Verschuldung der Haushalte nimmt massiv zu

Auch Motorradtaxifahrer bekommen den wirtschaftlichen Zusammenbruch ihres Landes zu spüren: Ihnen fehlt es an Kundschaft. Foto: epa/Diego Azubel
Auch Motorradtaxifahrer bekommen den wirtschaftlichen Zusammenbruch ihres Landes zu spüren: Ihnen fehlt es an Kundschaft. Foto: epa/Diego Azubel

BANGKOK: Die Covid-19-Krise hat sich massiv auf die Verschuldung der Haushalte ausgewirkt. Sie wird auf mehr als 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ansteigen, warnte der Nationale Rat für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (NESDC).

Die Verschuldung der thailändischen Haushalte lag im ersten Quartal dieses Jahres bei 79,8 Prozent des BIP. Die Pandemie hatte zur Folge, dass Unternehmen zusätzlich zu der Dürre, die die Haushalte bereits schwer getroffen hatte, schließen mussten. Das führte zu einer erhöhten Kreditaufnahme der Bevölkerung, da die Einkommen zurückgingen, erläuterte NESDC-Generalsekretär Thosaporn Sirisumphand. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden im zweiten Quartal schwerwiegend sein, da viele Unternehmen Arbeiter entlassen oder die Gehälter ihrer Angestellten gekürzt haben. Der Einkommensschock führte zu einer fortgesetzten Ausweitung der Verbraucherkredite, die um 7,1 Prozent zunahmen.

Die Verbraucher nutzten auch Privatkredite für Geschäfte, die schätzungsweise 17,9 Prozent der gesamten Privatkredite ausmachten. Dazu gehören Mietkauf, Autokredite und Hypotheken. Die faulen Kredite von Verbrauchern machen inzwischen 3,23 Prozent der gesamten Verbraucherkredite aus, gegenüber 2,9 Prozent im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Die uneinbringlichen Forderungen beliefen sich auf 156 Milliarden Baht.

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Hans-Gerd Englich 17.06.20 15:48
Ueberschuldung
Von daher , dies war ja eigentlich Systemmaessig zu erwarten, wird die Urlaubsaktion ja wohl voll in die Hose gehen.
Da gehoert sie auch hin, denn erst müssen mal die zigtausende "Selbständige", welche Ihr Geschäft verlohren haben wieder auf die Beine gestellt werden. Und die Firmen Ihre Angestellten wieder in Vollzahl beschäftigen.
Wer sich das ausgedacht hat, hat an der Stelle wo er sitzt nichts zu suchen.
Thomas Thoenes 17.06.20 15:37
Das meiste davon kann und wird doch
niemals zurück gezahlt. Die Zahlen im Bericht stehen ja nur für die offiziellen Bankkredite. Was ist mit den Krediten bei den Kredithaien die meist noch die Bankkredite übersteigen? Da muss man doch kein Mathematikprofessor sein um zu sehen das Haushalte mit monatlich 30tsd Einkommen und alleine mit monatlichen Kreditraten von 35tsd plus Lebensunterhalt nicht funktionieren. Wahrscheinlich fällt das hier erst auf wenn kein Rai Land und keine Immobilie mehr in privatem Besitz ist und alle Fahrzeuge bei den Gebrauchtwagenhändlern verrosten.
Phi Nott 17.06.20 13:52
Wenn die Menschen jeglicher Existenzgrundlage beraubt werden, nicht mehr wissen, wovon sie leben, was sie essen sollen, das ist wirklich entsetzlich. Und da sollen Reisegutscheine helfen?
Ingo Kerp 17.06.20 13:07
Wie im Bericht zum Einzelhandel von gestern bereits aufgeführt, gibt es statt schwarzer Zahlen, derzeit nur eine Hoffnung. Die Hoffnung, das es besser wird. Auch wenn sämtliche Beschränkungen und Maßnahmen zur Corona-Abwehr weggefallen sind, wird es deshalb keinen sofortigen Anstieg von Umsatzzahlen geben. Sicherlich nicht in diesem Jahr und erst zoegerlich im kommenden Jahr, das wahrscheinlich auch noch mit einem Minus enden wird.