Ukrainekrieg: Meldungen am Dienstag

Foto: epa/Fotomontage
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Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine

SAPORISCHSCHJA/SUMY: Einmal mehr haben russische Angriffe in der Ukraine schwere Folgen für Zivilisten. Auch Einsatzkräfte werden den Angaben nach zum Ziel.

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von zwei Todesopfern und mehreren Verletzten in Saporischschja im Südosten des Landes. Russland habe mit Gleitbomben ein gewöhnliches mehrstöckiges Wohnhaus angegriffen, schrieb er in sozialen Medien.

Auch in Cherson im Süden des Landes wurde Selenskyj zufolge ein Mensch getötet und zwei weitere wurden verletzt. Das russische Militär habe dabei Gleitbomben und Drohnen eingesetzt. Er beklagte auch zwei Verletzte nach Angriffen auf die Stadt und die Region Odessa am Schwarzen Meer. In seinem Post teilte Selenskyj mehrere Fotos, die Feuerwehrleute sowie brennende Häuser und Autos zeigen. Es sei wichtig, dass die Europäische Union das 21. Sanktionspaket verabschiede, die Partner der Ukraine das angegriffene Land weiter unterstützten und Waffen schnell geliefert würden, schrieb er weiter.

In Sumy im Nordosten des Landes wurden nach Angaben des regionalen Zivilschutzes sechs Bewohner eines mehrstöckigen Hauses bei Drohnenangriffen verletzt. Vier davon seien Minderjährige. Russland habe in der Nacht mehrfach angegriffen. In einem Einkaufszentrum brach demnach ein Großbrand aus. Bei weiteren Attacken während der Löscharbeiten seien zudem Einsatzfahrzeuge beschädigt worden.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg.


Russischer Geheimdienst tötet Mann bei Festnahme

TJUMEN: Der russische Inlandsgeheimdienst FSB will wieder einen Terroranschlag verhindert haben. Der Verdächtigte überlebt seine Festnahme nicht.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Terroranschlag verhindert und den Verdächtigten getötet. Die Behörde warf dem 1966 geborenen Mann einer Mitteilung zufolge vor, einen Sabotage- und Terrorakt im Auftrag des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR vorbereitet zu haben. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Der demnach in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geborene Mann soll Kontakt zum HUR aufgenommen und in dessen Auftrag eine Bahnstrecke einer großen regionalen Energieanlage im Föderationskreis Ural ausgekundschaftet haben, um einen Sprengsatz anzubringen. Den selbst gebauten Sprengsatz soll er in einem Gebäude in Tjumen versteckt haben. Bei seiner Festnahme habe der Mann mit einem Sturmgewehr auf Mitarbeiter des FSB geschossen und sei daraufhin erschossen worden, hieß es in der Mitteilung.

Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine 2022 hat es in Russland zahlreiche Fälle von Sabotage an Bahnstrecken und anderen Objekten sowie Attentate auf Militärangehörige und Kriegsbefürworter gegeben. Russische Ermittler machen oft Kiews Geheimdienste dafür verantwortlich. Der FSB meldet regelmäßig die Verhinderung angeblicher Sabotageakte oder Terroranschläge, immer wieder werden dabei von der Behörde Verdächtigte getötet. Ukrainische wie russische Geheimdienste werben häufig in sozialen Netzwerken mittels irreführender Angaben Helfer für Anschläge an.


«Pravda»: Europa braucht einen Ausweg aus dem Ukraine-Krieg

BRATISLAVA: Zu möglichen Auswegen aus dem Ukraine-Krieg schreibt die slowakische Tageszeitung «Pravda» am Dienstag:

«Die Energiesanktionen (gegen Russland) haben die EU äußerst abhängig vom Import von Erdöl und Flüssiggas aus den USA und den Ländern des Nahen Ostens gemacht. Angesichts der gleichzeitigen Kriege in der Ukraine und am Persischen Golf ist Europa wirtschaftlich verwundbar. Aus ökonomischer Sicht sollte es in seinem Interesse sein, zu einer politischen Lösung der Konflikte beizutragen, vor allem in der Ukraine. (...)

EU-Ratspräsident António Costa unternahm einen Versuch, Kontakt zu Russland aufzunehmen, seine Bemühungen wurden aber vereitelt. Deutschland, Frankreich und Großbritannien (...) halten an der Illusion fest, dass Moskau durch eine Eskalation des Kriegs und der Sanktionen auf die Knie gezwungen werden könne. Die «Koalition der Willigen» erhöht indirekt auch die Verwicklung in den Krieg durch engere Rüstungs- und Militärkooperation mit der Ukraine. Das ist eine gefährliche Politik.

Konstruktive Friedensinitiativen sind notwendig, einschließlich einer militärischen Neutralität der Ukraine im Rahmen einer breiteren europäischen Sicherheitsordnung. Wie der belgische Premier Bart De Wever vorschlug, sollten im Rahmen einer Friedensvereinbarung auch die Sanktionen aufgehoben werden. De Wever würde in eine solche Vereinbarung dafür eine Klausel einbeziehen, dass die Sanktionen wieder aufgenommen werden, falls Russland die Vereinbarung verletzt.

Es gibt im Rahmen der EU also vereinzelte Stimmen, die zu einer anderen Politik gegenüber Russland aufrufen. Aber diesen Stimmen fehlt noch der notwendige Einfluss.»

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