NIKOSIA: Durch ein in den sozialen Medien verbreitetes Video gerät Zyperns Präsident unter Druck. Parteien fordern Aufklärung. Das Video erscheint zu einem für Zypern politisch sensiblen Zeitpunkt.
Ein Video in den sozialen Medien erhebt Vorwürfe mutmaßlich illegaler Finanzierungen im Wahlkampf von Zyperns Präsident Nikos Christodoulidis im Jahr 2023. In den Aufnahmen sind unter anderem der frühere Energieminister Giorgos Lakkotrypis, ein Unternehmer sowie der Leiter des Präsidialamtes, Charalambos Charalambous, zu sehen.
Darin verweist der ehemalige Energieminister auf die gesetzliche Obergrenze für Spenden von rund einer Million Euro für Präsidentschaftswahlkämpfe und erklärt, Kandidaten seien deswegen «auf Bargeld angewiesen». Der Chef des Präsidialamtes Charalambous spricht über informelle Zugangswege von Investoren zum Präsidenten. Ein zyprischer Unternehmer erklärt, direkte Kontaktkanäle mit dem Präsidenten könnten Investitionen und unternehmerische Vorhaben beschleunigen.
Regierung weist Vorwürfe zurück
Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis wies die Vorwürfe zurück. Das Video sei manipulativ und enthalte falsche sowie irreführende Behauptungen, die dem Ansehen der Regierung und des Landes schaden sollten. Der Verdacht auf eine hybride Aktion aus dem Ausland werde geprüft; Generalstaatsanwalt und Polizeichef seien informiert. Politische Parteien fordern nun eine rasche Aufklärung der Vorwürfe.
Das Video erscheint zu einem für Zypern politisch sensiblen Zeitpunkt: Die Inselrepublik hat seit dem 1. Januar turnusgemäß für sechs Monate den EU-Ratsvorsitz übernommen.