Zypern stellt britische Basen infrage

​Präsident fordert Debatte nach Drohnenangriff

Greek Navy frigates Kimon and Psara deployed at Limassol port. Photo: epa/GEORGE CHRISTOFOROU
Greek Navy frigates Kimon and Psara deployed at Limassol port. Photo: epa/GEORGE CHRISTOFOROU

NIKOSIA: Die britischen Militärbasen auf Zypern gelten als strategisch wichtig. Präsident Christodoulidis nennt sie ein «koloniales Relikt» - und stellt ihren Status infrage.

Die EU-Inselrepublik Zypern stellt nach den Worten von Präsident Nikos Christodoulidis den künftigen Status der britischen Militärbasen auf der Insel zur Diskussion. Nach einem Ende der Krise im Nahen Osten müsse eine «offene und ehrliche Debatte» darüber geführt werden, sagte er dem griechischen Fernsehsender OPEN.

Auslöser ist ein unbemanntes Luftfahrzeug

Anlass ist ein Angriff mit einer Drohne iranischer Bauart in der Nacht zum 2. März auf den britischen Stützpunkt Akrotiri nahe der Hafenstadt Limassol. Die Luftabwehr des Stützpunktes konnte sie nicht abfangen. Verletzt wurde niemand. In Dörfern in und um den Stützpunkt leben mehr als 10.000 Zivilisten. Christodoulidis bezeichnet die Basen seither als «koloniales Relikt».

Stützpunkte von strategischer Bedeutung

Die britische Seite betont die Bedeutung der Basen. Sie seien zentral für die Sicherheit britischer Staatsbürger und Verbündeter im Mittelmeerraum und im Nahen Osten. Die Basen gehen auf die Unabhängigkeit Zyperns im Jahr 1960 zurück. Großbritannien erhielt damals zwei souveräne Militärbasen.

Seit 2004 ist Zypern Mitglied der Europäischen Union. Im von der Türkei besetzten Norden der Insel ist die Anwendung des EU-Rechts jedoch ausgesetzt. Zypern ist kein Nato-Mitglied. Mehrere europäische Staaten haben nach dem Drohnenangriff aus Solidarität ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt, darunter Frankreich und Griechenland.

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