Putin: Vorwurf zu Drohnenvorfall nicht bewiesen
ASTANA: In Rumänien schlägt eine Drohne in ein Wohnhaus ein. Nach den Vorwürfen gegen Moskau aus dem Westen nimmt nun Kremlchef Putin Stellung.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vorwurf zurückgewiesen, russische Drohnen hätten Rumänien beschossen. «Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde», sagte Putin vor russischen Journalisten in Kasachstans Hauptstadt Astana. Wahrscheinlich sei eher eine ukrainische Drohne vom Kurs abgekommen, behauptete er. In der Vergangenheit seien auch in Finnland, dem Baltikum und Polen verirrte ukrainische Drohnen heruntergekommen - und jedes Mal sei zunächst Russland beschuldigt worden. Moskau sei aber zur Aufklärung des Falls bereit, fügte Putin hinzu.
Dazu forderte der Kremlchef die Übergabe der Drohnentrümmer. Erst dann könne Moskau objektiv zu dem Fall Stellung nehmen, sagte er am Rande eines Gipfels der Eurasischen Wirtschaftsunion in Astana.
In der Nacht war eine Drohne in ein Wohnhaus der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine eingeschlagen. Zwei Menschen wurden verletzt. Bukarest hat als Reaktion darauf, den russischen Botschafter einbestellt und das Generalkonsulat in Constanta geschlossen. Eine Reihe von EU- und Nato-Staaten hat den Vorfall als russische Eskalation verurteilt.
Wadephul zu Drohnen-Vorfall: Lassen uns nicht einschüchtern
NEW YORK: In der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine schlägt eine russische Drohne in ein Wohnhaus ein. Der deutsche Außenminister reagiert scharf. Und kündigt eine geschlossene Reaktion an.
Außenminister Johann Wadephul hat eine geschlossene Reaktion von Nato und EU auf den Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus in Rumänien angekündigt. «Wir lassen uns weder einschüchtern noch lassen wir uns spalten», sagte der CDU-Politiker am Rande eines Besuches bei den Vereinten Nationen in der US-Ostküstenmetropole New York. «Wir werden dieses Vorgehen Russlands geschlossen beantworten. Unsere gesamte Solidarität gilt unserem Bündnispartner und EU-Partner Rumänien.»
Der Absturz der Drohne zeige, dass Russlands rücksichtsloses Vorgehen die Sicherheit der Bürger in ganz Europa bedrohe. Als Nato-Alliierte werde man der Ukraine weiter entschlossen helfen, sich Russlands Aggression zu widersetzen. Man werde zudem die europäische Verteidigungsfähigkeit innerhalb der Nato schnell und entschlossen ausbauen. «Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit. Dieses alte Motto der Nato bekommt eine neue Bedeutung.»
Wadephul: Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit
Die mit Sprengstoff beladene russische Drohne vom Typ Geran schlug in der Nacht zum Freitag auf dem Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks in der ostrumänischen Stadt Galati ein, nahe den Grenzen zur Ukraine und der Republik Moldau. Sie durchbrach das Dach und löste in der direkt darunter liegenden Wohnung einen Brand aus. Eine 53 Jahre alte Bewohnerin und ihr 14-jähriger Sohn erlitten dabei leichte Brandwunden.
Drohnen-Einschlag: Ukraine sichert Rumänien Unterstützung zu
KIEW: Mehrfach sind in Russlands Angriffskrieg Drohnen in dem an die Ukraine grenzenden Nato-Land Rumänien abgestürzt. Nun gab es einen erneuten Vorfall. Kiew sichert Bukarest Unterstützung zu.
Nach dem Absturz einer russischen Drohne auf ein Wohnhaus in Rumänien hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Land Unterstützung zugesichert und mehr Druck auf Russland gefordert. Die Ukraine sei bereit, Rumänien in jeder erforderlichen Weise zu unterstützen, schrieb er auf der Plattform X. Selenskyj teilte dort einen Post von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, in dem sie nach dem Vorfall auch ankündigte, den Druck auf Russland weiter zu erhöhen.
Selenskyj stimmte von der Leyen zu. Kiew zähle darauf, dass die neuen Sanktionen der EU gegen Russland wirklich streng sein werden und Moskau spüren lassen, dass seine Angriffe erhebliche Verluste für Russland selbst bedeuteten. Er sprach von einem weiteren zynischen Angriff auf zivile Infrastruktur im südukrainischen Gebiet Odessa, das auch an Rumänien grenzt.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Seit Beginn des Kriegs sind in Rumänien nahe der Grenze zur Ukraine mehrmals Trümmer russischer Drohnen abgestürzt.
Baltenstaaten verurteilen Drohnen-Einschlag in Rumänien
TALLINN/RIGA/VILNIUS: Im Zuge des Ukraine-Krieges kam es zuletzt immer wieder zu Drohnenvorfällen in den baltischen Staaten. Deren Präsidenten finden deutliche Worte zum Einschlag eines russischen Flugobjekts in Rumänien.
Estland, Lettland und Litauen haben den Einschlag einer russischen Drohne in einem Wohnhaus im ostrumänischen Galati verurteilt. «Russlands Eskalation seines brutalen Krieges ist inakzeptabel», schrieb der estnische Präsident Alar Karis auf der Plattform X. Sein litauischer Amtskollege Gitanas Nauseda sprach von einem «eklatanten Verstoß gegen die Souveränität und territoriale Integrität Rumäniens sowie gegen die Grundprinzipien des Völkerrechts.» Russland trage dafür volle Verantwortung
Lettlands Präsident Edgars Rinkevics betonte, dass sein Land uneingeschränkt solidarisch an der Seite Rumäniens stehe und bereit sei, geeignete Maßnahmen zur Verhinderung solcher Vorfälle zu unterstützen. Der Einschlag der Drohne in Galati löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus und verletzte zwei Menschen.
Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es auch in den an Russland und grenzenden Baltenstaaten zuletzt mehrere Vorfälle mit Drohnen gegeben. Darüber kam es auch zu Spannungen mit Moskau.
Deutsche wird Chefin von Sicherheitsmission in der Ukraine
BRÜSSEL/KIEW: Afghanistan, Demokratische Republik Kongo und Kosovo - die deutsche Juristin Cornelia Taylor ist seit Jahren bei internationalen Kriseneinsätzen mit dabei. Nun wartet eine neue Herausforderung.
Eine Deutsche wird neue Chefin der EU-Mission zur Unterstützung des zivilen Sicherheitssektors in der Ukraine. Die Juristin Cornelia Taylor trete den Posten zum 1. Juli an, teilte die Vertretung der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel mit. Taylor sei unter anderem wegen ihrer mehr als 20-jährigen Erfahrung in der Leitung komplexer Kriseneinsätze ausgewählt worden.
Demnach arbeitete Taylor bereits in Führungspositionen bei UN- und EU-Missionen im Kosovo, in der Demokratischen Republik Kongo und in Afghanistan. Zuletzt war sie stellvertretende Leiterin der OSZE-Mission im Kosovo.
Die EU-Mission EUAM Ukraine war 2014 zur Unterstützung des Landes bei Reformen eingerichtet worden und beschäftigt mittlerweile mehr als 400 internationale und lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Derzeit hilft sie den ukrainischen Behörden auch bei der Strafverfolgung von Verbrechen im Zusammenhang mit Russlands Angriffskrieg, beim Grenzmanagement, der Bekämpfung hybrider Bedrohungen und bei der Wiedereingliederung von Kriegsveteranen.
EUAM Ukraine verfügt über Außenstellen in Kiew, Lwiw und Odessa sowie über eine mobile Einheit. Außenstellen in Charkiw und Mariupol sind derzeit wegen der Sicherheitslage beziehungsweise russischer Besatzung nicht einsatzfähig.
Nato sagt Rumänien nach Drohnen-Einschlag Unterstützung zu
BRÜSSEL: Im Zuge von russischen Angriffen auf die Ukraine kommt es immer wieder zu Drohnenabstürzen auf Nato-Gebiet. Nun gibt es einen neuen Fall in Rumänien.
Die Nato hat Rumänien nach dem Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus einen Ausbau der Abwehrfähigkeiten in Aussicht gestellt. «Wir verurteilen Russlands Rücksichtslosigkeit, und die Nato wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter stärken - auch gegen Drohnen», teilte Sprecherin Allison Hart mit. Generalsekretär Mark Rutte stehe nach dem Einschlag der Drohne in Kontakt mit den rumänischen Behörden. Zu dem Vorfall sei es gekommen, als Russland ukrainische Infrastruktur nahe der Grenze angegriffen habe.
Das EU- und Nato-Land Rumänien hatte zuvor um Unterstützung gebeten. Wie das Außenministerium in Bukarest mitteilte, soll vor allem der Transfer von Drohnenabwehrtechnik beschleunigt werden.
Drohnen-Einschlag: Rumänien verlangt mehr Mittel zu Abwehr
BUKAREST/GALATI: Eine russische Drohne kracht in ein Wohnhaus nahe der Ukraine und verletzt zwei Menschen. Rumänien fordert mehr Schutz - und will Moskau auf diplomatischem Weg zur Rechenschaft ziehen.
Nach dem Absturz einer russischen Drohne auf ein Wohnhaus im ostrumänischen Galati verlangt das EU- und Nato-Land mehr Mittel zur Abwehr. Wie das Außenministerium in Bukarest mitteilte, habe man das Nato-Generalsekretariat über den Vorfall informiert und um die Beschleunigung des Transfers von Drohnen-Abwehrtechnik nach Rumänien gebeten.
Rumänien werde diese «gravierende Verletzung des internationalen Rechts und seines Luftraums mit diplomatischen Maßnahmen beantworten», hieß es weiter in der Erklärung des Außenministeriums bei Facebook. «Die Russische Föderation trägt die direkte Verantwortung für diese schlimme und verantwortungslose Aktion. Rumänien wird mit maximaler Entschlossenheit dafür eintreten, dass der internationale Druck auf die Russische Föderation zum sofortigen und umfassenden Ende des Beschusses verstärkt wird.»
Der Einschlag der Drohne in Galati löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt, wie das Innenministerium in Bukarest mitteilte. Ein auf Explosionen spezialisiertes Ermittlerteam machte sich in der Nacht auf dem Weg zum Einsatzort. Galati liegt an der Donau, die Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt.