BANGKOK: Ermittler des Department of Special Investigation (DSI) haben am Donnerstag (8. Januar 2026) fünf mit einer Iris-Scan-Kryptoinitiative in Verbindung stehende Orte in Bangkok durchsucht. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen besteht der Verdacht, dass dabei personenbezogene Daten von rund 1,2 Millionen thailändischen Bürgern illegal erhoben wurden. Bei den Durchsuchungen handelte es sich um vier Unternehmensstandorte sowie eine Privatwohnung.
Die Behörden gehen davon aus, dass an den Orten persönliche Datensätze, sogenannte „Orb“-Geräte zur Iris-Erfassung, Finanzunterlagen und weitere mit dem Projekt verbundene Ausrüstung gelagert wurden. Die sichergestellten Beweise sollen zur Ausweitung der Ermittlungen genutzt werden.
Iris-Scan-Projekt löst Ermittlungen aus
Auslöser der Razzien war die Annahme eines Ermittlungsverfahrens im vergangenen Monat gegen ein Unternehmen, das digitalen Token an Personen vergab, die einer Iris-Erfassung zustimmten. Das Projekt wurde von der Organisation Worldcoin als sichere digitale Identität beworben. Frühere Untersuchungen deuteten darauf hin, dass der lokale Partner des hinter Worldcoin stehenden Unternehmens Tools for Humanity möglicherweise in ein Geldwäsche-Netzwerk verstrickt war.
KuCoin-Kooperation wird überprüft
Konkret prüfen die Ermittler eine Kooperation mit der internationalen Kryptobörse KuCoin, die in mehreren Ländern, darunter den Vereinigten Staaten, bereits Gegenstand von Untersuchungen war. KuCoin verfügt zwar über eine Lizenz der Thai Securities and Exchange Commission, dennoch wird geprüft, ob die Plattform von einer grenzüberschreitend agierenden Geldwäschegruppe genutzt wurde.
MoU mit Fonds nach Enthüllungen aufgehoben
Im Fokus steht zudem die Verbindung von KuCoin zum in Singapur ansässigen Prime Opportunity Fund, der im März 2024 ein kurzfristig ausgearbeitetes Memorandum of Understanding mit dem Ministry of Digital Economy and Society (DES) zur Einrichtung eines internationalen Digital- und Finanzzentrums in Thailand unterzeichnet hatte. Der seit September amtierende DES-Minister Chaichanok Chidchob hob die Vereinbarung später auf, nachdem bekannt geworden war, dass der Fonds mit Benjamin Mauerberger in Verbindung stehen soll, der wegen mutmaßlicher Geldwäsche für kambodschanische Betrugsnetzwerke zur Befragung gesucht wird.