Banken verlangen Gesichtsscan

Strengere Regeln ab Juni für mobile Transaktionen über 50.000 Baht pro Tag

Thailands Banken verlangen ab Juni Gesichtsscans für drei verschiedene Arten von mobilen Transaktionen und reagieren auf die Zunahme von Cyber-Kriminalität. Foto: Sorapop/Adobe Stock
Thailands Banken verlangen ab Juni Gesichtsscans für drei verschiedene Arten von mobilen Transaktionen und reagieren auf die Zunahme von Cyber-Kriminalität. Foto: Sorapop/Adobe Stock

BANGKOK: Die Banken haben ihre Kunden darauf hingewiesen, dass sie sich ab Juni bei drei Arten von mobilen Finanztransaktionen durch einen Gesichtsscan auf ihren Mobilgeräten authentifizieren müssen. Dies ist Teil der Strategie der Bank of Thailand zur Verhinderung von Finanzbetrug.

Welche Arten von Transaktionen?

Im Rahmen der Maßnahmen ist ein Gesichtsscan auf mobilen Geräten erforderlich für:

• Mobile Geldüberweisungen von mehr als 50.000 Baht pro Transaktion auf lokale oder ausländische Konten.

• Mobile Überweisungen von mehr als 200.000 Baht pro Tag.

Änderung des Überweisungslimits auf mobilen Geräten auf mehr als 50.000 Baht pro Transaktion.

In Zukunft können die Banken den Betrag ab 50.000 Baht, ab dem ein Gesichtsscan erforderlich ist, an ihre Kundentypen anpassen.

Für die Begleichung von Rechnungen von über 50.000 Baht, z. B. Kreditkarten- und Telefonrechnungen oder Aktienkäufen, müssen Bankkunden ihr Gesicht nicht scannen.

Nach dem Zeitplan der Bank of Thailand sollten alle Banken im Juni dieses Jahres bereit sein, die biometrische Authentifizierung für die drei oben aufgeführten Arten von Transaktionen einzuführen.

Einige Banken wie die Bangkok Bank planen die Einführung des Gesichtsscans bereits im Mai.

Bankkunden sollten außerdem ihre Ausweise zu den Bankschaltern bringen, damit ihre Daten aktualisiert und ein Foto von ihrem Gesicht als Vorbereitung auf den biometrischen Gesichtsscan für die drei Transaktionsarten geschossen werden kann.

Mehr Schutz gegen Cyber-Risiko

Nach Angaben der Zentralbank ist die biometrische Authentifizierung für hochwertige mobile Banktransaktionen als Teil der Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher vor Cyberrisiken erforderlich.

Die Aufsichtsbehörde setzte die Anforderung auf 50.000 Baht fest, da sie feststellte, dass dieser Betrag nur 1 Prozent der gesamten täglichen mobilen Banktransaktionen ausmacht. Die meisten Bankkunden dürften von dieser Vorschrift nicht betroffen sein, da die meisten Transaktionen weniger als 50.000 Baht betragen.

Laut der Zentralbank ist es für Betrüger schwierig, die biometrischen Daten von Bankkunden zu fälschen, da dies hohe Investitionen und ausgefeilte Technologie erfordern würde.

Die Banken verfügen über standardmäßige biometrische Vergleichssysteme, um gefälschte biometrische Identitäten zu erkennen, betonte die Aufsichtsbehörde.

Der frühere Gouverneur der Bank of Thailand, Sethaput Suthiwartnarueput, sagte, dass die Maßnahmen zwar für die Kunden unbequem sein mögen, aber die Sicherheit bei digitalen Bankgeschäften erhöhen werden.

Da sich Berichte über Cyberkriminalität im Finanzbereich häufen, hat die Zentralbank mit verwandten Organisationen, sowohl in der Regierung als auch im Privatsektor, zusammengearbeitet, um verdächtige Transaktionen und Konten zu erkennen.

Nach Angaben der Zentralbank gab es von März bis Dezember 2022 rund 50.000 Fälle von Betrug beim Online-Shopping, 20.000 Fälle von Betrug bei Geldüberweisungen, 18.000 Fälle von Betrug bei der Kreditvergabe und 13.000 Fälle von Betrug durch Callcenter. Es gab 58.000 Betrugsfälle mit Nominee-Einlagenkonten mit einem gemeldeten Gesamtschaden von 5,5 Milliarden Baht.

Gemäß der Empfehlung der Zentralbank sollten Bankkunden keine verdächtigen Links öffnen, die an ihre Line Messaging App oder E-Mail-Konten gesendet werden, und auch keine mobilen Apps aus nicht autorisierten Quellen herunterladen. Auch sollten sie keine ungesicherten mobilen Geräte für Finanztransaktionen verwenden.

Führungskräfte der Banken haben bereits erklärt, dass sie weiterhin Cybersicherheitssys­teme entwickeln, die Finanzbetrug verhindern sollen.

Neues Gesetz zur Cyber-Kriminalität

Vor kurzem trat ein neuer königlicher Erlass zur Verhinderung und Bekämpfung von Internetkriminalität in Kraft, der Opfern, Banken und Behörden mehr Möglichkeiten zur Bekämpfung von Online-Betrug und anderen illegalen Online-Aktivitäten gibt.

Das Gesetz ermöglicht den Opfern von Online-Betrügereien die Beantragung der sofortigen Sperrung von Betrügerkonten, die von Kriminellen zur Nutzung der gestohlenen Identitätsdaten eröffnet wurden. Die Opfer können dies über die Hotline-Nummern von 15 Banken tun und bei der Polizei vor Ort oder online eine Anzeige wegen Betrugs erstatten.

Dank des neuen Gesetzes können Banken ein mutmaßliches Maulwurfskonto vorübergehend sperren und die Technologie der künstlichen Intelligenz im Zuge der Untersuchung illegaler Tran­saktionen nutzen. Das Gesetz regelt auch die Bestrafung von Cyberkriminellen.

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Wolfgang Eysholdt 19.05.23 09:00
Richtig
Wildfried Mond, egal wohin, oder wie weit du gehst, deine Probleme gehen mit.
Tom Zeus 18.05.23 17:50
Gesichtscan
Thomas S. hat es schon sehr gut formuliert... "ist ein scharfes Schwert". Das sehe ich ebenso. Das hat mit Sicherheit rein gar nichts mehr zu tun! Es gibt inzwischen in vielen Ländern beim Internet-Banking sehr sichere Methoden und alle OHNE Gesichtscan. Und and die "Habe-nichts-zu-verbergen-Fraktion" ... die können sich ja schon jetzt von der Regierung im eigenen Haus in ALLEN Zimmern incl. Bad Überwachungs-Kameras installieren lassen, welche 24h senden. Alles nur wegen der Sicherheit natürlich, zur Abschreckung vor Einbrechern. P.S. die Chinesen sind hier Vorreiter in der Überwachung durch Gesichtsscan. Die brauchen noch Beta-Tester auch in anderen Ländern.
Andy 18.05.23 15:30
Gesichtsscan
Meine Frau hat sich das jetzt eingerichtet.
Sie benötigte allerdings eine neue ID Card, da sich ihr jetziges Aussehen etwas verändert hat.
Ich brauche diese Funktion nicht, da ich noch altbewährt bar bezahle.
Sollte ich Mal einen größeren Betrag überweisen müssen, so gehe ich zur KK Bank im Tesco Nord, öffnet halt erst um 10'30 Uhr und dann muss man noch eine Nummer ziehen, ist man dann aber an der Reihe, kann ich Ruck Zuck 1 oder 2 Millionen überweisen, ohne dass jemand große Fragen stellt.
Fazit: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Schönen Vatertag.
Kradi 18.05.23 14:10
Ich habe nichts zu verbergen, trotzdem: ist reine Schikane, weltfremd und soll nur den Kontrollwahn befriedigen. Und: Geld findet immer einen Weg......
Ingo Kerp 18.05.23 14:10
Wer sich bisher gesetzeskonform verhalten hat, egal in welchem Land, der hat auch kein Problem mit einem Gesichtsscan. Die Menschen haben schon auf rein freiwilliger Basis, so viele Daten von sich bekannt gegeben, z.B. beim Anmelden bei Facebook und Co., das ein Gesichtsscan auch keine groeßere Information über einen Menschen preisgibt, als eh schon besteht.
Wildfried Mond 18.05.23 14:00
Verfolgungswahn
Es sieht so aus als ob diejenigen, die sich in DACH verfolgt fühlten alle nach Thailand ausgewandert sind.. und oh Wunder.. auch hier fühlen sie sich verfolgt.

Scheinbar ist dieser Verfolgungswahn mit ausgewandert.
Thomas Sylten 18.05.23 13:30
An die Nichts-zu-verbergen-Habenden
Man merkt seine Fesseln nur, wenn man sich bewegt -
also wer sich nicht bewegt, den stören sie nicht. Aber er ist trotzdem gefesselt.

Konkret: Ich hab nix zu verbergen, weil was ich tue nicht verboten ist.
Sollte nun aber etwas davon verboten werden - dann hab ich plötzlich doch was zu verbergen. Kann es aber nicht mehr, weil das VORHER vorbereitet wurde. Genauer: Jetzt.

Die schleichende Abschaffung des Bargeldes zum lückenlosen Nachvollziehen jedes Geldverkehrs ist da ein Beispiel, worüber man mal genauer nachdenken sollte. Und digitale Gesichtskontrolle ist schon ein recht scharfes Schwert..
Urs Widmer 18.05.23 13:00
Die technologische Entwicklung lässt sich nun mal von nichts und niemandem aufhalten und bringt auch ganz viele Erleichterungen und Gutes mit sich. Kontrolliert von der Wiege bis zur Urne wurde man schon immer. Wer nichts zu verbergen hat, kann damit leben.
Helmut Loehr 18.05.23 11:40
Sehr gut
Was viele vielleicht noch nicht verstehen. In Thailand gibt es sehr viele Kriminelle im Internet. Es gibt Thailänder die haben ihr ganzes Geld
Freddy Sommer 18.05.23 02:30
Auf in die totale Kontrolle
Nur darum geht es. Die angeblichen Sicherheitsvorteile sind eine glatte Lüge, es geht darum digitalen Zahlungsverkehr zu etablieren, lückenlos zu überwachen, zu kontrollieren und im letzten Schritt zu beeinflussen und dafür die Technologien dem Volk als "Sicherheitsgewinn" zu verkaufen.
Es stecken genau NULL hehre Absichten dahinter.
Betrüger überweisen dann halt 10 x 45 000 Baht. Wobei mir unklar, ist wie das gehen soll, denn jede mobile Transaktion wird jetzt schon per SMS oder in einer App sofort dem Kunden mitgeteilt.
Ich sehe keinerlei "Sicherheitsgewinn", nur behördlichen Kontrollwahn. Aber China ist ja nicht weit, und da wird es hin gehen.

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