Produkt des Psilocybins und als solches die eigentlich psychoaktive Form des Psilocybins. Neuronale Erregung über diesen Rezeptor führt ihrerseits zu einer Zunahme GABA-vermittelter, hemmender Signale in wichtigen Schaltzentren des Gehirns. Somit können andere psychoaktive Stoffe, welche ebenfalls den Serotonin oder GABA Rezeptor beanspruchen, unterschiedliche, zum Teil stark potenzierende und nicht mehr kontrollierende Wirkungen erzeugen, die teilweise mit Todesfolge einhergehen (Unfall-Gefahr). Die nicht-abhängigkeitserzeugende Wirkung (der "reinen Droge") und die geringe Giftigkeit der Wirkstoffe (insofern nicht „wilde“ Gemische zur Anwendung kommen) sind dabei entscheidende Faktoren. Gefahren beim Konsum von Pilzen bestehen vor allem in psychischen Gesundheitsrisiken, in Unfällen und der Verwechslung mit anderen Pilzen. Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention bewerten Psilocybin weniger toxisch als Aspirin. Die angenommene tödliche Dosis übersteigt eine durchschnittliche Konsumdosis um das 2000-fache. Es wird gemeinhin angenommen, dass eine Wirkstoff-Überdosierung mit Todesfolge mit psilocybinhaltigen Pilzen allein aufgrund der Menge an zu konsumierenden Pilzmaterial nahezu unmöglich ist. Es sind keine Verursachungen von Organschäden bekannt. Aus der veränderten Wahrnehmung der Umwelt können während der Psilocybin-Wirkung für den Konsumenten und das Umfeld Risiken entstehen, beispielsweise die falsche Einschätzung von Gefahren beim Überqueren stärker befahrener Straßen oder das Lenken eines Fahrzeugs (oder beim Schwimmen etc.). Im 2005 wurde in Großbritannien eine Erhebung durchgeführt bei der etwa ein Viertel der teilnehmenden Pilzkonsumenten angab, im Vorjahr eine Panikattacke erlebt zu haben. Angaben zur zitierten Literaturauszügen: Pflanzen der Götter, Richard E. Schultes u. Albert Hofmann 1980, Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, Christian Rätsch 1998, sowie Wikipedia.
dodojero 10.01.16 13:11
Todesinsel Koh Tao
Mir scheint es so, als ob man die Insel international als die Todesinsel in Szene setzt und die Medien tragen ihren Teil dazu bei. Das lockt viele Abenteurer und Sensationsgeile!