«The Sunday Times»: Europa sollte von der Ukraine lernen
LONDON: Zu den ukrainischen Angriffen mit Langstrecken-Drohnen auf Ziele in Russland heißt es in der Londoner «Sunday Times»:
«Während die Aufmerksamkeit von US-Präsident Donald Trump für die Ukraine abgelenkt wird durch den Krieg mit dem Iran und innenpolitischen Themen, hat das Land weitreichende Drohnenangriffe gestartet. Einige davon trafen Treibstoffraffinerien in Sibirien, die mehr als 1.500 Meilen (ca. 2.414 km) entfernt liegen, andere wiederum russische Schiffe im Asowschen Meer.
Diese Angriffe zeigen, wie vergleichsweise kostengünstige autonome Systeme empfindliche Schläge zufügen können und dass Innovation den Mangel an Personal und konventioneller Feuerkraft teilweise ausgleichen kann. Das Schlachtfeld der Zukunft wird nicht einfach denjenigen gehören, die über die größten Arsenale verfügen, sondern denjenigen, die Software, künstliche Intelligenz und massenproduzierte Drohnen integrieren können.
Die Ukraine verteidigt sich nicht mehr nur; sie erprobt vielmehr in Echtzeit die Kriegsführung der Zukunft. Die Frage ist, ob ihre Verbündeten ebenso schnell lernen wie ihre Feinde. Großbritannien und Europa müssen nicht nur ihre Entschlossenheit verstärken, der Ukraine beizustehen, sondern auch rasch aus diesen neuen Formen der Kriegsführung lernen und sie in ihre Verteidigungssysteme integrieren.»