Ukrainekrieg: Meldungen am Donnerstag

Foto: epa/dpa Fotomontage
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Einigung in Brüssel: EU verhängt neue Russland-Sanktionen

BRÜSSEL: Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt.

Das teilten EU-Diplomaten in Brüssel mit.


«The Times»: Präsident Selenskyj ist ein Risiko eingegangen

LONDON: Die Londoner «Times» kommentiert am Donnerstag die Umbesetzung an der Spitze der ukrainischen Streitkräfte:

«Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist damit ein Risiko eingegangen. Dem (nun abgesetzten Oberbefehlshaber) General Olexander Syrskyj wird zugeschrieben, die Verteidigung Kiews angeführt und vor zwei Jahren eine Gegenoffensive in Russlands Region Kursk gestartet zu haben. Doch die Kosten an ukrainischen Menschenleben waren enorm, und unter jungen Ukrainern wächst die Abneigung, in einem Krieg zu kämpfen, der wie ein Zermürbungskrieg erscheint. (...)

Anstelle von General Syrskyj hat der Präsident Mychajlo Drapatyj ernannt. Der 43-Jährige steht für eine neue, flexiblere und weniger sowjetisch geprägte militärische Denkweise. Er dürfte die jüngsten Versuche, den Krieg nach Russland zu tragen, weiter vorantreiben. Zunächst muss er jedoch das Vertrauen der anderen Kommandeure gewinnen, von denen viele seit langem mit General Syrskyj verbunden sind. (...)

Die Fähigkeit der Ukraine, neue Militärtechnologien einzusetzen, sowie ihre innovativen neuen Taktiken haben die Europäer beeindruckt - ein entscheidender Faktor für das Überleben der Ukraine. Präsident Selenskyj gilt im Ausland weiterhin als die inspirierende Symbolfigur seines Landes. Allerdings ist er nicht frei von Fehlern und er muss nun seine Autorität im eigenen Land festigen, indem er neue Realitäten anerkennt.»


«Kommersant»: Selenskyj geht es um Machterhalt

MOSKAU: Zum Wechsel in der ukrainischen Militärführung inmitten des russischen Angriffskriegs schreibt die Moskauer Tageszeitung «Kommersant» am Donnerstag.

«Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat Umbesetzungen in der obersten Militärführung des Landes vorgenommen und den Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Olexander Syrskyj, abgesetzt. Die Entlassung des obersten Militärchefs, die nach seinem Konflikt mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Mychailo Fedorow erfolgte, war eine erzwungene Entscheidung, die unter dem Druck der Proteste in der Ukraine getroffen wurde.

Der Rücktritt von Syrskyj, der dem Präsidenten loyal ergeben war, ist ein schwerer Schlag für die Position von Selenskyj selbst, der versucht, eine akute politische Krise zu vermeiden, aber dabei die Kontrolle über die Armee verliert.

(...) Die wichtigste Folge der Entlassung Syrskyis, der dem Präsidenten treu geblieben war, wird jedoch die Untergrabung von Selenskyjs Autorität in den Augen des ukrainischen Generalstabs sein, der nun davon überzeugt ist, dass der Präsident bereit ist, ihm treu ergebene Militärführer im Falle einer Bedrohung seiner eigenen Macht ohne Weiteres zu opfern.»

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