BANGKOK: In Thailand startet am heutigen Montag (1. Juni 2026) offiziell das staatliche Zuschussprogramm „Thais Help Thais Plus“. Nach Angaben des Finanzministeriums erhalten mehr als 39,2 Millionen Menschen finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 1.000 Baht, um die steigenden Lebenshaltungskosten abzufedern und den Konsum im Land anzukurbeln.
Wie Finanzstaatssekretär Lavaron Sangsnit mitteilte, profitieren insgesamt 39,22 Millionen Personen von dem Programm. Darunter befinden sich 13,18 Millionen Inhaber staatlicher Sozialhilfekarten sowie 26,04 Millionen Teilnehmer des sogenannten 60/40-Kofinanzierungsprogramms. Die Mittel stehen täglich zwischen 06.00 und 23.00 Uhr zur Verfügung. Das Programm läuft bis zum 30. September 2026. Nicht genutzte Beträge können nicht in den Folgemonat übertragen werden.
1.000 Baht für Waren des Bedarfs
Empfänger von Sozialhilfekarten können den vollständigen Zuschuss von 1.000 Baht für den Kauf von Waren des täglichen Bedarfs in registrierten Thong-Fah-Geschäften verwenden. Eine Eigenbeteiligung ist nicht erforderlich. Eine Barauszahlung oder ein Umtausch der Förderung ist jedoch ausgeschlossen.
Teilnehmer des 60/40-Programms müssen dagegen 40 Prozent jedes Einkaufs selbst bezahlen, während der Staat die restlichen 60 Prozent übernimmt. Die Abwicklung erfolgt über die mobile Anwendung Pao Tang. Der staatliche Zuschuss ist auf 200 Baht pro Tag und maximal 1.000 Baht pro Monat begrenzt.
Bezahlung per G-Wallet und QR-Code
Nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Lalida Persvivatana können Begünstigte ihr Guthaben in der Pao-Tang-App über das Banner „Thais Help Thais Plus“ aufrufen und aktivieren. Die Bezahlung erfolgt durch Aufladung eines G-Wallets und das Scannen eines QR-Codes, den teilnehmende Geschäfte über die Anwendung Tung Ngern bereitstellen. Das System berechnet die jeweilige Kostenaufteilung automatisch.
Die Regierung bezeichnet das Programm als einfach zugängliche Maßnahme zur Unterstützung der Bevölkerung. Gleichzeitig soll die Kaufkraft gestärkt und die wirtschaftliche Aktivität insbesondere auf lokaler Ebene gefördert werden.
Lieferdienste werden einbezogen
Vinit Visessuvanapoom, Generaldirektor des Fiscal Policy Office und Sprecher des Finanzministeriums, kündigte zudem an, dass ab dem 15. Juni 2026 auch Bestellungen von Speisen und Getränken über zugelassene Lieferplattformen in das Programm einbezogen werden.
Bis Sonntag (31. Mai 2026) hatten sich nach offiziellen Angaben 721.644 Geschäfte für die Teilnahme registriert, darunter 61.731 neue Anbieter. Weitere 329.454 Anträge befanden sich noch im Genehmigungsverfahren. Unternehmen, die bisher nicht am Programm beteiligt waren, können sich noch bis zum 31. Juli 2026 anmelden.
Opposition kritisiert Finanzierung
Unterdessen fordert die oppositionelle Demokratische Partei eine parlamentarische Sonderprüfung der Finanzierung des Programms. Parteichef Abhisit Vejjajiva kritisierte, dass die Regierung für das auf vier Monate angelegte Konjunkturprogramm Kredite in Höhe von 170 Milliarden Baht aufnehme. Zudem sei das Ziel von 30 Millionen Teilnehmern mit tatsächlich 26 Millionen registrierten Nutzern verfehlt worden.
Die Partei kündigte an, die Finanzierung des Programms am Donnerstag (4. Juni 2026) im Repräsentantenhaus zur Sprache zu bringen und die Einsetzung eines Sonderausschusses zur Kontrolle der Mittelverwendung zu beantragen. Darüber hinaus fordert sie mehr Transparenz bei der Finanzierung künftiger staatlicher Projekte, darunter auch Vorhaben im Energiesektor.